Samstag, 24. November 2012

Praxisgebühr entfällt ab 1. Januar 2013

Bundestag beschließt Assistenzpflegegesetz und Abschaffung der Praxisgebühr

Der Bundestag hat heute in 2. und 3. Lesung das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen beschlossen. Mit diesem Gesetz stimmte das Parlament auch dem Wegfall der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013 zu.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Die Praxisgebühr wird zum 1. Januar Geschichte sein. Sie hat ihren eigentlichen Zweck, die Zahl der Arztbesuche zu reduzieren, nicht erfüllt. Es ist daher der richtige Weg, dass wir die gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung nutzen, um die Patientinnen und Patienten spürbar zu entlasten und gleichzeitig den bürokratischen Aufwand in den Arztpraxen abzubauen. Arzt und Patient haben dadurch wieder mehr Zeit für ein Gespräch."


Das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen knüpft an das bereits bestehende Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus an. Es sieht für pflegebedürftige behinderte Menschen bereits die Möglichkeit einer Assistenzpflege bei stationärer Krankenhausbehandlung vor, soweit sie ihre Pflege durch von ihnen selbst beschäftigte besondere Pflegekräfte nach den Vorschriften des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch im Arbeitgebermodell sicherstellen.


Die Maßnahmen dieses Gesetzes für den betroffenen leistungsberechtigten Personenkreis werden nunmehr auch auf die stationäre Behandlung in Vorsorge - und Rehabilitationseinrichtungen ausgeweitet.


Darüber hinaus ermöglicht das Gesetz einen Datenaustausch von Pflegekassen und Sozialhilfeträgern zur Bekämpfung von Missbrauch bei der Abrechnung von Pflegeleistungen. So erhalten Pflegeversicherung und der Sozialhilfeträger die Möglichkeit des Datenaustauschs. Ziel ist eine sachgerechte Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen sowie die Sicherstellung einer gesetzeskonformen Mittelverwendung. Des Weiteren wird die Regelung der Investitionsfinanzierung von Pflegeeinrichtungen praktikabler ausgestaltet. In der Investitionsfinanzierung von Pflegeeinrichtungen sollen im Landesrecht Pauschalierungen bei Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen und der Belegungsquote ermöglicht werden. Um die Pflegebedürftigen vor übermäßiger finanzieller Belastung zu schützen, müssen dabei die Pauschalen in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Höhe der Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen stehen.

Das Assistenzpflegegesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit (BMG)vom 09.11.2012

Donnerstag, 22. November 2012

Süße Gefahr – Wenn Zucker krank macht

Beckmann, Sendung der ARD, ausgestrahlt am 08.11.2012, Video zur Sendung --> KLICK

Mittwoch, 21. November 2012

Das Leben mit Diabetes

Gleich mal eine Tafel Schokolade essen oder ein halbes Glas Pflaumenmus - für Herbert Habich war das früher kein Problem. Doch früher, das ist lange her, mittlerweile ist viel passiert im Leben des 58-jährigen Mannes aus Zöllschen (Saalkreis). Denn heute muss er unbedingt seinen Zuckerwert im Blick haben. Und das nicht von ungefähr: Wer die Leidensgeschichte des Mannes hört, kann möglicherweise gut verstehen, wie wichtig es ist, auf den Zucker zu achten. Dem gelernten Maschinenbaumechaniker mussten nämlich beide Unterschenkel amputiert werden. Den linken erst im Sommer dieses Jahres.

Doch der Reihe nach. Nach der 10. Klasse, der Lehre und dem Armeedienst begann Herbert Habich im Werkschutz in Leuna, 22 Jahre ging er regelmäßig seiner Arbeit nach, war dann vier Jahre in der Justizvollzugsanstalt in Naumburg tätig bevor es ihn 2004 auf bundesweite Montage zog. Der Mann mit den acht Kindern und sechs Enkeln kennt sich aus mit Rohrleitungen verlegen, dem Fensterbau oder auch mit dem Schweißen. Keine Frage, wenn es die Gesundheit erlaubt hätte, Herbert Habich würde heute noch auf Montage arbeiten. Aber es sollte anders kommen.

Seine Geschichte beginnt an einem warmen Tag im Februar 1999. "Wir haben ein Dach abgedeckt, plötzlich schwenkte das Wetter um, es hagelte, wurde bitterkalt. Ich schwitzte, war durchnässt, hab' mir nichts gedacht und arbeitete weiter", erzählt er. Nach drei Tagen stellt sich ein, was wahrscheinlich bei allen passieren würde: Husten, Schnupfen. Der wurde immer schlimmer, bald spuckte er Blut beim Abhusten. Der Hausarzt diagnostizierte einen grippalen Infekt, verschrieb Medikamente. Die aber nicht halfen, er verlor das Bewusstsein, wurde ins Krankenhaus eingeliefert - doppelseitige Lungenentzündung, hieß es. Bei den Untersuchungen stellten die Ärzte fest, dass der Zuckerwert entschieden zu hoch war. Wieder Tabletten, die wieder nicht anschlugen, Herbert Habich musste sich spritzen. Dreimal am Tag. Auch damit hätte er gut leben können, doch das war leider noch nicht alles: Am rechten Zeh kam es zu einer Geschwulstbildung, im Volksmund Überbein genannt. Sein Leben geriet mehr und mehr aus den Fugen - irgendwann musste der rechte Unterschenkel amputiert werden, später der linke. Und zu allem Unglück wurden auch noch vier Bypässe gelegt. Hinzu kommt, dass er dreimal in der Woche nach Leipzig gefahren wird, wo er an der Dialyse angeschlossen wird. Früh gegen 10 Uhr geht es los, am späten Nachmittag ist er zurück. Seine Frau Ermelinde sieht es gelassen: "Man muss das Beste draus machen." Sie bedauert nur, dass ihr Mann nicht eher von dem Diabetologen Karsten Milek in Hohenmölsen behandelt wurde. "Die guten Ärzte kriegt man eben immer zum Schluss", ergänzt sie. Es sei ihrer Meinung nach von den anderen Medizinern zu viel herumexperimentiert worden. 

Doch Herbert Habich fällt nicht in ein seelisches Loch, seine Familie fängt ihn auf. Da ist Tochter Elke und auch die Söhne Ralf und Maik sind zur Stelle. Das Haus wurde mit einem großen Aufwand umgebaut, damit ihr Vater mit dem Rollstuhl überall hinkommt. "Von uns ist immer jemand dabei, wenn er mit dem Rollstuhl auf der Straße fährt", erzählt die Tochter. Doch es sei gefährlich, viele Fahrzeugbesitzer nehmen keine Rücksicht und düsen haarscharf am Rollstuhl vorbei. Und dennoch, der Mann, mit dem es das Leben nicht so gut meint, ist gut drauf: "So schlecht es mir auch ergangen ist, meinen Humor habe ich nicht verloren." Süßes essen? "Nee, nee, geht nicht. Wir haben die Ernährung umgestellt", ergänzt er und meint lächelnd: "Noch kann ich zappeln." 

Artikel von Klaus-Dieter Kunick erschienen bei mz-web.de am  11.11.2012

Montag, 19. November 2012

Das Krebsrisiko steigt mit jedem Glas Alkohol

Artikel bei focus.de am 07.10.2012, lesen --> KLICK

Samstag, 17. November 2012

Diabetes Typ 1: Sport ist nicht Mord

Artikel erschienen bei tagesspiegel.de am 22.10.2012, lesen --> KLICK

Donnerstag, 15. November 2012

Wie Sport um Jahre verjüngt

Artikel erschienen bei focus.de am 14.10.2012, lesen --> KLICK

Montag, 12. November 2012

Diabetikern die Angst vor der Spritze nehmen

Beitrag erschienen bei welt.de am 08.10.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 9. November 2012

Veranstaltung zum Weltdiabetestag am 18.11. in Berlin: Diskutieren, Promis treffen, Walken und Tanzen

Unter der Schirmherrschaft von Daniel Bahr: Der Weltdiabetestag am 18. November 2012 in Berlin

Über Diabetes diskutieren, Promis treffen, Walken und Tanzen

Berlin – Unter dem Motto: „Mit Diabetes leben: Besser informiert – weniger Sorgen“ lädt diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe alle Interessierten am Sonntag, dem 18. November 2012, von 10.00 bis 16.00 Uhr ins Internationale Congress Centrum (ICC) nach Berlin ein. Am und um den Weltdiabetestag am 14. November finden jährlich in vielen Ländern Informationsveranstaltungen statt. diabetesDE organisiert die zentrale Veranstaltung in Deutschland bereits zum vierten Mal. Über 30 Fachexperten halten Vorträge und beantworten Fragen. Aktionen mit Prominenten rund um Ernährung und Bewegung motivieren die Besucher zum Mitmachen.

