Freitag, 29. Juni 2012

Milch-Inhaltsstoff gegen Übergewicht und Diabetes

Artikel erschienen bei heilpraxis.net am 06.06.201, lesen --> LINK

Mittwoch, 27. Juni 2012

Jodmangel gefährdet Mutter und Kind

Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann fatale Folgen haben: Ist die werdende Mutter nicht ausreichend mit dem für die Schilddrüse wichtigen Spurenelement versorgt, kann dies eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Beim Kind kann der Mangel Sprach- und Hörbeeinträchtigungen verursachen, die geistige Entwicklung verzögern und die Motorik einschränken. Diese Risiken sind vermeidbar, so die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Durch eine Hormonmessung im mütterlichen Blut in der frühen Schwangerschaft lässt sich ein Jodmangel nachweisen und entsprechend behandeln. Entgegen den allgemeinen Empfehlungen sollten Schwangere den Test bereits zu Beginn der Schwangerschaft durchführen, rät die DGE. Bislang übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. 

"Für eine normale Schilddrüsenfunktion benötigt eine werdende Mutter in der Frühphase der Schwangerschaft etwa 50 Prozent mehr an Schilddrüsenhormonen", erklärt Professor Dr. Dr. med. Dagmar Führer, Vize-Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen. "Die Funktionskontrolle der Schilddrüse sollte deshalb bereits ganz zu Beginn der Schwangerschaft - etwa in der sechsten Woche - stattfinden", so die Expertin. In der Regel bieten Ärzte die Untersuchung als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) im dritten Schwangerschaftsmonat an. Der Test kostet etwa 15 Euro. 

Der Schilddrüsenfunktionstest beruht auf einer Messung des sogenannten Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) im Blut. Ist dieser Wert erhöht und werden zudem normale oder erniedrigte Werte des Schilddrüsenhormons Tetrajodthyronin (fT4) gemessen, ist dies ein Anzeichen für eine Unterfunktion der Drüse. Zu niedrige TSH-Werte weisen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin.

"Die Investition in den Test ist in jedem Fall sinnvoll", sagt Professor Führer. "Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse beeinflussen den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes, beide können zu Komplikationen und Schäden führen". Während der Schwangerschaft komme es bei etwa 0,4 Prozent aller Frauen zu einer ausgeprägten und bei 3 Prozent zu einer unterschwelligen Schilddrüsenunterfunktion. Eine Überfunktion der Schilddrüse liege bei etwa 0,1 bis 0,4 Prozent der Schwangeren vor.

Wichtig sei es, schwangerschaftsbedingte Veränderungen der Schilddrüsenwerte von eigenständigen Schilddrüsenfehlfunktionen abzugrenzen, so die Expertin aus Essen. Neben Jodmangel könne auch eine gestörte, fehlgeleitete körpereigene Abwehr Ursache einer Schilddrüsenfehlfunktion sein. Besonders bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Typ-1-Diabetes, aber auch bei Frauen mit gehäuften Schilddrüsenerkrankungen in der Familie rät die DGE-Expertin, bereits vor der Schwangerschaft die Schilddrüsenfunktion zu kontrollieren. Nehme eine Frau bereits Schilddrüsenhormone ein, müsse die Dosis in der Schwangerschaft entsprechend angepasst werden. Wenn etwa unter der bisherigen Thyroxindosis eine normale Funktion vorliegt, so wird diese in der Regel um 30 Prozent erhöht.

Über eine Aufnahme der Schilddrüsenuntersuchung in den Katalog der Krankenkassenleistungen im Rahmen der "normalen" Schwangerschaftsvorsorge diskutiert die Fachwelt seit Jahren. "Noch liegen keine ausreichenden Studienergebnisse vor, die zu einem einheitlichen Votum geführt haben", erklärt DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochum. Die DGE plädiert jedoch dafür, dass Gynäkologen gemeinsam mit ihren endokrinologischen Kollegen alle werdenden Mütter über die Bedeutung von Jod in der Schwangerschaft aufklären. Um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu vermeiden, sollten schwangere Frauen auf jeden Fall ausreichend Jod zu sich nehmen, betont Professor Schatz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei Schwangerschaft eine Jodaufnahme von insgesamt 250 Mikrogramm pro Tag. Da in Deutschland die Verwendung von jodiertem Speisesalz üblich ist, sodass mit der Nahrung ungefähr 100 Mikrogramm Jod pro Tag aufge-nommen werden, liegen die Empfehlungen der zusätzlichen Jodzufuhr durch Tabletten während der Schwangerschaft bei 150 Mikrogramm am Tag. 

