Mittwoch, 9. Dezember 2009

KiDS-Kurse - Lernen mit Spass


Artikel erschienen im Diabetes-Eltern-Journal, 4/2009

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Montag, 30. November 2009

Wenn es Zeit ist für Insulin – moderne Einstiegsstrategien für die Praxis


5 bis 10 Jahre vergehen - trotz aller Bemühungen um Prävention und Früherkennung - bis ein Diabetes entdeckt wird. Die Dunkelziffer ist erschreckend hoch. Auf jeden Fall von bekanntem Diabetes kommt ein unentdeckter. Diabetes mellitus stellt weltweit eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit dar. Experten sprechen bereits von einer Epidemie. Menschen mit Typ 2 Diabetes sind durch das Auftreten mikro- und makrovaskulärer Folgeerkrankungen und Komplikationen besonders stark gefährdet. Eine frühzeitige, therapeutische Intervention ist erforderlich. Aktuelle Therapiestrategien für die Praxis präsentierten Diabetes-Experten beim 69. Grünwalder Gespräch.

„Erforderlich sind effektive und sichere Therapiestrategien bei der Insulintherapie, um gerade den in der Praxis tätigen Kollegen einen einfachen Start in die Insulintherapie zu ermöglichen“, erklärte Dr. Andreas Liebl, Internist und Diabetologe, Chefarzt, Diabetes- und Stoffwechselzentrum, m&i Fachklinik, Bad Heilbrunn. Für die blutzuckersenkende Therapie des Typ 2 Diabetes hat die Deutsche Diabetesgesellschaft erst vor wenigen Wochen ein neues Update seiner evidenzbasierten Leitlinien herausgegeben.
„In diesen Leitlinien finden sich viele Neuerungen, die zu einer besseren Blutzuckerkontrolle  bei den betroffenen Patienten führen sollen: Schon bei der Diagnose Typ 2 Diabetes ist neben  Schulungs-, Ernährungs- und Bewegungstherapie eine medikamentöse Metformin-Behandlung empfohlen. Befindet sich nach drei bis sechs Monaten der HbA1c-Wert immer noch über 6,5 Prozent, muss ein weiteres Antidiabetikum kombiniert werden. Höchst innovativ ist: Sollte der HbA1c über 7,5 Prozent liegen, wird eine Metformin-Insulin-Kombination empfohlen. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass mit einem zweiten oralen Antidiabetikum (OAD) im Allgemeinen eine maximale HbA1c Senkung von einem Prozent erreicht werden kann“, so Liebl.

Als möglicher Einstieg in die Insulintherapie wird die zusätzliche Gabe von Basalinsulin (Detemir, Levemir®, Novo Nordisk Pharma GmbH) oder von prandialem kurzwirksamen Insulin (Insulinaspart, NovoRapid®, Novo Nordisk Pharma GmbH) empfohlen. Insulindetemir wird nur einmal am Tag am Abend gespritzt. Es zeichnet sich durch eine besonders geringe Gewichtszunahme aus. Das Risiko für Hypoglykämien ist sehr klein, die Effektivität der Blutzucker- und HbA1c-Senkung groß. „Somit können mit Insulindetemir die neuen Empfehlungen der DDG besonders einfach umgesetzt werden“, erklärte Liebl.
Drei Studien, die 2008 publiziert wurden, haben große Beachtung gefunden: Die ACCORD-Studie1, die ADVANCE-Studie2 und die Langzeitergebnisse der UKPDS3. Liebl: „Die Ergebnisse aller drei Studien haben bestätigt, dass besonders der Hausarzt vor einer großen Herausforderung steht. Patienten mit Typ 2 Diabetes sind von Therapiebeginn an im Hinblick auf den Blutzucker gut einzustellen, um langfristig Komplikationen der kleinen und großen Blutgefäße zu verhindern. Wichtig ist bei Patienten mit Typ 2 Diabetes im fortgeschrittenen Zustand mit bereits eingetretenen Folgeerkrankungen, eine allzu aggressive HbA1c Senkung zu vermeiden.“

Supplementäre Insulintherapie: „Fix“ oder „flexibel“ therapieren
„Die supplementäre Insulintherapie (SIT) mit prandialer Gabe kurzwirksamer Insuline ist als Einstieg in eine Insulin-Therapie für Patienten mit noch ausreichender Rest-Insulinsekretion und damit noch normwertigen Nüchternblutzuckerwerten geeignet. Das Therapieprinzip ’Ersetzen, was fehlt’ hat in zahlreichen Studien seine Wirksamkeit nachweisen können“, erläuterte Dr. Karsten Milek, niedergelassener Diabetologe, Hohenmölsen bei Leipzig.


