Freitag, 30. Januar 2009

Diabetiker-Zentrum schließt in Hohenmölsen

Asklepios-Klinik plant den Abriss des 90 Jahre alten Krankenhauses. Kosten betragen zwei Millionen Euro.

Diabetiker-Zentrum schließt in Hohenmölsen
Das diabetologische Zentrum im Krankenhaus Hohenmölsen wird Ende März geschlossen. Grund ist, dass die Asklepios-Klinik Weißenfels plant, das rund 90 Jahre alte Krankenhaus in der Stadt der drei Türme, das als Außenstelle der Einrichtung fungierte, abzureißen. Im vergangenen Jahr war bereits der stationäre Betrieb eingestellt worden.
Einzig das Zentrum für Zuckerkranke unter Leitung des in der Region bekannten Arztes Karsten Milek wurde weiter betrieben. Das erfuhr die MZ von Mike Schuffenhauer, Assistent der Kliniks-Geschäftsführung.

"Ich habe Verständnis für den Abriss des Altbaus. Aber der jetzt aufgelegte Zeitplan hat mich dann doch überrascht und mir schlaflose Nächte bereitet", sagt Milek, der acht Mitarbeiter beschäftigt. Immerhin werde das Zentrum, das weit über die Burgenlandgrenze besonders als Schulungs- und Ausbildungszentrum Anerkennung genießt, von rund 1 000 zuckerkranken Menschen im Quartal aufgesucht.

"Das Hohenmölsner Zentrum hat sich etabliert."

Tradition hat der jährlich stattfindende Tag der offenen Tür. In den vergangenen Jahren ist das Hohenmölsener Krankenhaus systematisch leer gezogen worden. Die Stationen samt Personal wurden in die Weißenfelser Klinik integriert (die MZ berichtete). "Aus der Hohenmölsener Einrichtung eine den heutigen Anforderungen gerechte Klinik zu machen, würde uns massivste Anstrengungen kosten", begründet Schuffenhauer den ins Visier genommenen Abriss. "Wir sind eine privat geführte Klinik, die sich wirtschaftlich rechnen muss." Gedanken verschiedener Parteien, aus dem Hohenmölsener Haus beispielsweise ein Kongresszentrum zu machen, erteilt er eine Abfuhr. "Der Umbau des Krankenhauses müsste sich durch die Mieteinnahmen rechnen und das sehen wir nicht."

Wann jedoch die Bagger anrollen, weiß Schuffenhauer noch nicht. Absolute Priorität habe gegenwärtig die Finanzierung und der Bau des Hubschrauberlandeplatzes. "Der Abriss des Hohenmölsener Krankenhauses kostet uns zwei Millionen Euro, die wir als private Einrichtung allein aufbringen müssen", schildert er.

Der Arzt Karsten Milek will aus Hohenmölsen nicht weg. "Das Hohenmölsener Zentrum hat sich etabliert. Es soll auch hier bleiben", zeigt sich Milek entschlossen. Heute wird unter seiner Regie in der Nähe des Spillerplatzes der Grundstein für eine moderne neue Schwerpunktpraxis gelegt. Be-reits Ende Juni soll es eingeweiht werden.


Artikel von Petra Wozny, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung vom 27.01.2009