Literatur:
D. Führer-Sakel: Schilddrüsenerkrankungen und Schwangerschaft, Internist 2011,
52:1158-1166, DOI 10.1007/s00108-011-2823-6, Online publiziert: 5. August 2011 

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, erschienen am 06.06.2012

Montag, 25. Juni 2012

Verrückte Schilddrüse

Beitrag erschienen bei welt-oline.de am 04.06.2012, weiterlesen --> KLICK

Samstag, 23. Juni 2012

Warum Übergewicht dem Herz schadet

Beitrag von Stephan Soutschek, erschienen im diabetes-ratgeber.net am 04.06.2012, lesen --> LINK

Donnerstag, 21. Juni 2012

Insulinresistenz: Folge von Adipositas oder Typ-2-Diabetes

Intelligentes Fettgewebe - Veröffentlichung in "nature"

Eine amerikanisch-deutsche Gemeinschaftsstudie hat auf molekularer Ebene klären können, warum eine Insulinresistenz häufig dazu führt, dass Zellen Fett und Zucker verändert ab- oder aufbauen. Als eine entscheidende Stellschraube auf dem Kommunikationsweg zwischen Blutzucker und Zelle wurde das sogenannte ChREBP-Protein identifiziert. Es eröffnet die Möglichkeit für zukünftige Therapien. Wesentliche Studienteile stützen sich auf Datenmaterial aus der Leipziger Biobank für Fettgewebe, die aktuell eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 500.000 Euro erhalten hat.

Ausgangssituation 
Insulinresistenz ist eine schwerwiegende Folge einer Adipositas- oder Typ 2-Diabetes-Erkrankung. Sie gehören zu den größten Gesundheitsproblemen unserer Zeit und senken schon jetzt die menschliche Lebenserwartung. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sind Erkenntnisse wichtig, wie krankhaftes Übergewicht und Zuckerkrankheit überhaupt entstehen. Danach erst können neue Therapien oder Medikamente entwickelt werden. Bei den genannten Erkrankungen spielt die Insulinresistenz eine wesentliche Rolle. Der Körper wird dabei unempfindlich gegen das eigene Insulin. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel und der Abbau von Fett wird verhindert. Die Betroffenen geraten in einer Negativspirale immer tiefer in die Erkrankung. Aktuell wird davon ausgegangen, dass 80 bis 85 Prozent der Adipositasbetroffenen eine Insulinresistenz haben. Insulinresistenz ist jedoch nicht auf Übergewichtige beschränkt, auch schlanke Menschen können betroffen sein. Ernährungsfaktoren wie fettreiche oder sehr kohlenhydratreiche Nahrung können sie fördern. An dieser Stelle setzten die Wissenschaftler an mit der Ausgangsfrage, woher das Fettgewebe überhaupt weiß, wie kalorien- oder fettreich die zugeführte Nahrung ist.

GLUT4 und ChREBP 
Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf die Vorgänge in Leber- und Fettzellen. Zucker wird von ihnen über einen sogenannten Glukosetransporter (GLUT4) aufgenommen. Er steht unter der Kontrolle von Insulin. Wenn sich eine Insulinresistenz entwickelt hat, ist der Glukosetransporter deutlich geringer vorhanden, ein frühes Phänomen bei Adipositas und Diabetes. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen Selbstschutz der Zelle vor dem schädlichen Überangebot an Zucker. Auf Grundlage dieser Erkenntnis hat die leitende Arbeitsgruppe um Barbara Kahn an der Harvard Medical School in Boston den Glukosetransporter im Fettgewebe von Mäusen gezielt herunterreguliert und anschließend die Auswirkungen untersucht. Für den Auf- oder Abbau von Zucker oder Fett werden Enzyme bzw. Proteine benötigt, die biochemische Reaktionen steuern. Die aktuelle Studie hat das sogenannte kohlenhydratresponsible Verbindungsprotein (carbohydrate-responsive-element-binding protein), kurz ChREBP, in den Mittelpunkt gestellt. Es handelt sich um einen Transkriptionsfaktor, der Gene an- und abschalten kann und somit entscheidend dafür ist, welches Enzym in der Zelle produziert wird. ChREBP wiederum, so fanden die Forscher heraus, steht unter der Kontrolle vom Glukosetransporter GLUT4 und ist damit eine Art "intrazellulärer Sensor" ist für das Zuckerangebot außerhalb der Zelle.

Einordnende Bedeutung 
"Das ist ein spannender neuer Ansatz für eine Therapie", schätzt Prof. Matthias Blüher von der Leipziger Universitätsklinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie die Ergebnisse ein. ChREBP feinreguliert die Balance zwischen Zucker und Fett ab- und aufbauenden Prozessen in der Zelle. Durch eine Stimulation von ChREBP kann man alle günstigen Prozesse beeinflussen, um die Insulinsensitivität zu verbessern. Wenn man an dieser Stellschraube dreht, weiß die Zelle, was sie mit dem zu viel an Zucker machen soll."
Adipositas und Typ 2-Diabetes sind nach wie vor nicht heilbar. Aufgabe der Grundlagenforschung ist es, nach möglichen Therapienansätzen zu suchen. "Wir sind dankbar für jedes neue Molekül", so Blüher, "das das Potential hat, mit den Erkrankungen zusammenhängende Stoffwechselprobleme zu beheben. Der vorliegende Ansatz ist deshalb völlig neu, weil er sich auf der Fettzellebene abspielt und somit auch für Adipositaspatienten interessant ist. Man wird sie damit zwar nicht schlank machen können, aber zumindest stoffwechselgesünder."