Die Erkrankung Diabetes mellitus, ihre Therapie, Ernährung, Bewegung und Soziales stehen bei der zentralen Veranstaltung im ICC am 18. November 2012 im Mittelpunkt. Nach der Eröffnung durch Professor Dr. med. Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M), beginnen die Vorträge und Symposien: „Keine Diabetiker-Lebensmittel mehr – was nun?“ und „Welche Diät hilft wirklich gegen Übergewicht?“, fragen sich viele Menschen mit Diabetes. Michaela Berger und Marion Bohl informieren über diese Ernährungsthemen. Diabetes kann sowohl kleine Kinder, Heranwachsende, aber auch ältere Menschen treffen: In den Vorträgen „Das zuckerkranke Kind“, „Diabetes und Pubertät“ und „Diabetes im Alter“ gehen Experten auf die speziellen Bedürfnisse dieser Altersgruppen ein. Darüber hinaus stehen Themen wie „Beruf und Schwerbehinderung“ oder „Moderne Selbsthilfe: Social Media“ auf dem Programm.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Schirmherrschaft übernommen, in seinem Grußwort sagt er: „diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe steht den Menschen im Kampf gegen eine der bedeutendsten Volkskrankheiten unserer Zeit beiseite. Durch Aufklärung trägt sie dazu bei, Diabetes Typ-2 zu vermeiden. Unterstützt durch eine Vielzahl von engagierten Menschen aus verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft, leistet diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe einen wichtigen Beitrag zu einem gesünderen Deutschland.“

Auf der Veranstaltung laden verschiedene Prominente, teilweise selbst an Diabetes mellitus erkrankt, die Besucher zum Diskutieren und Mitmachen ein. So leitet ZDF-Moderatorin Andrea Ballschuh die Diskussionsrunde „Arzt-Patienten-Beziehung, was wünscht sich der Betroffene, was sein Therapeut?“. Anja Renfordt, Kickbox-Weltmeisterin und Typ-1-Diabetikerin, stellt ihren Diabetes-Spürhund Candy vor. Ernährungscoach und Bestsellerautor Patric Heizmann („Ich bin dann mal schlank“) präsentiert eine einstündige Ernährungs-Show. Food-Journalistin und TV-Moderatorin Dagmar von Cramm gibt Ernährungstipps bei Diabetes Typ 2. Erfolgsautorin Tania Krätschmar („Die Wellentänzerin“) liest die besten Geschichten des „Diabetes-Krimi-Wettbewerbs“ vor. In einer Koch-Show zeigent TV-Koch Armin Rossmeier und Hans Lauber, wie Menschen mit Diabetes schnelle und einfache Gerichte zubereiten können. Ein begleitendes Programm unterhält Kinder mit einer Bastelecke und Bewegungsparcours: Dimo Wache, Ex-Torhüter Mainz 05 und selbst an Typ-1-Diabetiker, sorgt für Spiel und Spaß am Ball.

Zumba-Tanzlehrerin Nadja Rogge zeigt, wie viel Freude auch ältere oder übergewichtige Menschen an Bewegung zu temperamentvoller südamerikanischer Musik haben können, ohne komplizierte Schrittfolgen lernen zu müssen. Mit flotten Rhythmen bittet außerdem „Swingtime“, die Big Band des Heinz-Berggruen-Gymnasiums, aufs Parkett.
Zahlreiche Aussteller informieren die Besucher unter anderem über neueste Produkte zum Blutzuckermessen und Insulinspritzen und bieten kostenlos Blutzucker-, Fett- und Body-Mass-Index (BMI) -Messungen an.

Höhepunkt des Rahmenprogrammes ist ein von Novo Nordisk, Omron und der DAK unterstützter Walk um 13.00 Uhr für den guten Zweck. Nach dem Motto „Jeder Schritt zählt“ werden Euros für das diabetesDE-Spendenprojekt „Ferienfreizeiten für Kinder mit Typ 1 Diabetes“ gesammelt. Gleichzeitig tun die Teilnehmer etwas für das Senken ihres Blutzuckerspiegels. Die ersten 100 Teilnehmer erhalten einen Schrittzähler und ein blaues T-Shirt gratis.

Der Eintritt zur Veranstaltung und zum Walk ist frei.

Weitere Informationen und das aktuelle Programm finden Interessierte unter http://weltdiabetestag.diabetesde.org/

Ihre Kontakte für Rückfragen:
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Nicole Mattig-Fabian (Geschäftsführung)
Reinhardtstraße 31
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 201 677-12Fax: +49 (0)30 201 677-20E-Mail:  mattig-fabian@diabetesde.org

Quelle: Pressemeldung diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe vom 28.9.2012

Dienstag, 6. November 2012

Mit diesen Tricks besiegen Sie den inneren Schweinehund

Artikel erschienen bei focus.de, lesen --> KLICK
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So lebt es sich gesünder: Mit diesen Tricks besiegen Sie den inneren Schweinehund - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/vorsorge/so-lebt-es-sich-gesuender-mit-diesen-tricks-besiegen-sie-den-inneren-schweinehund_aid_823578.html

Samstag, 3. November 2012

Viel Sport für dicke Kinder

Beitrag erschienen bei berliner-zeitung.de am 18.09.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Wenn Darmbakterien dick machen

Artikel erschienen bei focus.de am 18.09.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 28. Oktober 2012

Amputationen bei Diabetes mellitus

Das Gehirn erinnert sich fehlender Gliedmaßen

Schmerzforscher der Uni Jena finden anatomische Veränderungen im Gehirn von Amputierten

Phantomschmerzen können Patienten das Leben zur Hölle machen. Nahezu jeder Patient berichtet nach einer Amputation von sogenannten Phantomsensationen. Diese Empfindungen können von leichter Intensität sein, etwa in Form von Wetterfühligkeit, aber auch so heftig, dass manche Patienten als letzten Ausweg den Suizid in Erwägung ziehen.

Es handele sich keineswegs um ein singuläres Phänomen, sagt Prof. Dr. Thomas Weiß von der Universität Jena. Immerhin verlieren in Deutschland jedes Jahr etwa 100.000 Menschen Gliedmaßen durch Amputation. Ursachen sind Unfälle, Krebs oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.

Weiß leitet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Erforschung von Phantomschmerzen am Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie von Prof. Dr. Wolfgang H. R. Miltner. In einem gerade beendeten Projekt hat die Arbeitsgruppe untersucht, ob es anatomische Veränderungen im Gehirn von Amputierten gibt.

"Wir konnten zeigen, dass nach einer Amputation das Volumen in Kortexarealen zunimmt, die dem dorsalen und ventralen visuellen Pfaden zugerechnet werden", sagt Dr. Sandra Preißler von der Arbeitsgruppe um Prof. Weiß. Erklären lässt sich dieser Befund mit der Tatsache, dass Patienten mit einer Prothese bestimmte Bewegungsabläufe visuell kontrollieren bzw. steuern müssen, die ein gesunder Mensch automatisiert verrichtet. Interessanterweise fällt diese Volumenzunahme bei Patienten mit starken Phantomschmerzen geringer aus, sagt Preißler. Thomas Weiß vermutet einen Zusammenhang mit der Prothesennutzung: "Patienten, die ihre Prothese oft tragen und benutzen, trainieren zugleich die für das Visuelle zuständigen Hirnareale."

Insgesamt 28 Patienten nahmen an der Studie teil. Darunter waren Schmerzpatienten und Patienten mit leichten oder ohne Beschwerden. Die Gehirnscans wurden per hochauflösendem Magnet-Resonanz-Tomographen erstellt. Wie Prof. Weiß erläutert, konnten die Jenaer Wissenschaftler auch nachweisen, dass die durch den Verlust einer Hand oder eines Armes freiwerdenden Hirnareale von ihren Nachbarstrukturen "erobert" werden. Offensichtlich greife hier jener evolutionäre Effekt, der beispielsweise die Steuerungs-Areale der Spielhand von Violinisten wachsen lässt.

Sandra Preißler, die gemeinsam mit Johanna Feiler für die Hirn-Scans der Probanden verantwortlich zeichnete, hat ein anschauliches Bild für dieses Phänomen gefunden: "Es ist zu vergleichen mit einer Wiese, die nicht mehr gepflegt und nun von den umgebenden Gebüschen zurückerobert wird." Thomas Weiß konstatiert, dass dieser Effekt ein Beleg für die hohe Dynamik des Systems Gehirn ist. Noch sei keine therapeutische Relevanz der Forschungsergebnisse gegeben, sagt Weiß. Doch die Forschung geht weiter.
Gefördert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung wollen die Jenaer Wissenschaftler in ihrer aktuellen Studie Bein- und Fußamputierte einbeziehen. Gesucht werden Patienten, die möglichst aus der Region kommen.  Interessierte können sich bei Dr. Sandra Preißler anmelden, Telefon 03641-945157, E-Mail s.preissler@uni-jena.de.

Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erschienen am 13.09.2012

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gesundheitsgefahr in Wurst und Käse

Beitrag erschienen bei focus.de am 25.09.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Diabetes ohne oGTT oft unerkannt

Artikel von Christine Starostzik, erschienen bei aerztezeitung.de am 14.09.2012, lesen --> LINK

Montag, 22. Oktober 2012

Nur jeder zehnte Deutsche lebt richtig gesund

Beitrag erschienen bei focus.de am 05.10.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 21. Oktober 2012

Das neue Ärztehaus am Asklepios-Klinikum in Weißenfels ist eröffnet



Foto: Peter Uske
Weiβenfels * Karsten Milek freut sich an diesem Mittwoch ganz besonders über die offizielle Eröffnung des Ärztehauses am Asklepios-Klinikum in Weiβenfels. Schlieβlich war der Arzt der erste Mieter, der vor Wochen eingezogen ist. Da war er für einige Zeit ganz allein in dem 1400 Quadratmeter groβem Haus.
„Das war schon ein eigenartiges Gefühl“, gibt der Mann heute lachend zu. Aber er bekommt dadurch auch hautnah mit, was in dem 2,3 Millionen teuren Objekt heranwächst. „Wenn ich mit dem Fahrstuhl hinaufgefahren bin, habe ich gesehen, wie nach und nach die anderen Mieter einziehen“, erinnert er sich noch gut. Milek merkt auch, was dort zusammenwächst. Er erzählt von Gesprächen zwischen den Fachleuten und von tatsächlich kurzen Wegen. So schickt er die Post nun nicht mehr an das Krankenhaus, sondern wirft sie nebenan in den Briefkasten. Er lobt auch das architektonische Konzept seiner Praxis. Dieses und eben die kurzen Wege hätten bereits gezeigt, dass er und seine Mitarbeiter schneller fertig würden. Das ist aber noch nicht alles. Milek, der in Hohenmölsen eine Praxis hat, kennt das Gefühl, ein Einzelkämpfer zu sein. „Hier herrscht Gemeinsamkeit“, sagt er und betont aber gleichzeitig, dass Hohenmölsen ein Standort bleiben wird.

Uwe Bauer, Geschäftsführer des Asklepios-Klinikums Weiβenfels, hat ebenfalls nur lobende Worte. Er spricht von einem geschaffenen Komfort für Patienten, der zugleich die Versorgungsstufen einspare. „Das Haus wird den Standort Weiβenfels erheblich festigen und neue Angebote etablieren: sagt er. Uwe Bauer blickt aber auch auf die Chronologie zurück. Ab dem Jahr 2003 sei die Idee zu diesem Pilotprojekt für Weiβenfels geboren. Drei Jahre später habe die Planungsphase begonnen. 2011 wird das Richtfest gefeiert und nun bereits die Eröffnung. „Es ist schneller vorangegeangen, als wir dachten“, so Bauer. Denn eigentlich sollte der Schlüssel erst offiziell Ende diesen Jahres offiziell umgedreht werden können, aber offenbar haben die Handwerker zügig gearbeitet. Leerstand gibt es in dem barrierefreien Haus nicht. Alle Bereiche sind bereits vermietet, ein Groβteil bereits eingerichtet.

Von den Worten Bauers bekommt zu dieser Stunde Hans-Joachim Rauch nicht viel mit. Er steht in seinem Sanitätsgeschäft für die Kunden bereit. Für Rauch haben sich übrigens seine Wünsche, die er schon während des Richtfestes gehabt hat, erfüllt. „Es ist super geworden“ sagt er. „Seit vier Wochen bin ich hier und fühle mich wohl“, so der Fachmann wieter. Er sieht sich und sein Angebot neben der typischen Ware eines Sanitätshauses als ergänzendes Sortiment zu den anderen Mietern. Hans-Joachim Rauch meint damit beispielsweise die Bademäntel und Nachtwäsche, die in seinem Verkaufsraum hängen. Die sind unter anderem für Patienten bestimmt, die unvorbereitet in das Krankenhaus eingeliefert werden. Oder eben aber auch Pflegeutensilien, falls einer der Menschen als Pflegefall die Einrichtung verlassen muss und auf kurzem Wege diese Sachen benötigt. „Auβerdem wollen wir hier den Patienten beratend zur Seite stehen“, so der Mann, der mit diesem Geschäft nun drei Standbeine seines Unternehmens hat.

Angebot: Im Ärztehaus am Klinikum Weiβenfels sind ansässig: Hausarzt- und Diabetologische Schwerpunktpraxis Karsten Milek, Kranken- und Altenpflege Christine Keller, Anästhesiologie Monika Schedewi, Facharzt für Hals-, Nasen-Ohren, Schlafmedizin und Allergologie Kay Andrä, Sanitätshaus Karl Fischer, Logopädische Praxis Sebastian Schmidt, Neurochirurgie Stefan Welschehold, Aesculap-Apotheke A. Wille. Einziehen werden Internistin Kerstin Kittel und Augenärztin Stefanie Andrä.

Artikel von Andrea Hamann, erschienen in der Mitteldeutschen Zeitung am 18.10.2012

Samstag, 20. Oktober 2012

Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich

Frühstücksflocken, die für Kinder vermarktet werden, sind fast ausnahmslos überzuckert und erfüllen nicht die Ansprüche an ein kindgerechtes Frühstück. Das zeigt ein foodwatch-Marktcheck von 143 Produkten, die in Aufmachung und Werbung gezielt Kinder ansprechen. In jeder zweiten Packung stecken mindestens 30 Prozent Zucker.


Frühstücksflocken, die für Kinder vermarktet werden, sind fast ausnahmslos überzuckert und erfüllen nicht die Ansprüche an ein kindgerechtes Frühstück. Das zeigt ein foodwatch-Marktcheck von 143 Produkten, die in Aufmachung und Werbung gezielt Kinder ansprechen. In jeder zweiten Packung stecken mindestens 30 Prozent Zucker.

Cookie Crisp, Smacks und Co.: Im Supermarktregal stapeln sich die knallbunten Packungen von Kinder-Frühstücksflocken. In einem umfangreichen Marktcheck hat foodwatch 143 verschiedene Sorten, die gezielt für Kinder vermarktet werden, unter die Lupe genommen – und nicht einmal 6 Prozent weisen einen Zuckergehalt von unter 10 Prozent auf. Rund 85 Prozent der untersuchten Produkte haben einen Zuckergehalt von mindestens 20 Prozent. In jeder zweiten Packung stecken sogar mindestens 30 Prozent Zucker. Viele Flocken sind damit zuckriger als Kuchen oder Schokokekse. Die so genannten „Cerealien“ für Kinder sind also vor allem eines: Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich und kein geeignetes Frühstück für Kinder.

Spielzeug für die Kleinen, Vitamine für die Großen
Getreideflocken könnten eigentlich ein kindgerechtes, ausgewogenes Produkt sein. Doch die Lebensmittelindustrie hat daraus ein billiges Gemisch aus Mehlpampe und Zucker gemacht, mit dem Kinder schon am Frühstückstisch auf einen süßen Geschmack geprägt werden. Nestlé, Kellogg’s und Co. locken die Kleinsten mit Comicfiguren, Gewinnspielen und Spielzeugbeigaben – und Eltern mit dem Versprechen auf gesunde Vitamine und Vollkorngetreide. Für die Industrie sind die Flocken mit der billigen Zutat Zucker ein einträgliches Geschäft – für die Gesundheit unserer Kinder jedoch fatal. Bereits jetzt gelten 15 Prozent der Kinder in Deutschland als zu dick, 6 Prozent sogar als fettleibig (adipös).
foodwatch fordert Zuckergrenze
foodwatch fordert deshalb klare gesetzliche Mindestanforderungen für Kinder-Frühstücksflocken: Nur noch solche Produkte, die maximal 10 Prozent Zucker enthalten, dürfen an Kinder vermarktet werden. Diese Zuckergrenze muss gesetzlich festgelegt werden – denn von sich aus werden die Hersteller nicht aufhören, Kinder mit Zuckerbomben zu ködern. Im Gegenteil. Nestlé-Chef Gerhard Berssenbrügge entgegnet der Kritik an den Zuckerflocken: „Ich kann Sie beruhigen: Unsere Frühstücks-Cerealien sind keine Süßigkeiten, sondern ein vollwertiger Start in den Tag.“ Der foodwatch-Marktcheck zeigt jedoch: Es gibt keine einzige Sorte Kinder-Frühstücksflocken im ganzen Nestlé-Sortiment, die weniger als 30 Prozent Zucker enthält – sogar Schokokekse und Kuchen sind da „ausgewogener“.
Bio = besser?
Auch im Bio-Bereich haben fast 60 Prozent der Flocken einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent. Hersteller dennree beispielsweise gibt die Menge an Zucker nicht einmal auf der Packung an. Gleichzeitig zeigen aber vor allem Bio-Produzenten: Es ist möglich, ausgewogene Frühstücksflocken für Kinder mit weniger als 10 Prozent Zucker anzubieten.
Was Nestlé vormacht, macht Lidl nach
Gerade die großen Markenhersteller tragen hier eine besondere Verantwortung. Der foodwatch-Test zeigt: Zwar sind auch die Eigenmarken der Supermarkt-Ketten oft wahre Zuckerbomben. Allerdings imitieren Aldi, Lidl und Co. mit ihren Flocken häufig die Produkte der Markenhersteller. Die großen Marken prägen mit ihren Produkten den Markt und geben vor, was kleinere Hersteller und Handelsmarken dann kopieren: Was Nestlé mit seinen zuckrigen „Cini Minis“ vormacht, macht Lidl mit den „Zimtinos“ nach. 
In einer E-Mail-Aktion fordert foodwatch Nestlé auf, seiner Verantwortung als einer der größten Hersteller gerecht zu werden und keine Zuckerbomben mehr als geeignet für Kinder zu bewerben.

