Samstag, 28. Mai 2011

46. DDG-Jahrestagung in Leipzig

Diabetes mellitus ist mit bundesweit etwa acht Millionen Betroffenen eine der großen Volkskrankheiten in Deutschland. Die Vorbeugung der Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Erwachsenen sowie Therapien für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind Schwerpunkte der 46. DDG-Jahrestagung, die dieses Jahr unter dem Motto steht „Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn“.

Jährlich erkranken etwa 2500 Kinder und Jugendliche in Deutschland neu an Diabetes Typ 1. Ist die Stoffwechsellage bei Patienten im Kindesalter meist gut, verschlechtert sie sich häufig mit Eintritt in die Pubertät. Ursachen sind neben hormonellen Veränderungen die abnehmende Motivation für die extrem Disziplin fordernde Insulintherapie. Dies führt zu Konflikten mit Eltern, aber auch zu Spannungen beim Termin in der Diabetesambulanz. Experten diskutieren bei der diesjährigen Tagung in Leipzig darüber, wie sie jugendliche Patienten altersgerecht beraten können. Die 46. Jahrestagung der DDG findet vom 1. bis 4. Juni 2011 im Congress Centrum Leipzig statt.

Die Pubertät ist eine Zeit der Veränderung: Jugendliche machen nicht nur einen körperlichen Wandel durch, auch ihre Identität entwickelt sich in großen Schritten. Teenager mit Diabetes Typ 1 stehen in der Pubertät zusätzlich vor der Herausforderung, ihre chronische Erkrankung und die damit verbundene lebenslang notwendige Insulintherapie akzeptieren zu müssen. Ungefähr sechsmal täglich müssen sie Blutzucker messen, die Kohlenhydrate ihrer Nahrung und die notwendige Insulinmenge berechnen und spritzen - ‚Urlaub vom Diabetes’ gibt es nicht. Die Insulintherapie gibt dem Leben einen ganz eigenen Rhythmus vor, und dieser besteht immer, ob im Alltag und auch am Wochenende, Tag und Nacht. Gelingt es nicht, die Insulintherapie als zu meisternde Herausforderung im Leben zu sehen, kommt es nicht selten zu einem Nachlassen in der Therapiedurchführung und durch das Fehlen von Insulingaben zu einer verschlechterten Stoffwechsellage. Auf lange Sicht führt dies zu den gefürchteten diabetesbedingten Folgeschäden.
„Bis zur Pubertät sorgen die Eltern als Manager der Erkrankung dafür, dass ihre Kinder zumeist sehr regelmäßig spritzen und eine gute Stoffwechsellage und auch eine altersgemäße Selbständigkeit in der Therapieführung erreichen“, erklärt Dr. med. Simone von Sengbusch, Kinder- und Jugendärztin und Diabetologin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lübeck. Mit Beginn der Pubertät und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Umgang mit dem Diabetes vernachlässigen viele Jugendliche ihre Therapie. Sei es, weil nun neue Interessen ihren Tagesablauf bestimmen, weil sie nicht mehr ‚anders’ als ihre gesunden Altersgenossen essen und leben möchten oder die Erkrankung einfach noch nicht zu ihrem sich entwickelnden neuen Selbstbild passt. „Oft kommen Eltern frustriert in die Diabetessprechstunde, weil ihre Kinder plötzlich Hobbys und vor allem die Zugehörigkeit zu ihrem Freundeskreis stärker in den Vordergrund rücken als ihre Insulintherapie“, berichtet die Diabetologin. „Dies führt zu Frustration und auch Streit zwischen Eltern und Teenagern, der sich manchmal in den Sprechstunden fortsetzt“.
Ärzten und Diabetesberatern verlangen solche Situationen besonderes Einfühlungsvermögen sowie gute kommunikative und pädagogische Fähigkeiten ab. Diplompsychologin Louise Marshall rät ihnen, sich explizit den Teenagern zuzuwenden. „Das Gespräch muss mit den Jugendlichen stattfinden und nicht über sie. Die heranwachsenden Patienten müssen sich als Verhandlungspartner ernst genommen fühlen.“

Wie sich schwierige Situationen bei der Beratung von Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 und ihren Eltern überwinden lassen, ist daher Thema des Symposiums „Diabetes Teen Talk“ auf der 46. Jahrestagung der DDG vom 1. bis 4. Juni 2011 in Leipzig.

