Donnerstag, 7. Oktober 2010

Arzt kommt mit neuesten Erkenntnissen aus USA

ZEITZ/MZ. Mit Blumenstrauß und Köfferchen verlässt Dr. Karsten Milek am Sonnabendvormittag eilig den Saal des Zeitzer Rathauses. Soeben hat der niedergelassene Diabetologe aus Hohenmölsen in einem gut besuchten Vortrag über neueste Therapieansätze bei der Behandlung der Zuckerkrankheit berichtet.
 
"Ich komme gerade aus Minneapolis in den USA zurück und bringe neueste Erkenntnisse mit, die sich bald auch hier durchsetzen werden", erzählt der anerkannte Mediziner schnell, während sich die Besucher rundherum an den verschiedensten Ständen des Diabetikertages informieren. So werde es bald ein Gerät geben, das den Magen passend stimuliert und auf den Blutzucker wirkt, informiert Milek. Ebenso werde es mit einem Gerät möglich sein, den Blutzuckerwert über sieben Tagen hinweg zu kontrollieren. Am Bauch angebracht, könne es in der Nacht warnen, wenn der Wert zu niedrig ist.
Interessante Nachrichten auch für Beate Schütz. Die 68-Jährige leidet seit zehn Jahren an Diabetes und muss sich seit sechs Jahren spritzen. "Das ist eine schleichende Krankheit. Viele wissen nicht genug darüber, und hier wird man wirklich gut informiert", sagt die Zeitzerin, während sie mit einem Piekser in das Ohr ihren Blutzuckerwert ermitteln lässt. Diesmal, so fügt sie hinzu, sei das Angebot noch besser als im letzten Jahr.
Zum 19. Mal findet am Sonnabend der Diabetikertag in Zeitz statt. Ein zweiter Vortrag befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Diabetes und dem Sehvermögen der Betroffenen. An zahlreichen Ständen auf zwei Etagen des Rathauses bieten die verschiedensten Partner, vom Podologen über den Apotheker bis zum Augenarzt, ein umfassendes Spektrum an Informationen rund um die Stoffwechselerkrankung. Dabei ist auch Simone Ruh, Diabetesassistentin am Georgius-Agricola-Klinikum in Zeitz. Dort erhalten Betroffene Schulungen zum alltäglichen Umgang mit der Krankheit, zum richtigen Spritzen, zu Ernährung und Sport und zu möglichen Folgeerkrankungen. "Wir sind zufrieden mit der Resonanz auf den Diabetikertag. Jede Menge Informationsmaterial ist schon über den Tisch gegangen", sagt die Schwester vom Klinikum.
Eine Einschätzung, die am Mittag auch Dr. Ute Haack-Schneider, Vorstandsmitglied des Deutschen Diabetikerbundes, Selbsthilfegruppen Zeitz, teilt: "Hier zeigen sich die guten Kontakte zahlreicher Aussteller zum Diabetikerbund. Die Mühen der Vorbereitung haben sich gelohnt."

Artikel von Andreas Richter auf mz-web.de, 5.9.2010