Mitteilung von foodwatch, erschienen am 24.09.2012



Donnerstag, 18. Oktober 2012

Diabetes trifft meist Menschen in Ost-Deutschland

Beitrag erschienen bei focus.de am 25.09.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Vorhofflimmern: Verkanntes Risiko

Artikel von Daniela Pichleritsch, erschienen im Diabetes Ratgeber am 14.09.201, lesen --> LINK

Montag, 15. Oktober 2012

Fünf Tipps für die gesunde Nachtruhe

Artikel erschienen bei focus.de am 01.08.2012, lesen --> KLICK

Samstag, 13. Oktober 2012

Vorboten für Diabetes Typ 2

Artikel bei fr-online.de, erschienen am 27.09.2012, lesen --> LINK

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Gegen Diabetes ist ein Kraut gewachsen

Artikel von Stefanie Liedtke, erschienen bei fnp.de am 13. September 2012, lesen --> LINK

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Die geheime Macht der Darmbakterien

Artikel erschienen bei focus.de am 11.09.2012, lesen --> KLICK
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Angst, Depression und Stress: Die geheime Macht der Darmbakterien - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/darm/tid-27253/die-geheime-macht-der-darmbakterien-1-wie-die-darmflora-unser-verhalten-beeinflusst_aid_816300.html

Montag, 8. Oktober 2012

Diabetes als Spätfolge einer Strahlentherapie

Bisher wurde die Bauchspeicheldrüse als relativ strahlenresistent angesehen. So führen die französischen und britischen Leitlinien das Pankreas nicht als Risikoorgan einer Strahlentherapie an. Eine neue Studie weist jetzt erstmals eine Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen einer Bestrahlung in der Kindheit und dem Auftreten eines Diabetes nach (1). Diese wurde unter der Leitung von Florent de Vathaire, INSERM, Villejuif, Frankreich an Patienten aus Frankreich und Großbritannien durchgeführt, die in der Kindheit wegen eines Neuroblastoms, eines Wilms-Tumors (=Nephroblastoms) oder eines Hodgkin-Lymphoms eine abdominale oder Ganzkörper-Bestrahlung als Teil des Therapiekonzepts erhalten hatten. Sie wurden im Mittel 28 Jahre nachbeobachtet. Der Diabetes trat selten vor dem 20. Lebensjahr auf, dann erfolgte ein steiler Anstieg. Mit 45 Jahren hatten 6.6% der bestrahlten und nur 2.3% der Kontrollpersonen einen Diabetes entwickelt (p=0.0003). Der Effekt war abhängig von der Strahlendosis. Er war besonders ausgeprägt, wenn die inselzellreiche Pankreasschwanzregion einer Strahlenbelastung ausgesetzt war. Etwa die Hälfte der Patienten wurde mit oralen Antidiabetika behandelt, und ungefähr je ¼ mit Insulin allein oder kombiniert mit beiden. 

Schon in der „Childhood Cancer Survivor Study“ in den USA (2) war eine Diabeteshäufung bei in der Kindheit bestrahlten Personen gefunden worden: Nach Strahlentherapie war ein Diabetes bei Neuroblastom-Patienten 7x, bei Wilms-Tumoren oder Hodgkin-Lymphomen 2x häufiger als bei ihren nicht bestrahlten Geschwistern. Die Dosis-Wirkungsrelation in der neuen Studie (1) spricht jetzt für eine Kausalität.

Kommentar: Das Pankreas muss nach diesen Befunden als ein vor allem in der Kindheit strahlensensibles Organ angesehen werden. Ein Screening auf Diabetes ist nach Bestrahlung im frühen Alter spätestens ab dem 20. Lebensjahr in die Nachkontrollen einzubeziehen. In Deutschland betreffen Neuroblastome etwa 8% aller Krebsformen im Kindes- und Jugendalter, das sind ~140 Kinder pro Jahr, Wilms-Tumoren stellen ~6-10% aller bösartigen Tumoren in diesem Lebensabschnitt dar.

Literatur:
(1) Lancet Oncology, published online August 22, 2012
(2) Arch Intern Med, 2009. 169: 1381-1388


Publiziert von Prof. Helmut Schatz  im Blog der DGE am 24.08.2012

Sonntag, 7. Oktober 2012

Keine Impotenz durch Blutdrucksenker

Für Erektionsstörungen sind eher kranke Gefäße von Diabetikern, Übergewichtigen und Rauchern verantwortlich

Einen sicheren Zusammenhang zwischen Blutdrucksenkern und Erektionsstörungen lässt sich nicht herstellen - entgegen einer unter betroffenen Männern weit verbreiteten Annahme. "Kommt es zu einer sogenannten erektilen Dysfunktion, sollten Männer das Warnsignal richtig deuten", meint der Bremer Kardiologe, Dr. Erhard König. Denn nicht nur Psyche, Nervensystem und Hormone seien an der Aufrechterhaltung einer Erektion beteiligt, sondern auch eine intakte Gefäßfunktion.

"Erektionsstörungen können definitiv ein Hinweis auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Betroffene sollten sich unmittelbar ärztlichen Rat einholen", meint König. Der Grund: Erektionsstörungen und Herzkreislaufkrankheiten haben viele Gemeinsamkeiten. Sie treten im Alter häufiger auf. Rauchen, Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck verstärken das Risiko. "Die Ursache bei beiden Erkrankungen kann eine Durchblutungsstörung sein. Insofern sind Erektionsstörungen oft ein Vorläufer für Herzinfarkt oder Schlaganfall", erklärt König. Eine Fehlfunktion der Gefäßinnenhaut verhindere dabei die Erektion und sei in der Regel die Vorstufe einer Gefäßerkrankung.

Wissenschaftliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer sogenannten erektilen Dysfunktion und Bluthochdruck belegen können. Entstehende Gefäßverkalkungen, wirken sich eben nicht nur negativ auf Herz und Kreislauf aus, sondern können auch die Durchblutung der Blutgefäße im Penis beeinträchtigen. König weiter: "Eine individuelle medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks ist geboten und löst dennoch nach meiner Erfahrung bei männlichen Patienten Bedenken aus. Sie befürchten wegen der blutdrucksenkenden Wirkung der Arzneimittel eine Beeinträchtigung ihres Sexualverhaltens." Dabei sei es in der Regel gerade umgekehrt: Die Durchblutungsstörung ist die Ursache der Erektionsstörung, nicht ein blutdrucksenkender Wirkstoff.

Dies bestätigen Studien, denen zufolge ein sicherer Zusammenhang zwischen Blutdrucksenkern und Erektionsfähigkeit nicht zu erbringen war. Blutdrucksenker wirken sehr unterschiedlich: Weil Betablocker die Gefäßerweiterung hemmen, wird häufig eine Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit vermutet. Der Bremer Kardiologe weiß aber: "Es hat sich gezeigt, dass bei der Einnahme von Betablockern tatsächlich nur geringfügig mehr erektile Dysfunktionen auftreten." Über die Wirkung von Diuretika - also Medikamenten mit harntreibender Funktion, die ebenfalls blutdrucksenkend wirken - gibt es nur wenig belastbare Aussagen. "Zwar war nach zwölf Monaten der Einnahme eine signifikante Verschlechterung nachweisbar. Nach 24 Monaten allerdings bereits nicht mehr", erklärt König weiter. Bei den sogenannten Kalziumantagonisten wie Amlodipin konnte in klinischen Studien kein derartiger Effekt bestätigt werden. Eher positiv wirkten sich gar ACE-Hemmer wie Ramipril aus. Sie senken den Blutdruck und sorgen so für eine Entspannung der Gefäße, was wiederum die Erektionsfunktion begünstigt.

Erhard König empfiehlt deswegen: "In jeder Hinsicht lohnt es sich, Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck durch gesundheitsbewusstes Verhalten positiv zu beeinflussen. Regelmäßiger Ausdauersport wie Walking, ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und ein Abschied von der Zigarette helfen, Blutgefäße gesund zu erhalten und können damit auch Erektionsstörungen vorbeugen."

Pressemitteilung Kardiologisch-Angiologische Praxis Herzzentrum Bremen vom 28.08.2012

Samstag, 6. Oktober 2012

Erforschung der Volkskrankheit Diabetes intensivieren

Zunahme von Typ-2-Diabeteserkrankungen nicht allein durch Übergewicht zu erklären

Seit 1998 ist die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland insgesamt unverändert, die der adipösen Männer und Frauen leicht gestiegen. Im gleichen Zeitraum kam es zu einer deutlichen Zunahme von Erkrankungen mit Typ-2-Diabetes mellitus, wie eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts belegt. Dieser Diabetes-Anstieg entspricht nicht dem Mehr an adipösen Menschen in unserer Gesellschaft, stellt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fest.

"Übergewicht und Bewegungsmangel sind demnach nicht die alleinige Ursache für den Diabetes-Anstieg", betont DDG Präsident Professor Dr. med. Stephan Matthaei aus Quakenbrück. Um weitere Risikofaktoren zu erkennen und ihnen zu begegnen, müsse die Forschung intensiviert werden.