An der als Konzeptstudie angelegten SIT-Studie, einer  52-wöchigen randomisierten, kontrollierten Multicenter-Parallelgruppen-Studie beteiligten sich 373 Patienten mit Typ 2 Diabetes. Mit der bisherigen Therapie – bestehend aus OAD und/oder Misch- bzw. Verzögerungsinsulin - konnten keine zufriedenstellenden Blutzuckerwerte erreicht werden. Die Patienten wurden in 62 diabetologischen Schwerpunktpraxen in Deutschland im Verhältnis 1:1 in die Gruppen „FLEX“ und „FIX“ randomisiert. In dem flexiblen Behandlungsarm (FLEX) wurden täglich Blutzuckerprofile mit entsprechenden Insulinanpassungen vorgenommen. In dem fixen Behandlungsarm (FIX) spritzten die Patienten, nach einer Einstellungsphase, Insulin nach einem festgelegtem Schema ohne tägliche Profile. Mit dem kurzwirksamen Analogon Insulinaspart (NovoRapid®), zu den Mahlzeiten verabreicht, wurde in beiden Gruppen eine rasche und dauerhafte HbA1c-Senkung erzielt. Nach einem Jahr erreichten beide Gruppen, die bei Studienbeginn einen HbA1c  von ca. 8,4 Prozent hatten, einen HbA1c-Wert unter 7 Prozent. 80 Prozent der Studienteilnehmer in beiden Gruppen benötigten zusätzlich ein basales Insulin zur Nacht (Levemir®).

„Die Therapiezufriedenheit und Lebensqualität der Patienten stieg sogar leicht an in beiden Gruppen. Trotz einer deutlichen HbA1c-Senkung in beiden Studienarmen, kam es nur zu einer moderaten Gewichtszunahme, traten Hypoglykämien seltener auf. Selbst die häufigere Blutzuckerkontrolle in der FLEX-Gruppe wurde von den Patienten nicht als Belastung empfunden“, fasste Milek die Ergebnisse der SIT-Studie zusammen.

Zusammenfassung:
Alle Studien zu Typ 2 Diabetes, die in jüngster Zeit publiziert wurden, haben ergeben, dass ein HbA1c Ziel von unter 6,5 Prozent in den Leitlinien der DDG richtig und sinnvoll ist. Beide Referenten waren sich einig, dass durch das konsequente Befolgen dieser Leitlinien eine frühzeitige und langfristig gute Blutzuckereinstellung erreicht werden kann. Damit würden nicht nur mikro- und makrovaskuläre Komplikationen verhindert, sondern auch die Mortalität entscheidend gesenkt. Diese Therapieziele sind heute leicht vermittelbar. Beide Therapiekonzepte der SIT-Studie zeigten sich wirksam und sicher und bestätigen den täglichen Einsatz von NovoRapid® und 1x täglich Levemir® zur effektiven Therapie des Typ 2 Diabetes in der Praxis.

Quellen:
Weiteres Material bei den Referenten
Fachinformation Levemir® und NovoRapid®
(1) ACCORD-Studie (Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes), N Engl J Med. 2008 Jun 12; 358(24):2545-49)
(2) ADVANCE-Studie (Action in Diabetes and Vascular disease: Preterax and Damicron-MR Controlled Evaluation), N Engl J Med. 2008 jun 12; 358(24):2560-72)
(3) UKPDS (United Kingdom Prospective Diabetes Study), N Engl J Med. Oct 9;359(15):1577-89
Milek K et al. Diabetologie 2008;3(Suppl.1):S74(P214)
Rendschmidt T et al. Diabetologie 2008; 3 (Suppl.1):S74(P214)
Wizemann E et al. Diabetologie 2008;3 (Suppl.1):S111-112(P329)

Quelle: topic-relations.com, 69. Grünwalder Gespräch, 2009

Freitag, 2. Oktober 2009

Pizza aus Plaste und eine lange Schlange für den Pieks

Elfter Diabetestag mit Eröffnung eines neuen Diabeteszentrums.