Quelle: idw

Montag, 23. Mai 2011

Patienteninformation: Schutz vor EHEC

Das BfR informiert: EHEC sind eine besondere Art von E. coli-Bakterien. Sie produzieren Zellgifte (Shigatoxine bzw. Verotoxine) und können dadurch beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Gefährdet sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen.



EHEC kommen natürlicherweise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor, zum Beispiel bei Rindern, Schafen und Ziegen, ohne dass diese selbst erkranken. Die Tiere scheiden die Bakterien mit dem Kot aus. Da EHEC relativ unempfindlich sind, können sie in der Umwelt, im Boden und im Wasser wochenlang überleben.

Wie die meisten Lebensmittelinfektionserreger lassen sich auch EHEC-Bakterien durch Erhitzen abtöten, also durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren. Tiefgefrieren garantiert hingegen nicht, dass ein Lebensmittel vollständig frei von EHEC wird.

Um EHEC-Infektionen zu vermeiden, empfiehlt das BfR Verbrauchern:
  • Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70°C für zwei Minuten im Inneren des Fleisches)
  • Rohmilch vor dem Verzehr abkochen
  • Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen (mindestens vor der Zubereitung von Speisen, nach Kontakt mit Tieren oder rohem Fleisch und vor dem Essen)
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen
  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit rohem Fleisch, dessen Verpackungen oder Tauwasser sofort gründlich reinigen und abtrocknen
  • Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60°C waschen
Menschen, die zu einer der Risikogruppen gehören, sollten darüber hinaus wissen, dass EHEC-Bakterien aufgrund der fehlenden Wärmebehandlung auch in streichfähigen Rohwürsten, zum Beispiel Zwiebelmettwurst, Teewurst, Braunschweiger, und in Rohmilchkäse vorkommen können. Diese Lebensmittel sollten sie vorsichtshalber meiden. Verpackter Käse aus Rohmilch muss mit dem Wortlaut „mit Rohmilch hergestellt“ gekennzeichnet werden. Es ist außerdem ratsam, rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum zu schälen oder wenigstens gründlich zu waschen.

Das BfR-Merkblatt „Schutz vor EHEC-Infektionen“ steht zum Herunterladen zur Verfügung: http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_infektionen_mit_enterohaemorrhagischen_e_coli_ehec.pdf

Quelle Text und Bild: www.bfr.bund.de

Samstag, 21. Mai 2011

Gesunde Ernährung mit Anja



"Gesunde Ernährung mit Anja" ist ein Angebot des Hortes der Grundschule Hohenmölsen und der Arztpraxis Dr. Karsten Milek. Quelle Fotos: www.stadt-hohenmoelsen.de

Montag, 9. Mai 2011

BLK online TV berichtet:

Die Diabetologische Praxis von Dr. Karsten Milek verwandelte sich am Samstag wieder zu einem "Wallfahrtsort" für alle Diabetiker. Im Volkshaus waren zahlreiche Stände mit Informationsmaterialien rund um die Zuckerkrankheit.


Ein Beitrag von blk-onlinetv.de
(Sendung vom 04.05.2011)

Dienstag, 3. Mai 2011

Schützen Sie sich!


FSME-Schutzimpfung:
Damit Sie die Natur unbeschwerter genießen können


Hier sehen Sie alles Wissenswerte zu Zecken, FSME und zur FSME-Impfung als Animation.
Klicken Sie auf den Pfeil, um den Film zu starten.


Quelle: zecken.info

Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie sich und Ihre Kinder kostenlos impfen!

Montag, 2. Mai 2011

Heute im ERSTEN: Kampf dem Zucker

FERNSEHTIPP

Warum schaden Diabetiker-Lebensmittel oft mehr als sie nützen? Welche Gefahr liegt in Diätprodukten, auch wenn sie keinen Zucker enthalten? Wie kann man sich vor Diabetes schützen? Wie ernährt man sich richtig? Und welche Therapien gibt es?

Zu viel Zucker im Blut ist gefährlich. An jedem Tag erkranken in Deutschland fast 1000 Menschen an Diabetes. Damit hat Deutschland die höchste Quote an "Zuckerkranken" in Europa.