Leipziger Anteil: Einzigartige Fettgewebebank 
Die Arbeitsgruppe um Prof. Blüher ist von der Studienleitung in Bosten aktiv angesprochen worden, weil Leipzig über eine der weltweit größten Biobanken mit Fettgewebsproben verfügt. Darüber hinaus sind die Proben besonders gut hinsichtlich ihrer Insulinempfindlichkeit charakterisiert. "Bei uns wird danach unterschieden, ob ein Patient zu wenig Insulin produziert oder ob ausreichend produziert wird, das Insulin im Körper aber nicht wirkt. Wir haben unsere Fettgewebeproben nun auch auf GLUT4 und ChREBP untersucht und damit die grundlegende Erkenntnis zur Bostoner Arbeit beigesteuert, dass ihre Mausergebnisse tatsächlich auf den Menschen übertragbar sind."

In Leipzig hatte sich vor gut zehn Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, dass Fettgewebe kein banales Energiespeicherorgan, sondern hochaktiv ist, Hormone produziert und Auswirkungen auf den ganzen Körper hat. Chirurgen und Patienten konnten und können nach wie vor überzeugt werden, während Routineoperationen eine Spende von weniger als einem Gramm Fettgewebe zu entnehmen. Die so entstandene Biobank umfasst inzwischen annähernd 1.000 Proben und kommt bereits für viele molekularbiologische Untersuchungen im Rahmen des IFB AdipositasErkrankungen zum Einsatz. In diesem Jahr wird sie erstmals Ausgangspunkt für eine auf zunächst drei Jahre ausgelegte Förderung durch das Bundesforschungsministerium sein und die Grundlage der sogenannten "Deutschen Adipositas Biomaterialbank" bilden, die zusätzlich an verschiedenen Standorten wie München, Dresden oder Karlsruhe etabliert werden soll. Damit verbunden sind für Leipzig rund eine halbe Million Euro unter anderem zur Stellenförderung, für die Unterstützung durch das Bioinformatikinstitut IMISE unter Leitung von Prof. Markus Löffler, das die Datenaufbereitung und -auswertung übernehmen wird. Anfang Juni fällt der Startschuss, was Matthias Blüher als gutes Zeichen für den Leipziger Adipositasschwerpunkt wertet: "Wir werden international wahrgenommen. Relevante Forschung findet heutzutage in solchen Kooperationen statt."

Die Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitung "nature" veröffentlicht: "A novel ChREBP isoform in adipose tissue regulates systemic glucose metabolism"
www.nature.com/nature/journal/v484/n7394/full/nature10986.html


Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 01.06.2012

Dienstag, 19. Juni 2012

Warum Frauen und Männer unterschiedlich leiden

Artikel erschienen bei focus.de am 14.05.2012, weiterlesen --> KLICK

Sonntag, 17. Juni 2012

Diabetes und Asthma - eine verhängnisvolle Kombi

In modernen Industrienationen steigt die Rate der chronisch Kranken seit Jahren stetig an. Die Höchstplatzierten in der Rangliste der Leiden sind dabei Diabetes und Asthma. Zahlreiche Studien belegen inzwischen einen Zusammenhang bezüglich der Häufigkeit dieser beiden Erkrankungen.

Ein schlecht eingestellter Diabetes verursacht häufig eine große Zahl an Begleit-erscheinungen, die wiederum verschiedene Organfunktionen beeinträchtigen können – darunter auch die der Lunge. Das Risiko, dass ein Typ-2-Diabetiker zusätzlich zum Asthmatiker wird und umgekehrt, schätzt man gegenüber stoffwechselgesunden Menschen als etwa doppelt so hoch ein. Dieser Zusammenhang wird zudem für Typ-1-Diabetes bestätigt. Insgesamt haben rund sieben Prozent der Erwachsenen in Deutschland Asthma bronchiale, Kinder noch häufiger. Die Zahl der Betroffenen liegt damit fast auf gleicher Höhe wie die der Diabetes-Patienten.

Das Wechselspiel durch Studien bestätigt

Eine 2011 veröffentlichte US-Studie konnte das lange vermutete Wechselspiel der beiden Erkrankungen belegen. Das Ergebnis der Untersuchung deutet daraufhin, dass von 2000 Kindern und jungen Erwachsenen zwischen 3 und 21 Jahren mit Typ-1-Diabetes elf Prozent auch an Asthma litten. Dies entspricht einer höheren Rate als bei gesunden Menschen derselben Altersgruppe. Außerdem erwies sich die Blutzuckereinstellung bei denjenigen Typ-1-Diabetikern, die asthmakrank waren, als besonders schwierig. Eine Anhäufung von Diabetes und Asthma zeigte sich dabei besonders in den Industrienationen und englischsprachigen Ländern.