Pizza aus Plaste und eine lange Schlange für den Pieks

HOHENMÖLSEN/MZ - Wenn in Hohenmölsen der Fanfarenzug aufmarschiert, dann passiert meistens etwas Besonderes. So am Sonnabend kurz vor neun Uhr. Mit Trommelwirbel und Fanfarenklang sowie dem geistlichen Segen durch Pfarrer Thomas Wisch ist das neue Diabeteszentrum von Hohenmölsen seiner Bestimmung übergeben worden. Bauträger Udo Anders übergab Schlüssel und Papiere nach einer Rekordbauzeit von nur acht Monaten an den Mediziner Karsten Milek.

Nachdem er mit seiner Praxis aus dem ehemaligen Krankenhaus der Stadt ausziehen musste, hatte der 48-Jährige den Entschluss gefasst, auf eigene Kosten, er spricht von einem Millionenobjekt, ein Diabeteszentrum bauen zu lassen. "An der Pforte 5" ist nun die neue Adresse. "Hohenmölsen und Milek gehören einfach zusammen. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt haben mich dazu bewogen, hier bauen zu lassen", meinte er gegenüber der MZ als Begründung für den Neuanfang und betonte, dass seine Praxis in Weißenfels auf alle Fälle erhalten bleibt.

In absehbarer Zeit werde dort ein Ärztehaus errichtet, wo er dann auch seine Räume erhalte. Das Diabeteszentrum, so erläuterte der Facharzt, ist in Deutschland eine der Schwerpunktpraxen, in der die modernsten Medikamente getestet werden und zähle zu den anerkanntesten der elf Schulungszentren in der Bundesrepublik.

"Hohenmölsen und Milek gehören zusammen."
In Sachsen-Anhalt sei das Zentrum wegen seiner aktiven Forschungsarbeit besonders geschätzt. Das neue Gebäude biete nun noch bessere Möglichkeiten für die Ausbildung im Studiensaal als auch in der großen Lehrküche. Milek dazu: "Bei Diabetes handelt es sich um eine Volkskrankheit. Da können wir nicht genug schulen."

Warum darüber reden, wenn man es auch in Augenschein nehmen kann. Der Hausherr lud gleich zur Eröffnung zum elften Diabetestag in Hohenmölsen ein - und Hunderte aus der Region nahmen dies gern zum Anlass, sich mit dem Objekt im Zentrum der Stadt vertraut zu machen. In den Behandlungsräumen klärten die Mitarbeiter verschiedener Unternehmen über neue Spritzmethoden und Medikamente auf. In einigen Räumen konnten sich die Patienten auch den Fußdruck messen lassen. Schlange stehen hieß es hier für den Pieks, um den Blutzucker durch Schwester Kati Noack bestimmen zu lassen.

Anke Leger und deren Tochter machten sich mit der Lehrküche in der ersten Etage vertraut. Jessy ist 13 Jahre alt. Seit drei Jahren hat sie Diabetes. "Es war ein Schock für die ganze Familie", erzählt die Mutter. An die konsequente Therapie durch Diabetologen Karsten Milek, die gesunde Ernährung und die Medikamente musste sich das Mädchen erst gewöhnen. "Jetzt ist vieles schon Routine", schilderte sie. Fünf Mal am Tag müsse sie den Blutzucker bestimmen und sich ebenso oft mit Insulin spritzen. Der Pen, die moderne Spritze, sei jeden Tag mit im Ranzen. "Meine Freundinnen in der Sekundarschule wissen das", sagte sie. In der Lehrküche entdeckt sie viel Neues. Naturgetreu sind hier viele Lebensmittel nachgebildet. Für alle gibt es die Anleitung, wie viel ein Diabetespatient davon essen darf. Pizza mag Jessy ganz besonders. Diätassistentin Anja Vogt gab viele Tipps. "Jeden Tag finden hier in der Lehrküche Schulungen mit rund zehn Teilnehmern statt. Es ist wichtig, dass Neulinge das unter fachlicher Anleitung machen", erklärte sie und Jessy hörte aufmerksam zu.