Die "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" des Robert Koch-Instituts kam zu dem Schluss, dass der Anteil der Übergewichtigen und adipösen Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 25 kg/m2 im Zeitraum 1998 bis 2012 mit 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen gleich geblieben ist. Gleichzeitig stieg in diesem Zeitraum der Anteil der adipösen Männer mit einem Body-Mass-Index größer als 30 kg/m2 von 19 auf 23 Prozent, der Anteil der fettleibigen Frauen von 23 auf 24 Prozent leicht an.

Ungleich dramatischer stellt sich für diesen Zeitkorridor die Zunahme von Erkrankungen an Diabetes mellitus Typ 2 dar: Die Zahl der Menschen mit erkanntem Diabetes mellitus stieg von 1998 bis 2012 von 5,2 auf 7,2 Prozent der Bevölkerung. Dies entspricht weit über einer Million mehr Menschen mit Diabetes - obwohl der Anteil der sportlich aktiven Menschen ebenfalls deutlich zunahm. Insgesamt sind in Deutschland nach der RKI-Studie 5,9 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, wenn man die noch unerkannten Patienten mitberücksichtigt. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2030 weiter rasant um 1,5 Millionen alleine bei den 55- bis 74-Jährigen steigen, wie epidemiologische Schätzungen kürzlich zeigten.

"Ausgewogene Ernährung und Bewegung sind zwar sehr wichtig", betont DDG Pressesprecher Professor Dr. med. Andreas Fritsche aus Tübingen. "Die Zahlen zeigen jedoch, dass ein Großteil der Neuerkrankungen an Diabetes mellitus nicht alleine auf die bekannten Risikofaktoren Übergewicht oder Bewegungsmangel zurückgeführt werden kann." Es gebe Menschen, die nicht übergewichtig sind und trotzdem an Diabetes Typ 2 erkranken. "Umgekehrt bekommt nicht jeder, der übergewichtig ist, automatisch Diabetes", so Fritsche. "Auch die Alterung der Bevölkerung erklärt den starken Anstieg der Diabeteshäufigkeit nur zu einem kleinen Teil, der sich auf 14 Prozent beläuft."

Die DDG plädiert daher dafür, die Erforschung der Volkskrankheit Diabetes zu intensivieren. Neue wissenschaftliche Ergebnisse deuten darauf hin, dass unter anderem Art und Verteilung des Körperfetts, die Leber, genetische Merkmale und eine verminderte Insulinwirkung die Entstehung von Diabetes stark beeinflussen. "Wir müssen neue Wege in Prävention und Therapie gehen, um die Diabetes-Epidemie in den Griff zu bekommen", betont Professor Matthaei. "Es zeichnet sich ab, dass wir noch passgenauere, individuelle Maßnahmen in der Lebensstilberatung und bei der Ernährungsumstellung benötigen."

Quellen

 Pressemitteilung der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 28.08.2012

Freitag, 5. Oktober 2012

Richtige Farbe der Fettzellen - geringeres Diabetesrisiko

Wie "beiges" Fett Pfunde purzeln lässt

Wissenschaftler der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried haben einen Signalweg entschlüsselt, der die Verbrennung von Körperfett ankurbeln könnte. Mäuse sind deutlich schlanker und verfügen über mehr der begehrten braunen und beigen Fettzellen, die Energie in Wärme umwandeln, wenn ihnen ein Signalschalter, der VASP genannt wird, fehlt. Damit könnte sich ein neuer Weg in der Bekämpfung der Fettleibigkeit abzeichnen. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des renommierten Journals "Science Signaling" vor, das am 28. August erscheint.

Die Zahl der fettleibigen Menschen nimmt durch Bewegungsmangel, aber auch genetische Faktoren, weltweit stark zu - mit absehbar großen gesundheitlichen Folgen. Mit dem Übergewicht steigt das Risiko, etwa an Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Arteriosklerose zu erkranken. "Die Fettreserven dienen eigentlich als Energiespeicher, um magere Zeiten zu überstehen", sagt Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn. "Doch heutzutage muss in den Industrienationen kaum mehr ein Mensch solche Hungerphasen durchmachen."

Ein Signalweg kurbelt die Fettverbrennung im Körper an

Da viele Menschen mit der Nahrung mehr Energie aufnehmen, als sie verbrennen können, ist der Traum von einer Wunderpille verbreitet, die das Fett einfach abschmelzen lässt. Wissenschaftler um Prof. Pfeifer haben nun mit Kollegen der Epileptologie und des Pharma-Zentrums der Universität Bonn zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried einen Signalweg im Stoffwechsel von Mäusen entschlüsselt, der die Verbrennung im Körper der Nager tatsächlich ordentlich ankurbelt.
"Die Wissenschaft unterscheidet drei verschiedene Arten von Fett", berichtet Prof. Pfeifer. Das weiße Fett dient als Energiespeicher und steckt in den "Problemzonen" übergewichtiger Menschen. "Hingegen dienen braune Fettzellen als eine Art Heizaggregat", sagt der Pharmakologe. "Sie sorgen bei Säuglingen dafür, dass sie nicht zu sehr auskühlen." Leider kommen die braunen Fettzellen bei Erwachsenen kaum noch vor - bis auf kleine Bereiche am Nacken und entlang der Wirbelsäule. Die dritte Kategorie - die sogenannten "beigen Fettzellen" - sind die Hoffnungsträger der Forscher. "Sie setzen genauso wie die braunen Fettzellen Nahrungsenergie effizient in Wärme um und können sich aus den unerwünschten weißen Fettzellen heraus bilden", erläutert Prof. Pfeifer.

Wie lassen sich weiße Fettzellen in braune oder beige umwandeln?

Im Zentrum der Forschung stand deshalb die Frage: Wie lassen sich an Stelle der weißen Fettzellen möglichst viele braune oder beige herstellen? "Es geht also darum, einen Weg zu finden, weißes Fett zu bräunen - natürlich nicht in der Pfanne, sondern direkt im Körper", bringt es der Pharmakologe der Universität Bonn auf den Punkt. Das Team um Prof. Pfeifer hat bereits in einer 2009 veröffentlichten Studie herausgefunden, dass das braune Fett auf den Botenstoff "cGMP" angewiesen ist. Das gilt nach den neuen Erkenntnissen genauso für das beige Fett. Die Forscher untersuchten nun an den Mäusen, wo das cGMP herkommt und wie es reguliert wird.
Dabei zeigte sich, dass das VAsodilator-Stimulated Phosphoprotein (VASP) eine wichtige Rolle als Schalter in einem Signalweg spielt, der die Bildung brauner und beiger Fettzellen bremst. "Mäuse, bei denen das Gen für die Bildung des VASP ausgeschaltet wurde, verfügen deshalb über aktiveres braunes und beiges Fett", fasst Prof. Pfeifer das Ergebnis der Untersuchungen zusammen. "Diese Tiere sind sehr schlank und verfügen über einen höheren Energieverbrauch." Die Wissenschaftler sehen darin einen potenziellen Ansatzpunkt, energie- und fettzehrende braune Fettzellen zu fördern, wenn ein Hemmstoff für das VASP entwickelt wird.

Hoffnung auf neue Therapien gegen Fettleibigkeit

"Vielleicht könnten wir damit sogar weiße Fettzellen dazu überreden, sich in braunes oder beiges Fett umzuwandeln", sagt der Forscher der Universität Bonn. "Damit würde sich eine sinnvolle Möglichkeit abzeichnen, Fettleibigkeit wirksam zu therapieren." Doch das ist noch Zukunftsmusik. Bislang ist dieser Signalweg nur für die Maus beschrieben. "Es muss sich erst noch zeigen, ob das auch im Menschen gelingt", sagt Prof. Pfeifer. Bislang handele es sich um Grundlagenforschung, die aber neue Wege eröffne.
Publikation: A VASP/Rac/sGC pathway controls cGMP production in adipocytes, "Science Signaling", DOI: 10.1126/scisignal.2002867


Pressemitteilung der  Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 28.08.2012

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Diabetes: Stumme Herzinfarkte häufiger als angenommen

Artikel erschienen bei aerzteblatt.de am 05.09.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Studie zeigt: Fettleibigkeit erhöht das Darmkrebsrisiko

Regelmäßige Darmspiegelung ist eine optimale Vorsorge

Jährlich erkranken rund 70.000 Menschen an Darmkrebs, darunter überdurchschnittlich viele Fettleibige. In einer aktuellen Meta-Analyse konnten koreanische Wissenschaftler nun belegen, dass das Risiko für Darmpolypen bei schwer übergewichtigen Menschen um durchschnittlich 40 Prozent höher ist als bei normalgewichtigen. Um diese frühzeitig erkennen und entfernen zu können, ist eine regelmäßig durchgeführte Darmspiegelung für diese Gruppe besonders wichtig.

Für das Ergebnis haben Wissenschaftler Daten aus insgesamt 25 Studien ausgewertet, an denen mehr als 30.000 Menschen teilgenommen haben. Dabei konnten sie feststellen, dass fettleibige Personen verstärkt dazu neigen, Polypen, eine Vorstufe von Darmkrebs, im Dick- und Enddarm zu entwickeln. Werden die Polypen frühzeitig durch eine Darmspiegelung entdeckt und anschließend entfernt, kann Krebs erst gar nicht entstehen. Die regelmäßige Darmkontrolle ist daher gerade für die Risikogruppe schwer übergewichtiger Menschen essentiell. Eine gründliche Reinigung des Organs im Vorfeld gewährleistet, dass die Untersuchung optimal durchgeführt werden kann: Nur in einem rückstandslos gereinigten Darm hat der Mediziner freie Sicht und kann eventuell vorhandene Unregelmäßigkeiten, wie beispielsweise Darmpolypen, erkennen.