Übergewicht als Hauptrisikofaktor

Als eine gemeinsame Ursache für den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen gilt Übergewicht. Die Forscher vermuten dabei, dass die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe eine nicht geringe Rolle spielt. So konnte beobachtet werden, dass bei der Lungenerkrankung aufgrund der chronischen Entzündung der Atemwege vermehrt Entzündungsstoffe ins Blut abgegeben werden. Möglicherweise tragen diese zur Entstehung von Typ-2-Diabetes bei. Hinzu kommt, dass Menschen mit Asthma häufig kortisonhaltige Inhalationssprays gegen die Entzündungsprozesse inhalieren müssen. Das Medikament kann bei hoher Dosierung den Blutzuckerspiegel nachweislich erhöhen. Übergewichtige Diabetiker wiederum haben aufgrund erhöhter Blutzuckerwerte ein beeinträchtigtes Immunsystem. In diesem Fall folgern die Forscher, dass überschüssige Zuckermoleküle Rezeptoren von Immunzellen blockieren, die infolge dessen keine Krankheitserreger mehr aufspüren können. Daraus lässt sich ableiten, dass Diabetiker anfälliger für Infektionen, beispielsweise auch der Lunge, sind.

Viele Patienten ahnungslos - bessere Vorsorge gefordert

Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zum gemeinsamen Auftreten von Diabetes und Asthma weist die Organisation diabetesDE auf die Notwendigkeit hin, Diabetiker stärker auf ihr Asthmarisiko und Asthma-Patienten auf Diabetes untersuchen zu lassen. Husten oder Atemprobleme, die nicht auf eine aktue Erkältung zurückzuführen sind, sollten dabei unbedingt ernst genommen werden. Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes oder Menschen mit Typ-2-Diabetes, denen derartige Symptome auffallen, sollten daher ihren behandelnden Arzt darauf ansprechen. Menschen mit Asthma raten Experten, sich auf eine eventuell auch bestehende Diabetes-Erkrankung untersuchen lassen.

Quelle: http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/diabetes-erhoeht-risiko-fuer-asthma-und-umgekehrt/

Mittwoch, 13. Juni 2012

Dunkle Schokolade schützt vor Herzinfarkt

Beitrag erschienen bei yazio.de am 04.06.201, lesen --> KLICK

Dienstag, 12. Juni 2012

Was hinter der E-Gesundheitskarte steckt

Beitrag erschienen bei welt.de am 04.06.2012, lesen --> KLICK

Montag, 11. Juni 2012

Rauchen begünstigt und verschlechtert Diabetes mellitus

In Deutschland raucht jeder dritte Mann und jede vierte Frau über 15 Jahre. Die Raucheranfänger werden immer jünger. Für Menschen mit Diabetes ist das Rauchen besonders gefährlich, da die über 3000 Giftstoffe der Zigarette das für Diabetiker ohnehin schon große Risiko für Herzkreislauferkrankungen massiv erhöhen. Umgekehrt erkranken Raucher doppelt so häufig an Diabetes Typ 2 als Nichtraucher. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2012 aufmerksam, der dieses Jahr unter dem Motto steht: „Lass Dich nicht einwickeln! Rauchen kennt nur einen Gewinner: die Tabakindustrie“.

Bei Menschen mit einem bereits bestehenden Diabetes mellitus Typ 1 oder 2 kann Rauchen den Verlauf ihrer Stoffwechselerkrankung verschlechtern. „Aufgrund eines bei ihnen häufig erhöhten Blutzuckerspiegels haben sie von vornherein ein höheres Risiko für Gefäßerkrankungen als Gesunde. Zigarettenrauch verstärkt dies noch“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim, Bad Mergentheim. Rauchende Diabetiker leiden daher häufiger als nichtrauchende unter Schädigungen der großen und kleinen Blutgefäße mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Raucherbein oder Durchblutungsstörungen in Auge und Niere als deren Folge. Tabakrauch verändert zudem die Zusammensetzung der Blutfette: Die Menge an LDL-Cholesterin steigt, während sich die Menge an dem so genannten „guten“ HDL-Cholesterin verringert. „Hierdurch erhöht sich die Gefahr für eine Herzschwäche und Arterienverkalkung. Außerdem lässt sich der Blutzucker bei rauchenden Diabetikern schwerer ermitteln und beeinträchtigt somit die Therapie“, betont Professor Haak.

Darüber hinaus zeigen Studien, dass Rauchen einen Diabetes begünstigt. So haben Raucher ein doppelt so hohes Risiko, einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln wie Nichtraucher. Männer über 40 Jahre sind besonders betroffen. Ursachen für diesen Zusammenhang konnten Wissenschaftler bisher noch nicht belegen. Sie vermuten, dass die Substanzen Kohlenmonoxyd und Nikotin aus dem Tabakrauch Einfluss auf die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse haben und die Sensibilität der Insulinrezeptoren heruntersetzen. Bei jungen Menschen fördert Passivrauchen die Entstehung des Metabolischen Syndroms und einer Glukoseintoleranz. 