Die Praxis ist unter der Telefonnummer 034441/99 02 99 zu erreichen.


Artikel von Petra Wozny, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung vom 31.08.2009

Dienstag, 1. September 2009

Herzlich willkommen in unseren neuen Praxisräumen

Liebe Patienten,

seit August 2009  können wir Sie in unserem barriefreien Praxisneubau in Hohenmölsen begrüssen. Unsere Praxisräume auf zwei Etagen bieten ausreichend Platz für medizinische Behandlungen und Schulungen.

Mit ein paar Bilder möchten wir Ihnen einen kleinen Eindruck vermitteln und hoffen, es gelingt.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Praxisteam um Dr. Milek.

 
Praxis An der Pforte 5
 
Anmeldung


Wartebereich


Sprechzimmer

Beratungszimmer

Fuβzimmer

Lehrküche

Schulungsraum

Freitag, 28. August 2009

Neues Zentrum für Diabetes öffnet Pforten

SCHLÜSSELÜBERGABE
Neues Zentrum für Diabetes öffnet Pforten

HOHENMÖLSEN/MZ - Am Sonnabend wird in Hohenmölsen das neue Diabeteszentrum eröffnet. Das Gebäude ist in Rekordzeit auf einer Fläche von rund 550 Quadratmetern An der Pforte neben dem Spillerplatz errichtet worden, ist vom Bauträger Udo Anders zu erfahren. Der erste Spatenstich war Ende Januar erfolgt, Richtfest wurde im Mai gefeiert. Inhaber des Zentrums wird der Mediziner Karsten Milek. Das Haus wurde behindertengerecht gebaut. Neben einem großen, hellen Warteraum, dem Rezeptionsbereich, vier Behandlungszimmern und dem Sanitärbereich, findet der Patient in der ersten Etage eine Lehrküche und einen Schulungsraum.

Mit der Eröffnung des Gesundheitszentrums wird zugleich ab 9 Uhr der elfte Hohenmölsener Diabetestag durchgeführt. Das achtköpfige Team möchte den Patienten und Besuchern das neue Haus mit seinen modernen Behandlungsmöglichkeiten vorstellen. Im Schulungszentrum werden Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Risikochecks und Fußdruckmessungen durchgeführt. An rund zehn Informationsständen der Pharmaindustrie werden Fragen zur Diabetes beantwortet.

Die Diabetespraxis ist zu erreichen unter der neuen Rufnummer 034441/99 02 99.

Beitrag von Petra Wozny, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung vom 25.08.2009

Samstag, 1. August 2009

Charity - Veranstaltung vom Rotary Club Oberreichsfeld

Charity - Veranstaltung vom Rotary Club Oberreichsfeld - Heilbad Heiligenstadt mit nachhaltiger Wirkung

Die Stimmung im Foyer der Oberreichsfeldhalle in Leinefelde hätte am späten Sonntagnachmittag nicht besser sein können. Die Mitglieder des Rotary Clubs oberreichsfeld - Heilbad Heiligenstadt hatten eingeladen zu einer Rotary Charity Veranstaltung, um Kindern zu helfen. Unter dem Titel “Rockzirkus” erwartete die Rotarier und viele weitere Gäste ein unterhaltsames und sehr niveauvolles Programm, das einem Thema gewidmet war: Kindern zu helfen, die an Diabetes erkrankt sind.

Dr. Karsten Milek, ein Spezialist auf diesem Gebiet, konnte den Anwesenden nicht nur Interessantes aus seiner Arbeit im Förderverein für Kinder und Jugendliche mit Diabetes berichten, sondern zeigte auf, wie gefährlich die Krankheit für Kinder sein kann und aber auch, wie sie lernen können damit umzugehen. Seit nunmehr 17 Jahren gibt es in Hohenmölsen einen sogenannten Kids-Kurs für an Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche, die nicht nur gemeinsam Ferien machen, sondern lernen, damit umzugehen. Regine Hildebrandt hatte einst diesen Kurs ins Leben gerufen. Im kommenden Jahr sollen sich auch Eichsfelder Kinder dort erholen können.