2-Liter-PEG-Lösung: Effektive und schonende Reinigung

Moderne Lösungen in verschiedenen Geschmacksrichtungen (wie z. B. MOVIPREP® in den Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone) helfen dabei, die Darmreinigung so schonend und angenehm wie möglich zu gestalten - ein wichtiges Kriterium für Patienten. So reduziert sich mit Einnahme der sogenannten 2-Liter-PEG-Lösung (Polyethylenglykol mit Ascorbinsäure und Natriumascorbat) die Menge der Lavagelösung von vier auf zwei Liter. Der Patient nimmt am Vorabend und am Morgen der Untersuchung je einen Liter Reinigungslösung und mind. einen halben Liter klare Flüssigkeit, wie zum Beispiel Mineralwasser, zu sich. Die in der Lösung enthaltenen Elektrolyte und die zusätzliche Flüssigkeit sorgen dafür, dass der Körper nicht belastet wird und der Wasserhaushalt ausgeglichen bleibt. 

Krebsrisiko mit Insulinspiegel senken

Als ein Grund für das erhöhte Krebsrisiko Übergewichtiger wird der erhöhte Insulinspiegel vermutet: Durch die Unempfindlichkeit fettleibiger Menschen gegen Insulin produziert die Bauchspeicheldrüse automatisch mehr von dem Hormon. Als Wachstumshormon verfügt Insulin jedoch über das Potenzial, auch das Wachstum von Krebszellen in Gang zu setzen. Eine Ernährungsumstellung auf vollwertige Speisen, Obst und Gemüse kann die Zellen wieder empfindlicher und empfänglicher für Insulin machen. Sport trägt zusätzlich zur Gewichtsreduktion bei, so dass das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, weiter gesenkt werden kann.

Quellen

  • Yeon Ji Lee, Seung-Kwon Myung, BeLong Cho et al.: Adiposity and the risk of colorectal adenomatous polyps: a meta-analysis. In: Cancer Causes and Control Volume 22, Number 7 (2011), 1021-1035.
Pressemitteilung Norgine GmbH vom 28.08.2012

 

Dienstag, 2. Oktober 2012

Psoriasis-Patienten haben ein hohes Diabetes-Risiko

Neue Studienergebnisse auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt Menschen, die an Psoriasis (Schuppenflechte) leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, Diabetes zu entwickeln. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München vorgestellt wurde. 

Insgesamt wurden die Daten von vier Millionen Menschen analysiert, von denen 50.000 Menschen eine Psoriasis entwickelten und ab diesem Zeitpunkt 13 Jahre lang beobachtet wurden. Das Diabetes-Risiko steigt bei Psoriasis-Betroffenen mit dem Schweregrad der Erkrankung, zeigte die aktuelle Studie: Wer eine milde Form der Psoriasis hat, hat ein um 50 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken als Menschen ohne diese Hautkrankheit (6,93 vs. 3,67 neue Diabetes-Fälle pro 1000 beobachtete Patientenjahre), bei schweren Psoriasis-Formen steigt das Risiko sogar auf das Doppelte an (9,65 vs. 3,67). Für dieses weitgehend unterschätzte Risiko müsse Bewusstsein geschaffen werden, so Studien-Co-Autor Dr. Ole Ahlehoff: "Diese Patientengruppe muss dafür sensibilisiert werden, wie sie ihr Herz-Kreislaufrisiko senken kann." 

Ein möglicher Hintergrund für die Zusammenhänge, so Prof. Dr. Eckart Fleck (Deutsches Herzzentrum Berlin): "Bei Psoriasis, bei Ablagerungen in den Arterien und bei frühen Stufen von Diabetes spielen immer lokale chronische Entzündungsprozesse eine Rolle. Dies ist ein zentraler Mechanismus, der bei den Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ursächlich ist." 

Quelle ESC-Abstract 2216: Khalid et al…, Psoriasis is associated with increased risk of incident diabetes mellitus: a Danish nationwide cohort study. 

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)vom 29.08.2012

Montag, 1. Oktober 2012

Heilung eines Typ-1 Diabetes durch Tuberkuloseimpfung?

Impfung mit einer Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Vaccine, wie sie seit 1921 in Gebrauch ist, hat in einer Pilotstudie an Typ-1-Diabetespatienten 15 Jahre nach Manifestation zu einem Anstieg der C-Peptidsekretion geführt. Der Effekt hielt nach zweimaliger Impfung für etwa eine Woche an. Die Ergebnisse, jetzt publiziert in PLoS One online am 8. August 2012 (1) lösten eine heftige Diskussion unter Diabetologen und Immunologen aus. Dr. Denise Faustman, die Leiterin der Studie vom Massachusetts General Hospital in Boston hatte schon vor einem Jahrzehnt publiziert, dass am Mausmodell durch BCG-Impfung ein Typ-1-Diabetes verschwinden könne. Nach ihrer Meinung wird durch die BCG-Impfung, aber auch durch das EBV-Virus, im Körper Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) produziert, welcher die dem Typ-1-Diabetes zugrunde liegende Autoimmunität attackiert. Auch nach jahrelanger Diabetesdauer finden sich offenbar noch Inselzellen, die dann wieder Insulin produzieren. Dr. Faustman plant jetzt eine Studie an mehreren hundert Patienten mit häufigeren BCG-Impfungen über längere Zeit. Offizielle Institutionen haben bisher eine Unterstützung abgelehnt, die Studie soll durch „philantropic grants only“ finanziert werden.

Kommentar: Die bald ein Jahrhundert alte BCG-Impfung wird jetzt zur Heilung auch bei Langzeit-Typ-1-Diabetes erprobt. Das Verfahren wäre bestechend, die Impfung ist einfach und billig. Eine Bestätigung schon vorliegender Befunde anderer Autoren haben diese Versuche zunächst geliefert: Auch nach über einem Jahrzehnt befinden sich im Körper von Typ-1-Diabetespatienten noch Zellen, die zur Insulinproduktion fähig sind. In welchem Ausmaß diese nach Unterdrückung der körpereigenen Immunvorgänge regenerieren können, bleibt abzuwarten. Der Immunologe Dr. Raphael Clynes von der Columbia-Universität kommentierte, dass „diese Publikation zwar eine Assoziation zwischen einer BCG-Impfung und einer vorübergehenden Besserung bei einigen Patienten gezeigt hätte, man aus diesen Befunden aber kaum schließen könne, dass TNF der kausative Faktor sei“. Jeffrey Brewer von der Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) meint, „die Heilung des Typ-1-Diabetes rücke in Reichweite, aber es werde ein Marathon sein, nicht ein Sprint“ (2).

Literatur:
(1) Denise L. Faustman et al.: Proof-of-Concept, Randomized, Controlled Clinical Trial of Bacillus-Calmett-Guerin for Treatment of Long-Term Type 1 Diabetes
PLoS One, August 8, 2012 online
http://bit.ly/OMNkF6
(2) Sharon Begley: Human Study Re-Ignites Debate Over Controversial Diabetes “Cure”
http://www.medscape.com/viewarticle/768896_print

 
Publiziert von Prof. Helmut Schatz  im Blog der DGE am 25.08.2012

Sonntag, 30. September 2012

Fernsehkoch Lafer empfiehlt frische Gerichte

Beitrag erschienen bei aerztezeitung.de am 21.09.201, lesen --> LINK

Samstag, 29. September 2012

Wenn Obst den Darm stresst

Artikel erschienen bei focus.de am 08.09.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 28. September 2012

Blutzucker messen ohne Pieks

Der tägliche Stich in den Finger gehört für viele Diabetes-Patienten zum Alltag. Eine nicht-invasive Messmethode könnte sie von dem ständigen Pieksen befreien. Herzstück ist ein Biosensor von Fraunhofer-Forschern: Ein winziger Chip vereint Messung und digitale Auswertung – und kann die Daten sogar an ein mobiles Gerät funken.

Tag für Tag stechen sie sich in den Finger: Für viele Diabetiker gehört die Kontrolle ihres Blutzuckers zum Alltag. Insbesondere Patienten mit Typ-1-Diabetes müssen ihre Werte ständig im Auge behalten, da ihr Körper nicht in der Lage ist, Insulin selbst zu produzieren und so die Glukose im Blut abzubauen. Mehrmals täglich müssen sie einen kleinen Tropfen ihres Bluts auf einen Teststreifen geben. Nur so können sie den Blutzuckerwert ermitteln und sich die notwendige Menge Insulin spritzen. Doch das Pieksen ist nicht nur lästig: Mitunter kommt es zu Entzündungen oder Verhornung der Haut. Und für schmerzempfindliche Patienten ist die Prozedur eine Qual.
Die täglichen Stiche in den Finger könnten aber bald der Vergangenheit angehören – dank eines Diagnosesystems, in dem Fraunhofer-Technologie steckt. Die Idee dahinter: Ein Biosensor, der sich am Körper des Patienten befindet, könnte den Glukosespiegel kontinuierlich auch in anderen Gewebsflüssigkeiten als Blut messen, wie etwa im Schweiß oder in der Augenflüssigkeit. Die ständige Piekserei entfällt. Doch bisher waren solche bioelektrischen Sensoren zu groß, zu ungenau und verbrauchten zu viel Energie. Forschern vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg ist jetzt ein wichtiger Durchbruch gelungen: Sie haben einen Biosensor im Nanoformat entwickelt, der diese Hürden umgeht.

