Montag, 30. April 2012

Bittere Pille: Zucker

Es scheint, als strahlt Karsten Milek an diesem Sonnabendvormittag mit der Sonne um die Wette. Fasziniert schaut der Diabetologe in Hohenmölsen auf die Menschenmassen, die zu diesem nunmehr 14. Diabetestag gekommen sind. "500 Besucher waren schon während der Eröffnung da", schwärmt der Mann, der für diese Veranstaltung verantwortlich ist. Milek weiß um die Wichtigkeit, über Diabetes zu informieren. Viele Tätigkeiten würden heute automatisiert, sagt er und nennt als Beispiel die vielen Fernbedienungen, die das Umschalten an Geräten übernehmen. Mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung würden sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine der Folgeerkrankungen sei Diabetes. In Deutschland müssen offiziell zehn Millionen Menschen mit dieser Diagnose leben. Die Dunkelziffer liege mit Sicherheit höher, so der Fachmann. "Wir wollen dem Menschen die Möglichkeit geben, sich über neue Medikamente und neue medizinische Technik zu informieren", sagt er weiter. 
Die Männer, Frauen und Kinder nehmen dieses Angebot an. Sogar aus Dessau, Gera und Altenburg schauen sie an diesem Tag in der Stadt der drei Türme vorbei. So weit musste Hans-Joachim Löther nicht fahren. Der Mann ist aus Weißenfels angereist. "Wenn ich da bin, dann komme ich zum Diabetikertag", sagt er. Er selber sei Diabetespatient, bei Milek in Behandlung und fühle sich dort sehr gut aufgehoben, so Löther.
Er findet es gut, dass er sich in Hohenmölsen über Neuerungen zum Thema seiner Krankheit informieren kann. Michaela Koch scannt an diesem Tag die Füße der Besucher. Das macht die Mitarbeiterin des Orthopädiegeschäftes Koch in Weißenfels aus gutem Grund. Mit den Informationen können die Schuhe der Patienten besonders gut auf die Füße zugeschnitten werden. Das ist für Diabetiker wichtig, weil oft das Schmerzempfinden an den Füßen getrübt ist und sie nicht unbedingt merken, wenn unpassendes Schuhwerk ihnen die Füße aufreibt. Michaela Koch ist gern in Hohenmölsen. "Wir haben uns über die Einladung sehr gefreut", sagt die junge Frau. Die Resonanz bestätigt die erfolgreiche Teilnahme. "Es hat reger Betrieb bei uns geherrscht", so Michaela Koch weiter. 

Ina Schöne hält einen Plastik-Kasten in der Hand und schüttelt ihn. "Da ist ganz schön was drin", sagt die Vertriebsleiterin der Knappschaft Halle. Das ist an ihrem Stand wohl der beste Beweis, dass die Besucher kamen, um sich zu informieren. "Wir arbeiten sehr gut mit Karsten Milek zusammen", erzählt die Frau. So gab es kein Zögern, als die Frage aufkam, ob sie die Knappschaft in Hohenmölsen präsentieren will. "Hier waren heute richtig viele Leute, die uns kennenlernen wollten", schwärmt Ina Schöne. Der Aktionstag neigt sich dem Ende entgegen. Der letzte Kuchen der Diabetes-Selbsthilfegruppe Hohenmölsen ist verkauft. Die Initiatoren sind zufrieden. "Einen Teil des Erlöses wollen wir für das Campinglager für an Diabetes erkrankte Kinder spenden", sagt Mitglied Heinz Ehrhardt. Diese Kinder hätten es schon schwer genug, nennt er einen Grund für das Engagement. So könne unterstützt werden, dass die Jungen und Mädchen mit Gleichgesinnten eine schöne Zeit haben. 

Beitrag von Andrea Hamann, erschienen in mz-web.de am 29.04.2012