Die Gäste hielten es nach diesem Vortrag für notwendig, dem Förderverein schon jetzt zu helfen, da die Krankenkassen nicht für alle Kosten aufkommen.
Spontan entschied der Rotary-Vorstand, Dr. Karsten Milek 2000 Euro für sein Projekt zu überweisen.



Von Dr. Henne, einem Arzt und Liedermacher, kamen nochmals 500 Euro dazu. Er hatte in Leinefelde mit seinen beiden Nichten, Tanita und Leana, die auch an Diabetes erkrankt sind, eine neue CD vorgestellt, deren Erlös dem Kids-Kurs ebenfalls zu Gute kommen soll.
Zum Gelingen der Veranstaltung trugen die Rockband Thomas-Müller-Sextett TM6 und Tänzerinnen und Tänzer des Theaters Nordhausen bei.



Die Resonanz auf diese Benefizveranstaltung war so gut, dass der Rotary Club Oberreichsfeld - Heilbad Heiligenstadt sich entschlossen hat, im  nächsten Jahr eine weitere Veranstaltung durchzuführen. Die Rotarier hoffen, dass sich diesem Vorhaben dann noch weitere Menschen anschliessen.

Die Benefizveranstaltung wurde durch das Team von Detlef Hunold vom Restaurant Flair in ausgezeichneter Art und Weise gastronomisch betreut.
             
Text und Fotos von Ilka Kühn, Schaufenster Eichsfeld.

Herr Dr. Milek und der FKJD  bedanken sich ganz herzlich, auch im Namen aller Teilnehmer des KiDS - Kurses, beim Rotary Club und Dr. Henne für die grosszügige Unterstützung unserer Aktivitäten!

Sonntag, 26. Juli 2009

Diabetes-Kinder in Bremsdorf

Bremsdorf. In der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle lernen jetzt 65 Kinder, die an Diabetes erkrankt sind, in einem Ferienkurs den richtigen Umgang mit ihrer Situation. 28 Betreuer kümmern sich um die Kinder.


Wenn Laura Oberender (10) über den Rasen läuft und mit ihrem unbekümmerten Lachen auf einen zusteuert, so denkt jeder Laie, man habe ein normales, fröhliches Mädchen vor sich. Doch dieser Eindruck wird jäh zerstört. "Laura, wo hast Du heute Deine Insulin-Pumpe?", fragt der Mediziner Dr. Karsten Milek. Die Schülerin aus Thüringen bleibt kurz stehen und antwortet, dass sie die Anlage heute nicht am Bauch, sondern am Oberschenkel angesetzt habe. Kaum hat sie geantwortet, saust sie wie ein Wirbelwind in Richtung ihrer Freundinnen davon.

Natürlich sei Laura Oberender ein fröhliches Mädchen, versichert der Arzt, "und wir wollen auch alles dafür tun, dass sie so bleibt. Aber eben ein Kind mit Diabetes."
Diabetes mellitus Typ 1. So lautet der Begriff der Ärzte für diese Krankheit. Es gibt verschiedene Formen von Diabetes. Bekannt ist die Altersdiabetes, von der hauptsächlich Rentner betroffen sind. Bei dieser Altersdiabetes, auch als Typ II bezeichnet, wird das lebenswichtige Hormon Insulin zwar nicht mehr im notwendigen Maße produziert, aber noch kann die Bauchspeicheldrüse körpereigenes Insulin herstellen.
Ganz anders ist die Lage bei den Kinder in der Bremsdorfer Mühle. Sie alle leiden an Diabetes mellitus Typ 1 - ihr Körper stellt kein eigenes Insulin mehr her. Aber ohne dieses Hormon kann der Körper Zucker nicht mehr aufnehmen, es fehlt damit die Energie fürs Leben.