Wer mit dem Tabakkonsum aufhören möchte, findet professionelle Hilfe in Raucherentwöhnungskursen. Unter anderem Arztpraxen, Volkshochschulen oder Krankenkassen bieten diese an. Der Weltnichtrauchertag wurde am 31.5.1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen und steht seitdem jedes Jahr unter einem anderen Motto. In diesem Jahr steht der Gesundheitstag international unter dem Thema „Lass Dich nicht einwickeln! Rauchen kennt nur einen Gewinner: die Tabakindustrie“.

Pressemitteilung von diabetesDE, erschienen am 30.05.2012

Warum es so schwer ist, mit dem Rauchen aufzuhören

Artikel erschienen bei focus.de am 31.05.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 10. Juni 2012

Mandeln bei Diabetes

Studien belegen positive Wirkung auf Blutzucker- und Cholesterinspiegel

Mandeln sind ein wahres Allroundtalent. Seit langem gelten diese als eine nahr- und schmackhafte Zwischenmahlzeit und die neuesten Forschungsergebnisse liefern noch mehr Grund, Mandeln in eine gesunde Ernährung, auch für Menschen mit Diabetes mellitus oder dessen Vorstufe, Prädiabetes, aufzunehmen. Zum einen verbessern sie die Blutzuckerkontrolle entscheidend, zum anderen wirken sie sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Wer Mandeln bereits zum Frühstück verzehrt, hat einen geringeren Blutzuckerspiegel und fühlt sich langanhaltender gesättigt.

Mandeln sorgen für einen gesunden Blutzuckerspiegel

Dr. Richard Mattes, Professor für Nahrungsmittel und Ernährung an der amerikanischen Purdue Universität Lafayette, untersuchte in seiner Studie die unmittelbaren Auswirkungen und Second-Meal-Effekte (sprich die Wirkung auf die nachfolgende Mahlzeit) von Mandeln bei Erwachsenen mit verminderter Glukosetoleranz. Eine verminderte Glukosetoleranz hat zur Folge, dass die Fähigkeit des Stoffwechsels, nach der Aufnahme von Glukose, den Blutzuckerspiegel ohne eine zeitlich begrenzte inakzeptable Blutzuckererhöhung im Normbereich zu halten, vermindert ist.

Dabei kam er zu folgendem Ergebnis: Mandeln enthalten verschiedene Bestandteile wie ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe, die verhindern, dass der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten zu stark ansteigt. Wer ein kohlenhydratreiches Frühstück um Mandeln ergänzt, kann so die Blutzuckerkonzentration nach dem Frühstück und sogar nach dem Mittagessen verringern. In der Untersuchung analysierten die Forscher, wie sich verschiedene Mandelformen auf die Insulinempfindlichkeit und das Sättigungsgefühl bei Testpersonen mit einer Vorstufe von Diabetes mellitus (= Prädiabetes oder pathologische Glukosetoleranz) auswirken. Die Studienteilnehmer, die ein Frühstück mit ganzen Mandeln verzehrten, fühlten sich länger gesättigt und wiesen einen geringeren Blutzuckerspiegel nach dem Frühstück und der zweiten Mahlzeit auf als die Testpersonen, die ein Frühstück ohne Mandeln zu sich nahmen.

Mit Mandeln den Cholesterinspiegel senken

Wer 20 Prozent seines täglichen Kalorienbedarfs durch Mandeln deckt, kann sein Körperfett, die Nüchtern-Insulin- und Blutzucker-Werte sowie andere wichtige Körperwerte wesentlich verbessern. Forscher in Taiwan testeten in einer Studie mit 22 Patienten, die alle an Typ-2-Diabetes mellitus erkrankt waren, zwei unterschiedliche Diätformen. Zum einen unterzog sich ein Teil der Patienten einer NCEP (US National Cholesterol Education Programm) Step-II-Diät, bei der weniger als 7 % der täglichen Kalorienzufuhr durch gesättigte Fettsäuren und weniger als 200 mg Cholesterin zu sich genommen wurden.
Der zweite Teil der Patienten hielt eine Mandel-Diät, bei der 20 % der täglichen Kalorien von Mandeln gedeckt wurden, darunter geröstete, ungesalzene, ganze Mandeln in Hauptgerichten, Desserts oder Snacks. Im Durchschnitt nahm jeder Teilnehmer 56 Gramm Mandeln am Tag zu sich. Im Vergleich zur NCEP Step-II-Diät verringerten die Patienten der Mandel-Diät signifikant Körperfett, Nüchtern-Insulin- und Blutzucker-Werte, den Gesamtcholesterinspiegel, die Werte des LDL-Cholesterins ("schlechtes" Cholesterin) und das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin ("gutes" Cholesterin).