Diagnosesystem im Miniaturformat

Das Prinzip der Messung beruht auf einer elektrochemischen Reaktion, die mithilfe eines Enzyms in Gang gesetzt wird: Die Glukose-Oxidase wandelt Glukose unter anderem in Wasserstoffperoxid (H2O2) um, dessen Konzentration man mit einem Potentiostaten, messen kann. Daraus lässt sich der Glukosespiegel errechnen. Das Besondere an diesem Biosensor: Auf einen Chip von gerade mal 0,7 auf 10 Millimeter passt nicht nur der Nanopotentiostat selbst. Die Forscher haben darauf das gesamte Diagnosesystem untergebracht. »Auch ein Analog-Digitalwandler ist integriert, der das elektrochemische Signal in digitale Daten umwandelt«, erklärt Tom Zimmermann, Geschäftsfeldleiter am IMS. Über eine Wireless-Schnittstelle sendet der Biosensor die Daten beispielsweise an ein mobiles Empfangsgerät – so hat der Patient seinen Glukosespiegel ständig im Auge. »Für ein solches Diagnosesystem benötigte man früher eine Platine von der Größe einer halben DIN A4-Seite«, sagt Zimmermann. »Und ein Treiber war auch erforderlich. Aber auch dieser ist bei unserem Sensor nicht mehr nötig.«

Langlebiger Biosensor

Doch nicht nur die geringe Größe bietet einen erheblichen Vorteil gegenüber bisherigen Biosensoren dieser Art. Der Sensor verbraucht zudem viel weniger Energie. Frühere Systeme benötigten etwa 500 Mikroampere bei fünf Volt, jetzt sind es weniger als 100 Mikroampere. Das macht das System langlebiger – der Patient könnte den Sensor über Wochen oder gar Monate tragen. Möglich ist das durch den Einsatz eines passiven Systems: Der Sensor kann nicht nur Datenpakete schicken und empfangen, sondern über Funk auch mit Energie versorgt werden.
Den Glukosesensor haben die Forscher für die niederländische Medizintechnik-Firma Noviosens entwickelt. Da er kostengünstig herstellbar ist, eignet er sich bestens für die Massenproduktion. Dieses nicht-invasive Messgerät zum Monitoring des Blutzuckerspiegels kann in Zukunft die Basis für eine besonders praktische Weiterentwicklung sein: Der Biochip könnte eine implantierte Miniaturpumpe ansteuern, die anhand des gemessenen Blutzuckerwertes die genau passende Menge Insulin abgibt. Dem Diabetes-Patienten blieben so etliche Piekser erspart.

Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft vom 03.09.2012

Donnerstag, 27. September 2012

Schöne Zähne zeigen

Artikel erschienen bei focus.de am 16.07.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 26. September 2012

Blähbauch, Darmträgheit, Völlegefühl - manchmal ist Diabetes der Grund

Verstopfung nach Stufenkonzept wirkungsvoll behandeln

Etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Erwachsenen leiden unter chronischer Verstopfung. Blähbauch, Völlegefühl und eine gestörte Stuhlentleerung sind vor allem bei Frauen häufig.
Um die sogenannte Obstipation erfolgreich zu behandeln, setzen Viszeralmediziner unter anderem auf neue Medikamente: Diese Prokinetika regen die Darmbewegung an. Anhand eines Stufenkonzepts, das ausgehend von ballaststoffreicher Ernährung in Ausnahmefällen sogar bis hin zur Operation reicht, können Verstopfungserkrankungen heute effektiv therapiert werden, betonen die Experten im Vorfeld der Fachtagung "Viszeralmedizin 2012", die vom 19. bis 22. September 2012 in Hamburg stattfindet.

Folge einer Erkrankung? Zunächst Ursachen der Verstopfung abklären

"Chronische Obstipation ist keine Befindlichkeitsstörung, an der Betroffene womöglich selbst schuld sind", erklärt Professor Dr. med. Peter Layer, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Direktor der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. In schweren Fällen könnten die Beschwerden zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen; dann ist eine eingehende Untersuchung oft die Voraussetzung für eine wirksame Behandlung. "Zu einer gründlichen Diagnostik gehört auch die Klärung, ob die Verstopfung Folge einer anderen Erkrankung ist", erklärt Layer. So kämen zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache in Frage. Auch eine Dauermedikation mit bestimmten Schmerzmitteln könne zu einer gestörten Darmmotorik führen.

Erste Maßnahme: Ernährung umstellen und Sport treiben

Um chronische Verstopfung zu therapieren, wenden Experten ein spezielles Stufenkonzept an. "Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Symptome sind, wie gut der Patient auf die Maßnahmen anspricht und ob er diese verträgt", erläutert Dr. med. Viola Andresen, zweite Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und Ärztin an der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. Bei milderen Formen helfe es oft schon, wenn der Patient mehr Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich nehme und mehr Sport treibe. Helfen diese Maßnahmen nicht, sieht die nächste Stufe dann den Einsatz von Abführmitteln vor. "Wenn diese gut wirken und der Patient sie verträgt, können Laxantien auch längerfristig eingesetzt werden", so Andresen, die auf einer Vorab-Pressekonferenz zum Kongress über aktuelle Therapien bei Verstopfung informiert.

Bei hartnäckiger Verstopfung: Neue Medikamente regen den Darm an

Ist dies nicht der Fall, empfiehlt der Stufenplan die Einnahme sogenannter Prokinetika. "Prokinetika vom Typ der 5-HT4-Agonisten sind eine gute, neue Therapieoption", sagt Andresen. "Diese Mittel regen die Bewegung des Magen-Darmtraktes an und helfen in der Mehrzahl der Fälle, die Beschwerden zu lindern." Als ebenfalls wirksame Kandidaten zur Behandlung der Obstipation haben sich in klinischen Studien die neuen Wirkstoffe "Linaclotid" und "Lubiproston" entpuppt, welche die Wasser- und Elektrolyt-Sekretion in den Darm anregen und so den Stuhlgang in Schwung bringen. "Allerdings sind beide Mittel in Deutschland bislang nicht zugelassen und ausschließlich "off label" einsetzbar", erklärt Expertin Andresen.

Wenn nichts hilft, bleibt die Operation

Nur bei Patienten, die einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sind und denen keine anderen Therapien helfen, ziehen die Mediziner auch eine Operation in Betracht. "Die Entfernung von Dickdarm-Anteilen oder der Einsatz eines "Darmschrittmachers", der mit schwachen elektrischen Impulsen die Sakralnerven stimuliert, ist nur bei schwersten Formen eine Behandlungsoption", erklärt Professor Dr. med. Stefan Post, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralmedizin (DGAV). "Diese Eingriffe sollten auch ausschließlich durch erfahrene Experten und im interdisziplinären Konsens zwischen Gastroenterologen und Viszeralchirurgen sowie, unabdingbar, nach umfassender Funktionsdiagnostik erfolgen."
"Aufgrund ihrer Häufigkeit kommt der Problematik der chronischen Obstipation im Bereich der Viszeralmedizin eine bedeutende Rolle zu", erklärt Professor Peter Layer. Auf der "Viszeralmedizin 2012" haben die Kongresspräsidenten dem Thema deshalb eine eigene Sitzung gewidmet: Im Rahmen des Programmpunkts "Vom Müsli bis zum Skalpell: Was hilft bei chronischer Verstopfung?" wird einer der weltweit führenden Experten für gastrointestinale Funktionsstörungen, Professor Dr. Michael Camilleri aus der Mayo Clinic in Rochester/USA, über neue medikamentöse Entwicklungen in der Obstipations-Therapie berichten.

Das ausführliche Kongressprogramm finden Sie hier: http://www.viszeralmedizin.com

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), erschienen am 04.09.2012

Dienstag, 25. September 2012

Focus startet erstes Diabetes-Magazin

Der Focus bekommt eine weitere Line Extension: Ab Dienstag, dem 25. September, erscheint Diabetes. Hinter dem 124 Seiten-starken Heft, das künftig quartalsweise erscheinen soll, stehen die gleichen Macher wie hinter Focus Gesundheit. 

Diabetes soll sowohl medizinischer Ratgeber als auch "Wegweiser für einen bewussten Lebensstil" sein. 4,90 Euro kostet eine Ausgabe, die Auflage beträgt 120.000 Exemplare. Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt.

Mit vier Ressorts wartet das Heft auf: "Menschen + Geschichten" erzählt von Menschen, die Diabetes haben oder deren Arbeit eng damit verknüpft ist. Aus diesem Bereich kommt in der ersten Ausgabe auch die Titelgeschichte "Halle Berry kämpft", in der über das Leben der Schauspielerin mit der Krankheit berichtet wird. Den wissenschaftlichen Hintergrund liefert das Ressort "Medizin + Forschung". Im Bereich "Ernährung + Genuss" finden sich in der ersten Ausgabe einige Rezepte für verschiedene Apfelkuchen. Abgerundet wird das Magazin mit dem Themenfeld "Fitness + Bewegung", in dem unter andere auch Reise-Themen angesiedelt sind. 