"betrifft" begleitet Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Artur Schmauser wusste von seiner Krankheit lange nichts. Denn Diabetes macht anfangs überhaupt keine Beschwerden. Seit er von seiner Krankheit weiß, hat er seine Lebensweise umgestellt. Nur wer sich behandeln lässt, kann Folgeschäden wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden.

Sendung wird ausgestrahlt am 03.05.11, 21:00 - 21:45, LINK zur Sendung
Textquelle: www.programm.ard.de

Sonntag, 1. Mai 2011

Zu viel Zucker im Blut

HOHENMÖLSEN/MZ. Tina Anacker trägt zwei Federmappen bei sich: eine mit Stiften und eine, in der Messgerät, Spritze, Traubenzucker und Insulin stecken. Die Neunjährige hat Diabetes vom Typ 1 und wird ihr Leben lang zuckerkrank bleiben. Am Samstag besucht sie den Diabetes-Tag, den ihr Arzt Karsten Milek zum 13. Mal organisiert hat. 
Sophie Lungwitz (l.) misst den Blutzucker von Tina Anacker.
Tina Anackers Leben wird von der Krankheit bestimmt: Wenn sie Lust auf ein Stück Kuchen hat, kann sie nicht einfach zulangen, sondern greift erst zur Federmappe, holt das Messgerät raus, pikst in ihren Finger und erfährt so ihren Blutzuckerwert. Ist der zu hoch, spritzt sie Insulin. Sie weiß genau, welchen Zuckergehalt der Kuchen hat und wann sie Sport treiben kann, ohne zu unterzuckern. Die Grundschülerin sagt: "Ich habe keine Angst, dass mal was passiert."

Verbreiteter als Typ 1 ist aber die Diabetes vom Typ 2. "Zwölf Prozent der Bevölkerung haben Diabetes dieses Typs", sagt Gesundheitswissenschaftlerin Susanne Milek. Betroffene haben nicht im ausreichenden Maße Insulin im Körper, um den Zucker, den sie aufnehmen, zu verarbeiten. So bleibt er im Blutkreislauf und steht den Zellen nicht in Form von Energie zur Verfügung. Was daran problematisch ist, erläutert Susanne Milek: "Hoher Blutzucker tut nicht weh, aber die Folgeerkrankungen tun es." Wunden heilen dann schlechter, die Patienten klagen über häufige Infekte und spüren in den Füßen kaum noch etwas.

Deswegen hat Karsten Milek am Diabetes-Tag, zu dem rund 700 Besucher kommen, nicht nur seine Praxis geöffnet, sondern auch Firmen, die bei Folgeerkrankungen wichtig werden, eingeladen - so die Hohenmölsener Orthopädieschuhtechnik Andreas Koch. In einem kleinen Raum stehen drei Mitarbeiter der Firma den Diabetikern mit Rat und Tat zur Seite. Klaus-Dieter Hanke ist extra für die Orthopäden von Weißenfels nach Hohenmölsen gefahren. Der 61-jährige Diabetiker muss sich über neue Einlagen mit den Fachleuten austauschen.

Auch Ingrid Kösling aus Weickelsdorf testet ihren Gang. Orthopäde Steffen Zeigermann legt eine Art Sohle in ihren Schuh, sie läuft ein paar Schritte. Auf einem Computer-Bildschirm entstehen zwei Sohlen-Bilder, auf denen blaue, gelbe und rote Flächen zu sehen sind. Wo der rote Punkt abgebildet ist, herrscht beim Laufen der größte Druck, erklärt Zeigermann. Doch Diabetikerin Ingrid Kösling bemerkt das nicht - und das ist gefährlich, weil sie die Stelle womöglich zu sehr belastet. Für Entlassung könnte eine Einlage sorgen.

Karsten Milek sagt: "Je eher Diabetes erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden." Ehefrau Susanne Milek bestätigt das und empfiehlt, sich ab einem Alter von 40 Jahren regelmäßig untersuchen zu lassen. Insbesondere wenn andere Familienmitglieder an Diabetes erkrankt sind und bei Übergewicht - denn beide Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken.

Artikel von Julia Reinhard, Foto MZ, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung am 01.05.2011