Wichtiger Nährstofflieferant

Sven-David Müller, Ernährungsexperte und Medizinjournalist, Weimar an der Lahn, weiß um das natürlich Gute von Mandeln: "Mandeln sollten Bestandteil einer ausgewogenen Ernährungsweise sein. Im Vergleich mit anderen Nüssen sind Mandeln Gramm für Gramm diejenigen mit dem höchsten Gehalt an Eiweiß, Ballaststoffen, Vitamin E, Kalzium, Riboflavin und Niacin. Deshalb ist meine Empfehlung: Der Verzehr einer Handvoll Mandeln am Tag, die in diesem Umfang nicht dick machen, sondern sogar bei der Gewichtsreduktion helfen, hält den Heißhunger in Schach und das Energielevel hoch. Mandeln liefern wichtige und wertvolle Nährstoffe wie z. B. Kalzium, das unseren Knochenbau unterstützt. Durch ihre cholesterinsenkende Wirkkraft und ihre positive Beeinflussung des Blutzuckerspiegels, sind sie außerdem ideal für die Ernährung von Diabetikern."

Über das Almond Board of California

Verbraucher auf der ganzen Welt genießen kalifornische Mandeln als natürliches, vollwertiges und hochwertiges Lebensmittel und machen Mandeln damit zu Kaliforniens führendem Exportprodukt, gemessen am Wert. Das Almond Board of California fördert Mandeln durch seinen forschungsbasierten Ansatz in sämtlichen Aspekten der Vermarktung, des Anbaus und der Produktion im Auftrag von mehr als 6.000 kalifornischen Mandelanbauern und verarbeitenden Unternehmen, von denen ein großer Teil Familienbetriebe sind, die seit mehreren Generationen bestehen. Das 1950 gegründete Almond Board of California mit Sitz in Modesto, Kalifornien, ist eine gemeinnützige Organisation, die die von den Anbauern beschlossene Federal Marketing Order unter der Aufsicht des United States Department of Agriculture (USDA) verwaltet.

Pressemitteilung Almond Board of California, erschienen am 31.05.2012

Samstag, 9. Juni 2012

DIALOGUE: Diabetes und Hypertonie im Doppelpack

Komorbidität, Behandlung und Therapieerfolg bei Typ-2-Diabetikern mit Bluthochdruck werden untersucht

Im Sommer 2012 beginnt die Rekrutierungsphase für DIALOGUE (Evaluation of treatment patterns for hypertensive diabetics to meet blood-pressure and glucose targets) - das erste prospektive Datenregister zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 und arterieller Hypertonie in Deutschland.

"Die Relevanz ist hoch, neun von zehn Typ-2-Diabetikern leiden unter Bluthochdruck. 10.000 Patienten werden in DIALOGUE eingeschlossen“, erklärt das Steering Commitee, bestehend aus Prof. Diethelm Tschöpe von der Stiftung DHD in Bad Oeynhausen, Dr. Anselm K. Gitt vom Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen und Prof. Roland E. Schmieder vom Institut für Präventive Medizin Nürnberg. Unterstützt wird das Register von Novartis. Das Studiendesign wurde Mitte Mai bei der Haupttagung der DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) in Stuttgart vorgestellt. Im DIALOGUE-Register sollen die Ergebnisse einer kombinierten antidiabetischen und antihypertensiven Therapie ausgewertet werden, mit Bezug auf die Erreichung der Zielwerte nach 24 Monaten.

Bei Einschluss muss der Patient mit einer oralen Mono- oder dualen Kombinationstherapie behandelt sein, die Therapie mit Insulin oder GLP-1-Analoga zu Beginn gelte als Ausschlusskriterium, sagt der Kardiologe Anselm K. Gitt. "Im Register werden Inkretin-basierte (Glucagon-like-peptide-1-Agonisten, Dipeptidyl-Peptidase-IV-Inhibitoren) und nicht Inkretin-basierte Diabetestherapien sowie RAAS-basierte (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) und nicht RAAS-basierte Hypertonietherapien verglichen", ergänzt der Nephrologe Roland E. Schmieder. Auch die Anwendung von Fixpräparaten versus freie Kombinationen werde untersucht. DIALOGUE soll zudem Aufschluss über die Anwendbarkeit gültiger Leitlinien geben, mit Diabetes assoziierte mikro- und makrovaskuläre Ereignisse erfassen und Aussagen über den Gesundheitsstatus und die Behandlungstreue der Patienten liefern.

"Einen hohen Stellenwert nimmt die individuelle Zielwerterreichung bei hypertonen Diabetikern ein", betont der Endokrinologe Diethelm Tschöpe. Die Therapieziele bei Blutzucker und Blutdruck werden in DIALOGUE vom behandelnden Arzt auf jeden Patienten angepasst, in Abhängigkeit zu Alter, vorhandener Komorbidität, Krankheitsprognose und erwartete Lebenszeit. Man habe aus Endpunktstudien wie ACCORD, ADVANCE und VADT gelernt: Strikte Zielwertvorgaben sichern keinen Überlebensvorteil, sie können im Gegenteil sogar die Mortalität erhöhen. Was nütze es, wenn Zielwerte erreicht werden, der Patient aber verstirbt, sagt Tschöpe. Die Therapieausrichtung am Globalrisiko des Patienten mit individuell definierten Zielwerten sei entscheidend. Diesem Umstand haben internationale Fachgesellschaften wie EASD (European Association for the Study of Diabetes) und ADA (American Diabetes Association) inzwischen Rechnung getragen. Sie veröffentlichten kürzlich ein Positionspapier, in dem sie die Orientierung an individuellen Therapiezielen für Patienten mit Typ-2-Diabetes fordern.