Montag, 24. September 2012

So durchschauen Sie Etikettenschwindel

Artikel erschienen bei sueddeutsche.de am 10.08.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 23. September 2012

Bei Diabetes jährlich gegen Grippe-Viren und Pneumokokken-Bakterien impfen

Menschen mit Diabetes mellitus sollten sich jedes Jahr gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Dies empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO). Denn chronisch Kranke haben ein erhöhtes Risiko für eine Grippeinfektion. Außerdem verläuft eine Virusgrippe bei ihnen häufig schwerer. Eine Impfung gegen Pneumokokken ist ganzjährig möglich; gegen Influenza-Viren sollte im Herbst geimpft werden. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe rät Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 daher, sich jetzt im Herbst nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt immunisieren zu lassen.

Eine Grippe-Impfung ist wichtig für Risikogruppen wie chronisch Kranke, Menschen über 60 Jahre, Schwangere ab dem 4. Monat und medizinisches Personal. „Wer unter einer chronischen Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an einer Grippe zu erkranken“, erläutert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück.
Ein „grippaler Infekt“ beginnt häufig mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen, die sich über einige Tage steigern können und dann wieder abflauen. Eine Virusgrippe hingegen äußert sich in der Regel durch sehr plötzlich auftretendes hohes Fieber bis 40 Grad Celsius, trockenen Reizhusten, heftige Kopf- und Gliederschmerzen und ein starkes Erschöpfungsgefühl. Sie verläuft bei chronisch Kranken außerdem häufig schwerer, da ihr Immunsystem bereits geschwächt ist. Infekte klingen bei Menschen mit Diabetes zudem langsamer ab. Rückfälle treten bei ihnen häufiger auf als bei Stoffwechselgesunden. „Die Gefahr, bei einer Grippe zudem noch eine Lungenentzündung durch Pneumokokken-Bakterien zu entwickeln, ist bei ihnen ebenfalls höher“, so Professor Matthaei.

Influenza-Viren verändern sich ständig: Da immer wieder neue Grippevirus-Varianten auftreten, kommt es bei einmal durchgemachter Erkrankung nicht zu einer dauerhaften Immunisierung. Daher ist jedes Jahr eine neue Impfung mit einem angepassten Impfstoff notwendig. Sicheren Schutz vor einer Grippeinfektion im Winter bietet eine Impfung im frühen Herbst. Denn nach der Injektion des Wirkstoffes dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis der Schutz aufgebaut ist. Die Kosten für die Grippe-Impfung übernimmt bei Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen in der Regel die Krankenkasse. 

Weitere Informationen im Internet: www.diabetesde.org

Pressemitteilung von diabetesDE, erschienen am 05.09.2012

Samstag, 22. September 2012

Ärzte können Krankheiten früh erkennen

Artikel erschienen bei focus.de am 26.07.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 21. September 2012

GRIPPE - Nein danke! Lassen Sie sich IMPFEN!


Die Grippeschutzimpfung ist besonders wichtig für Menschen, die wegen einer anderen  Erkrankung durch eine Influenza-Erkrankung besonders gefährdet sind. Zu ihnen gehören z.B.
  • Herzkrankheiten, besonders Mitralstenose oder Herzinsuffizienz,
  • chronischen bronchopulmonalen Krankheiten wie Asthma, chronischer Bronchitis, Bronchiektasen (Aussackungen der Bronchien) und Emphysem (Lungenblähung),
  • chronischen Nierenkrankheiten,
  • Diabetes mellitus und anderen chronischen Stoffwechselkrankheiten,
  • angeborenen oder erworbenen Immundefekte einschließlich bestimmter Neubildungen und immunsuppressive Therapie,
  • chronischen Anämien.
Quelle Text: MedizinInfo.de

Donnerstag, 20. September 2012

Volkskrankheit Diabetes

Beitrag mit Online-Risiko-Check erschienen bei stern.de, lesen --> KLICK

Mittwoch, 19. September 2012

Wie Sport glücklich macht

Artikel erschienen bei focus.de am 09.07.2012, lesen --> KLICK

Montag, 17. September 2012

Hohes Diabetesrisiko für Männer mit niedrigem Testosteronspiegel

Interdisziplinäre Hormonanalytik verbessert Medizin

Testosteron ein Biomarker der Gesundheit

Männer mit niedrigen Testosteronwerten sind neueren Studien zufolge besonders anfällig für Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2. "Um die Hormonwerte zuverlässig zu ermitteln und anhand dessen auf mögliche Gesundheitsrisiken zu schließen, sind sowohl Kenntnisse in der Laboranalytik als auch die Beurteilung des klinischen Kontextes erforderlich", betont Professor Dr. med. Henri Wallaschofski vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald anlässlich der 9. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Rosengarten in Mannheim.
Hormone sind Botenstoffe, die nahezu an allen Regulationsvorgängen und Prozessen des Körpers beteiligt sind und zahlreiche Abläufe in unterschiedlichen Geweben und Organen steuern. Sowohl manifeste Stoffwechselerkrankungen als auch gesundheitliche Risikosituationen weisen häufig charakteristische Störungen der Hormonsekretion auf. Die Konzentrationsbestimmung von Hormonen im Blut und anderen Körperflüssigkeiten ist eine wichtige Grundlage bei der Diagnostik, Verlaufsbeurteilung und Therapie vieler Stoffwechselerkrankungen. Zu den am häufigsten untersuchten Hormonen zählt das Sexualhormon Testosteron, das bei Männern und Frauen vorkommt, sich aber in Konzentration und Wirkungsweise bei beiden Geschlechtern deutlich unterscheidet. Die vielfältigen biologischen Funktionen umfassen neben dem sexuellen Verlangen und Lustempfinden auch eine Beeinflussung des Protein- und Muskelstoffwechsels, den Knochenaufbau und die Fortpflanzung.

Studien deuten darauf hin, dass die Testosteron-Konzentration im Blut von Männern auch Hinweise auf Erkrankungen geben kann. So zeigte eine Untersuchung an rund 2.000 männlichen Einwohnern aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Kontext der Gesundheitsstudie Study of Health in Pomerania (SHIP) untersucht wurden, dass das Sexualhormon eng mit der Blutdruckregulation verknüpft ist. Demnach gehen niedrige Testosteronwerte mit einer um fast 20 Prozent erhöhten Gefahr für zu hohen Blutdruck einher. Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Bei SHIP handelt es sich um eine Bevölkerungsstudie mit umfangreichen Untersuchungen sowie Blut- und Urinproben, die seit über zehn Jahren mit über 4.000 Probanden mit mittlerweile drei Untersuchungswellen läuft. In einer anderen Studie, die ebenfalls auf SHIP-Daten basiert, sind geringe Konzentrationen des Hormons bei Männern mit einer um das Dreifache erhöhten Gefahr für die Entstehung von Typ-2-Diabetes verbunden. Eine dritte Untersuchung deutet sogar darauf hin, dass ein Testosterondefizit auch mit einem deutlich gesteigerten Risiko, zu versterben, einhergeht. "Unklar ist allerdings bislang, ob geringe Testosteronkonzentrationen solche Gesundheitsprobleme verursachen oder ob sie lediglich als Biomarker auf diese Risiken hinweisen", betont Professor Wallaschofski, der an allen drei Studien beteiligt war.
Dennoch weist die aktuelle Analytik auch noch Limitationen durch unzureichende Harmonisierung oder Standardisierung von unterschiedlichen Immunoassays oder die Frage adäquater Referenzbereiche auf. Zudem werden präanalytische Einflussfaktoren bei der Interpretation der Befunde unzureichend beachtet. Trotz ihrer Limitationen werden diese Verfahren jedoch aufgrund ihrer weiten Verbreitung und leichten Automatisierbarkeit auch in den nächsten Jahren praktisch eine wesentliche Rolle spielen.
"Deshalb ist es der DGKL ein besonderes Anliegen, für die Qualität der Labordiagnostik ein Problembewusstsein zu schaffen und durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit klinisch endokrinologisch tätigen Kollegen eine nachhaltige Verbesserung der Qualität in diesem Bereich zu erzielen", betont der DGKL-Präsident Professor Dr. med. Joachim Thiery vom Institut für Laboratoriumsmedizin der Universität Leipzig. Möglichkeiten und Grenzen von Sexualhormon-Untersuchungen erörtern Experten auf der 9. Jahrestagung der DGKL vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Rosengarten in Mannheim.

Literatur

  • Torkler S., Wallaschofski H., Baumeister S.E., Volzke H., Dorr M., Felix S., et al. Inverse association between total testosterone concentrations, incident hypertension and blood pressure. Aging Male 2011;14:176–82
  • Schipf S., Haring R., Friedrich N., Nauck M., Lau K., Alte D., et al. Low total testosterone is associated with increased risk of incident type 2 diabetes mellitus in men: results from the Study of Health in Pomerania (SHIP). Aging Male 2011;14:168-75

    Pressemitteilung:
    Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. vom 05.09.2012