Dienstag, 18. November 2008

Patienten werden immer jünger

WELTDIABETESTAG

Arzt empfiehlt gesunde Ernährung und mehr Sport. Umzugspläne für nächstes Jahr.

Patienten werden immer jünger

Im nächsten Sommer will Karsten Milek mit seinem siebenköpfigen Team in ein neues, größeres und modernes diabetologisches Schulungszentrum im Herzen der Stadt Hohenmölsen einziehen. "Viele Patienten haben in letzter Zeit aufgeregt nachgefragt, weil sie dachten, ich schließe meine Praxis. Doch ich bleibe Hohenmölsen treu", versicherte der Mediziner. Grund für die Unruhe sind die Schließung der Asklepios-Klinik in der Stadt der drei Türme und der geplante Abriss des Gebäudes (die MZ berichtete).


Milek hat seine Praxis mit Schulungsräumen und Lehrküche im Krankenhaustrakt. Er muss die Räume verlassen und will sich Mitte 2009 im Stadtzentrum niederlassen. Bis es soweit ist, behandelt er weiter in der Hohenmölsener Klinik und steht einmal in der Woche in seiner zweiten Praxis in Weißenfels zur Verfügung. Die Patienten kommen aus einem großen Einzugsgebiet. Bis nach Gera, Querfurt, Altenburg und Halle hat sich der Ruf des Zentrums herum gesprochen. Inzwischen nutzen auch Ernährungskurse die Lehrküche und lassen sich von den Mitarbeitern über gesunde Lebensweise aufklären.

Am gestrigen Weltdiabetikertag machte Milek noch einmal auf die Gefahren der Volkskrankheit aufmerksam, bei der es zur Überzuckerung des Blutes kommt. Erschreckend sei, dass zunehmend Patienten schon in jungen Jahren erkranken. "Liter große Colabecher im Kino und XXL-Portionen in Gaststätten, überall wird das Ungesunde angeboten, und meist zu billigen Preisen. Da ist es kein Wunder, dass schon Zwölfjährige an Altersdiabetes erkranken", sagte Milek. Er nutzte den Tag, um seine Patienten aufzurütteln und warb für eine gesündere Lebensweise und mehr Bewegung.

Rund sieben Millionen Deutsche sind als erkrankt dokumentiert. Experten schätzen, dass noch einmal fünf bis sieben Millionen gar nicht wissen, dass sie gefährdet sind oder bereits an der Stoffwechselkrankheit leiden. Frühzeitig zum Arzt gehen, besonders wenn in der Familie und Verwandtschaft schon Fälle von Diabetes aufgetreten sind, rät der Mediziner. "Heute kann man viel machen, um das Voranschreiten hinauszuschieben", sagte Karsten Milek. Es gebe nicht mehr nur Insulin zur Behandlung, sondern viele neue Medikamente. Es gar nicht so weit kommen zu lassen, sei die beste Alternative.

Artikel von Claudia Petasch, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung vom  15.11.2008