Bis März 2013 läuft die Rekrutierung der Patienten für DIALOGUE. Die Studienverantwortlichen Tschöpe, Gitt und Schmieder sehen in dem Register zur Versorgungsforschung große Vorteile. Damit könne untersucht werden, ob sich die Daten aus randomisierten kontrollierten Studien und aus Leitlinien in den Praxisalltag übertragen lassen. DIALOGUE wird konsekutiv Patienten einschließen und prospektiv verfolgen.

Pressemitteilung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" (DHD), erschienen am 01.06.2012

Freitag, 8. Juni 2012

Teststart für ein Medikament gegen Typ 1 Diabetes

Wird es bald eine Heilung für Typ 1 Diabetes geben? Prof. Dr. Eckhard Lammert vom Kompetenznetz Diabetes mellitus (KKNDm) konnte an Mäusen einen Zusammenhang von Parkinson und Diabetes nachweisen. Lammert testet an Mäusen ein für Parkinson zugelassenes Medikament auf seine mögliche Eignung als Heilmittel gegen Typ 1 Diabetes.

Vorgeburtlicher Stress bedingt häufig ein niedriges Geburtsgewicht. „Diese Kinder haben ein doppelt so hohes Diabetes Risiko wie normalgewichtige Neugeborene“, so Dr. Teresa Tamayo vom KKNDm.

Feinstaubbelastung und Infektionen mit Enteroviren erhöhen das Diabetesrisiko, so Dr. Wolfgang Rathmann (KKNDm) und Dr. Mikael Knip von der Universität Helsinki.
Wird es in absehbarer Zukunft eine Heilung für Typ 1 Diabetes geben? Noch liegt eine Genesung dieser Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Antikörper die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören, in ferner Zukunft. Einen kleinen Hoffnungsschimmer vermittelte jedoch der Vortrag von Prof. Dr. Eckhard Lammert, Koordinator des Themenbereiches „Prä-Klinik“ des Kompetenznetzes Diabetes mellitus, auf der Frühjahrstagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vor einer Woche in Stuttgart. An Mäusen konnte er einen Zusammenhang von neurogenerativen Erkrankungen – insbesondere Parkinson – und dem Diabetes nachweisen. „Betazellen ähneln den Zellen des Zentralen Nervensystems“, berichtete Lammert. „Beide reagieren empfindlich auf oxidativen Stress und erholen sich nur schwer.“ Die Betazellen produzieren Insulin, das für die Regulation der Blutzuckerkonzentration verantwortlich ist. Mäuse, denen das bei der Zellantwort gegen oxidativen Stress (z. B. durch freie Radikale) benötigte Protein DJ1 fehlt, wiesen eine geringere Betazellmasse auf als diejenigen Mäuse ohne diesen Gendefekt. Bei Menschen mit Typ 2 Diabetes – insbesondere bei Diabetikern über 70 Jahre – wurde bereits nachgewiesen, dass sie über weniger DJ1 als Gesunde verfügen. Der Nachweis für Typ 1 Diabetiker steht noch aus. Das Protein DJ 1 spielt auch bei der Entstehung der Parkinson Erkrankung eine Rolle. Lammerts Studiengruppe testet daher aktuell an Mäusen ein für Parkinson zugelassenes Medikament auf seine mögliche Eignung als Heilmittel gegen Typ 1 Diabetes.

Diabetes beginnt im Mutterleib

Für die Entstehung von Diabetes mellitus werden neben Erbanlagen auch Umweltfaktoren verantwortlich gemacht. Nach neuesten Erkenntnissen entsteht Diabetes bereits im Mutterleib: Fehlernährung, Rauchen, Stress und ein niedriger beruflicher Status der Mutter (manuelle Tätigkeit) während der Schwangerschaft können das Risiko für die Stoffwechselerkrankung Typ 2 Diabetes beim Ungeboren erhöhen. Dies legte Dr. Teresa Tamayo vom Kompetenznetz Diabetes mellitus dar. Diese vorgeburtlichen Stressfaktoren bedingten häufig ein niedriges Geburtsgewicht. „Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht haben ein doppelt so hohes Risiko an Diabetes zu erkranken wie normalgewichtige Neugeborene“, so Tamayo. „In der Bauchspeicheldrüse dieser Kinder lässt sich bereits eine verringerte Betazellmasse nachweisen.“ Bei Typ 2 Diabetes entsteht im Verlauf der Erkrankung eine verminderte Insulinempfindlichkeit der Betazellen (Insulinresistenz) – die Betazellleistung lässt nach. Das Insulin kann nicht mehr ordnungsgemäß im Zielorgan wirken. Aus diesem Grund ist Übergewicht im späteren Kindes- und Erwachsenenalter für Personen mit niedrigem Geburtsgewicht besonders schädlich.