Diese Kinder sind daher zwingend auf künstlich hergestelltes Insulin angewiesen, dass sie sich täglich in genauen Dosen per Spritzen oder per fest installierter Pumpe zuführen müssen.

Für 14 Tage sollen sie nun Erholung im Schlaubetal finden, sollen unter Ferienlagerbedingungen spielend an das Thema herangeführt werden. "Mir gefällt es hier gut, man hat uns hier sehr freundlich aufgenommen und die Betreuer sind sehr aufmerksam", schildert Moira Dannweck (14) aus Hamm in Nordrhein-Westfalen ihre Eindrücke.

Zum Betreuungsteam gehören neben Facharzt Milek u.a. Krankenschwestern, Diätassistenten, Laborkräfte - insgesamt mit dem Arzt sind es 28 Helfer. "Wir müssen alles dabei haben - von der eigenen Krankenstation bis zum Labor. Wir sind fast ein kleines reisendes Krankenhaus", sagt er. Der Facharzt für Innere und Allgemein-Medizin mit Schwerpunkt Diabetes praktiziert heute in Sachsen-Anhalt; seit 18 Jahren kümmert er sich um diese Ferienlager, an denen inzwischen rund 1500 Kinder teilgenommen haben. 2004 wurde er für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Im vergangenen Jahr kam man zum ersten Mal zum Ferienlager in die Bremsdorfer Mühle. "Wir brauchen viel Platz, nicht nur für die Kindern zum Schlafen, sondern auch für die Unterrichtsstunden, das Labor und die Medizinstation", berichtet er. Da es allen im vergangenen Jahr gut gefallen hat, kam man in diesem Jahr wieder ins Schlaubetal.
Für viele Kinder - sie sind zwischen sechs und 16 Jahren alt - sei ein solcher Aufenthalt schon eine Umstellung. Besonders die kleinen würden starke Sehnsucht nach Mutter und Vater haben. "Einige Eltern sind sogar mitgereist. Sie übernachten aber nicht in der Jugendherberge, sondern haben sich Quartiere in der Umgebung gesucht", erläutert Karsten Milek.

Auf dem Unterrichtsprogramm stehen Themen wie "Verhalten bei Schock und Koma", Insulinsorten, Injektionsmöglichkeiten, "Alles für Pumpis" bis hin zu Körper- und Fußpflege und Sexualität.

Und es geht auch um ganz alltägliche Themen für die Ferienzeit. "Wir packen unseren Koffer, was brauchen wir alles", fragte eine Betreuerin eine Gruppe von kleinen Mädchen. Tina Anacker (7) aus Weißenfels hebt den Arm: "Nadeln", sagte sie. Ihre Freundinnen ergänzen die Liste: Teststreifen, Ampullen, Desinfektionsmittel, Traubenzucker.
Ein Diabetiker müsse aber auch darauf achten, dass sein Insulin bei einer Flugreise sich nicht im großen Gepäck, sondern in der Bordtasche befindet. Auch sollte man darauf achten, den Vorrat zu teilen, rät die Lehrerin. Wenn ein Koffer mit der einen Portion beispielsweise gestohlen wurde, dann sollte man in einer andere Tasche immer noch eine zweite Portion verfügbar haben.

Zum Ferienprogramm gehören natürlich auch sommerliche Aktionen wie Wanderungen und Bade-Ausflüge. "Wir wollen ins Bad in Eisenhüttenstadt. Dafür brauchen wir einen Bus. Im vergangenen Jahr hat uns der Busverkehr Beeskow ganz toll geholfen", sagte Karsten Milek.

Finanziert wird der Aufenthalt durch Krankenkasse. Aber nicht alle machen da mit. "Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Kind, andere lehnen es ab", berichtet der Arzt. Für die kranken Kinder gebe es Kuren und Reha-Maßnahmen, aber das Ferienlager sei ein "Kann-Projekt". Die Sachbearbeiter können zustimmen, sie müssen aber nicht.
Es sei doch besser, wenn die betroffenen Schüler mit ihren Altersgenossen in einem Ferienlager spielend mit der Materie vertraut gemacht werden, statt in einem Erwachsenen-Kurort eine Reha zu absolvieren. Dieses Konzept trägt bei Bianca Giesecke (14) aus Hamburg schon Früchte: "Ich fühl mich hier wohl, alle lachen, alle sind fröhlich, da macht das Lernen in dieser Stimmung viel mehr Spaß." Zustimmung erfährt sie von Lysann Harland (13), ebenfalls aus Hamburg: "Krank sind wir alle hier. Aber es ist gut, wenn wir untereinander darüber sprechen können. Wir unternehmen viel, es ist eine schöne Gegend - da kommen wir auch auf andere Gedanken."