Feinstaubbelastung und Infektionen als Auslöser für Typ 2 Diabetes

Zu den Umwelteinflüssen, welche die Entstehung von Diabetes mellitus begünstigen, zählt auch die Luftverschmutzung: So referierte Dr. Wolfgang Rathmann, ebenfalls Mitglied des Kompetenznetzes Diabetes mellitus, eigene Daten und Ergebnisse weiterer internationaler Studien, die ein erhöhtes Typ 2 Diabetesrisiko in Gegenden mit einer hohen Konzentration an Feinstaub und Stickstoffoxiden nachweisen. Gleiches gilt bei einer Wohnentfernung von weniger als 50 Metern zu einer dicht befahrenen Straße. Als mögliche Ursache nannte Rathmann Entzündungsprozesse im Körper, die durch eine Exposition mit Feinstaub ausgelöst werden. Diese spielen eine Rolle bei der Entwicklung der Insulinresistenz und des Typ 2 Diabetes.

Umweltfaktoren spielen auch bei der Entstehung von Typ 1 Diabetes eine Rolle. Dr. Mikael Knip, finnischer Gastredner des Kompetenznetzes Diabetes mellitus von der Universität Helsinki, erwähnte in seinem Überblick zur Pathogenese von Typ 1 Diabetes die Beteiligung von Infektionen mit Enteroviren an der Entwicklung der Autoantikörper, die die Entstehung der Erkrankung einleiten. Am häufigsten trat im Abstand von sechs Monaten nach einer Enterovirus-Infektion eine Serokonversion (Entwicklung der Autoantikörper) auf. Zu den Enteroviren zählen beispielsweise verschiedene Polio- und Coxsackieviren. Sie verursachen vielfältige Symptome, unter anderem die „Sommergrippe“ und Brechdurchfälle, Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) oder Meningitis (Hirnhautentzündung).

Während Typ 1 Diabetes die bei Kindern und Jugendlichen am weitesten verbreitete Stoffwechselerkrankung darstellt, galt Typ 2 Diabetes lange Zeit als „Altersdiabetes“. Heute betrifft diese chronische Erkrankung jedoch auch Kinder und Jugendliche. Dr. Joachim Rosenbauer stellte – basierend auf dem nordrhein-westfälischen Diabetesregister, das sich unter anderem auf die bundesweite DPV-Datenbank stützt – die Neuerkrankungsraten bei Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 19 Jahren in Nordrhein-Westfalen vor. Im Zeitraum zwischen 2002 und 2010 wurden dort 276 Betroffene dieser Altersgruppe mit neu diagnostiziertem Typ 2 Diabetes registriert. Die DPV-Datenbank ist mit 280.000 erfassten Diabetikern das größte Patientenregister Deutschlands. 370 Zentren aus Deutschland und Österreich sind daran beteiligt (weitere Informationen: http://www.d-p-v.eu).

In der Gesamtbevölkerung erkranken jeden Tag mehr als 700 Personen neu an Typ 2 Diabetes, wie der Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer vom Kompetenznetz Diabetes mellitus ausführte. Fast jeder dritte Deutsche über 70 Jahre ist nach seinen Angaben Diabetiker. Doch die Dunkelziffer ist hoch. „In der Altersgruppe der 35- bis 74-Jährigen kommt auf einen diagnostizierten Diabetesfall ein unentdeckter“, so der Psychodiabetologe.

Das Kompetenznetz Diabetes mellitus wird seit 2008 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziele des Kompetenznetz: den Ursachen von Diabetes auf den Grund zu gehen, Entstehungsbedingungen zu erforschen und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Momentan laufen im Kompetenznetz Diabetes Interventions- und Beobachtungsstudien zu den Themen Schwangerschaftsdiabetes und Diabetes bei Kindern und Erwachsenen.


Das Kompetenznetz Diabetes mellitus wird seit 2008 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziele des Kompetenznetz: den Ursachen von Diabetes auf den Grund zu gehen, Entstehungsbedingungen zu erforschen und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Momentan laufen im Kompetenznetz Diabetes Interventions- und Beobachtungsstudien zu den Themen Schwangerschaftsdiabetes und Diabetes bei Kindern und Erwachsenen.
Pressemitteilung der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München, erschienen am 30.05.2012

Donnerstag, 7. Juni 2012

Mehr Hirnhautentzündungen durch Zeckenbisse in Deutschland

Artikel erschienen bei focus.de am 29.05.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 6. Juni 2012

Amerika sitzt auf der Diabetes-Bombe

Artikel erschienen bei aerztezeitung.de am 31.05.2012, lesen --> KLICK

Dienstag, 5. Juni 2012

Die sieben größten Feinde des Herzens

Artikel erschienen bei focus.de am 29.05.2012, weiterlesen --> KLICK