Das Ferienlager lädt am 1. August ab 10 Uhr interessierte Kinder und Eltern zu einem kleinen Diabetikertag in die Jugendherberge ein.

Artikel aus der MOZ, erschienen am 23.07.2009

Freitag, 22. Mai 2009

Bunte Richtkrone weht über dem Diabetes-Zentrum

Karsten Milek eröffnet in sechs Wochen neue Praxis mitten in Hohenmölsen. Barrierefreies Wohnen entsteht daneben.

Bunte Richtkrone weht über dem Diabetes-Zentrum

HOHENMÖLSEN/MZ - An der Pforte 5 heißt die neue Adresse des diabetologischen Zentrums in Hohenmölsen. Weithin sichtbar ist, wo es steht, weist doch seit Montagabend die Richtkrone den Weg direkt neben den Spillerplatz. Der Mediziner Karsten Milek zeigte sich nicht ungeschickt. Wie gewohnt salopp, schlug der Linkshänder den Nagel in einen Dachbalken. Aus der bekannten Umgebung im Asklepioskrankenhaus in Hohenmölsen muss er ausziehen. Die Einrichtung wird abgerissen, darum die Eine-Million-Euro-Investition. Nun wolle er zeigen, dass sich in Hohenmölsen auch etwas bewegt. "Wir sind hier etabliert und wir bleiben hier", zeigte sich Milek entschlossen. Er hofft, dass vom medizinischen Zentrum in der Stadt noch andere Einrichtungen profitieren. "Jetzt ist Kampfgeist gefordert", krempelte er symbolisch die Ärmel hoch. Im Juli soll bereits die untere Etage des Plattenbaus eröffnet werden. Der bekannte Diabetologe samt acht seiner Mitarbeiter nehmen dann den Dienst auf.

Architekt des Neubaus ist Michael Braun. "Die Arbeiten haben im November vergangenen Jahres begonnen. Im Januar wurden die Bauanträge eingereicht. Dank guter Zusammenarbeit mit der Behörde konnte der Spatenstich bereits am 26. Januar erfolgen", schildert er. Das diabetologische Zentrum wird behindertengerecht gebaut. Neben einem großen Warteraum, dem Rezeptionsbereich, Sanitärräumen und vier Behandlungszimmern findet der Patient beziehungsweise Besucher in der ersten Etage die Lehrküche und einen großen, teilbaren Schulungsraum. Gestern begann für die Männer der Firma Peisker Bau aus Taucha und die Subunternehmen der Region der Innenausbau. Bis Pfingsten soll der Estrich eingebracht worden sein. Noch vor der Einweihung des Hauses wird die ehemalige Schule, die sich direkt daneben befindet, abgerissen. Architekt Braun denkt, dass noch im Sommer mit dem Bau der Wohnanlage gegenüber des Arztzentrums begonnen wird. Hier entstehen 32 barrierefreie Wohnungen. 26 sind vergeben.


Artikel von Petra Wozny, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung am 20.05.2009

Freitag, 30. Januar 2009

Daten sprechen für Flexibilität

WÖRNBRUNN (sto). Bei supplementärer Insulintherapie (SIT) zu den Mahlzeiten ist ein flexibles Schema tendenziell besser als ein festes, der Schulungsaufwand ist jedoch höher.
In 62 Schwerpunktpraxen wurden 431 Typ-2-Diabetiker nach dem Zufallsprinzip entweder flexibel mit täglichen Blutzuckerprofilen und entsprechenden Insulinanpassungen oder mit einem festen Schema ohne tägliche Profile behandelt. Alle Patienten hatten zu Beginn einen HbA1c von etwa 8,4 Prozent. In beiden Gruppen wurde mit dem kurzwirksamen Analogon Insulinaspart (Novo-Rapid®) dauerhaft ein HbA1c-Wert unter 7 Prozent erreicht, sagte Dr. Karsten Milek aus Hohenmölsen bei den Grünwalder Gesprächen. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer in beiden Gruppen benötigten zusätzlich ein basales Insulin zur Nacht (Levemir®).

In der Gruppe mit flexibler Behandlung war die Blutzuckersenkung tendenziell besser und die Gewichtszunahme geringer, während der Schulungsaufwand höher war, berichtete Milek bei der von Novo Nordisk unterstützten Veranstaltung. In beiden Gruppen sei die Therapiezufriedenheit und die Lebensqualität gestiegen. Die häufigen Blutzuckerkontrollen seien von den Patienten im flexiblen Behandlungsarm nicht als Belastung empfunden worden.

Artikel erschienen in der Ärzte Zeitung am 27.01.2009

Diabetiker-Zentrum schließt in Hohenmölsen

Asklepios-Klinik plant den Abriss des 90 Jahre alten Krankenhauses. Kosten betragen zwei Millionen Euro.

Diabetiker-Zentrum schließt in Hohenmölsen
Das diabetologische Zentrum im Krankenhaus Hohenmölsen wird Ende März geschlossen. Grund ist, dass die Asklepios-Klinik Weißenfels plant, das rund 90 Jahre alte Krankenhaus in der Stadt der drei Türme, das als Außenstelle der Einrichtung fungierte, abzureißen. Im vergangenen Jahr war bereits der stationäre Betrieb eingestellt worden.
Einzig das Zentrum für Zuckerkranke unter Leitung des in der Region bekannten Arztes Karsten Milek wurde weiter betrieben. Das erfuhr die MZ von Mike Schuffenhauer, Assistent der Kliniks-Geschäftsführung.

"Ich habe Verständnis für den Abriss des Altbaus. Aber der jetzt aufgelegte Zeitplan hat mich dann doch überrascht und mir schlaflose Nächte bereitet", sagt Milek, der acht Mitarbeiter beschäftigt. Immerhin werde das Zentrum, das weit über die Burgenlandgrenze besonders als Schulungs- und Ausbildungszentrum Anerkennung genießt, von rund 1 000 zuckerkranken Menschen im Quartal aufgesucht.

"Das Hohenmölsner Zentrum hat sich etabliert."

Tradition hat der jährlich stattfindende Tag der offenen Tür. In den vergangenen Jahren ist das Hohenmölsener Krankenhaus systematisch leer gezogen worden. Die Stationen samt Personal wurden in die Weißenfelser Klinik integriert (die MZ berichtete). "Aus der Hohenmölsener Einrichtung eine den heutigen Anforderungen gerechte Klinik zu machen, würde uns massivste Anstrengungen kosten", begründet Schuffenhauer den ins Visier genommenen Abriss. "Wir sind eine privat geführte Klinik, die sich wirtschaftlich rechnen muss." Gedanken verschiedener Parteien, aus dem Hohenmölsener Haus beispielsweise ein Kongresszentrum zu machen, erteilt er eine Abfuhr. "Der Umbau des Krankenhauses müsste sich durch die Mieteinnahmen rechnen und das sehen wir nicht."

Wann jedoch die Bagger anrollen, weiß Schuffenhauer noch nicht. Absolute Priorität habe gegenwärtig die Finanzierung und der Bau des Hubschrauberlandeplatzes. "Der Abriss des Hohenmölsener Krankenhauses kostet uns zwei Millionen Euro, die wir als private Einrichtung allein aufbringen müssen", schildert er.

Der Arzt Karsten Milek will aus Hohenmölsen nicht weg. "Das Hohenmölsener Zentrum hat sich etabliert. Es soll auch hier bleiben", zeigt sich Milek entschlossen. Heute wird unter seiner Regie in der Nähe des Spillerplatzes der Grundstein für eine moderne neue Schwerpunktpraxis gelegt. Be-reits Ende Juni soll es eingeweiht werden.


Artikel von Petra Wozny, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung vom 27.01.2009