Dienstag, 31. Juli 2012

Diabetes vorbeugen mit Melatonin

Eine präventive Wirkung wird dem Schlafhormon auch bei Depressionen, Demenz und sogar Brustkrebs zugesprochen

Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass das Hormon Melatonin nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus beim Menschen maßgeblich steuert. Wie neuere Untersuchungen zeigen, könnte das Schlafhormon auch eine Rolle bei Depressionen, Diabetes, Demenz und sogar Brustkrebsvorbeugung spielen. "Das Hormon Melatonin ist für Wissenschaftler bei weitem mehr als ein Jetlag- oder Lifestyle-Mittel", sagt Tony Gnann, Geschäftsführer der Milchkristalle GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Melatonin aus Nachtmilch spezialisiert. Nachfolgend sind ausgewählte Forschungsergebnisse zum Thema Melatonin zusammengefasst.

Diabetes durch zu wenig Melatonin

Wissenschaftler des Imperial College in London haben erneut gezeigt, dass es eine Verbindung zwischen Schlafrhythmus und Diabetes gibt. Eine neue genetische Studie von über 7.600 Probanden belegt die Rolle des Melatonins. Danach erhöhen Störungen der inneren Uhr das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Bereits frühere Untersuchungen waren zu dem Schluss gekommen, dass jene Menschen ein erhöhtes Risiko Typ-2-Diabetes-Risiko tragen, die in Nachtschichten arbeiten. Selbst Menschen, deren Schlaf in drei Nächten wiederholt gestört wurde, bekamen vorübergehend Symptome von Diabetes. Die Wissenschaftler des Imperial College vermuten, dass Mutationen im Gen für den Melatonin-Rezeptor MT2 die Verbindung zwischen der inneren Uhr und der Freisetzung von Insulin stören. Das könne zu anormalen Blutzuckerwerten führen - und schließlich zu Diabetes.

Gedrosselte Melatoninproduktion kann zu Geschwüren führen

Weniger Sonnenlicht kann laut einer russischen Studie die Entstehung von Magengeschwüren beschleunigen. Warum? Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass vor allem Zwölffingerdarmgeschwüre unmittelbar mit dem Schlafhormon Melatonin zusammenhängen. Durch geringes Tageslicht werde nicht genug von dem Hormon produziert. Seit längerem gilt als erwiesen, dass der Magen-Darm-Trakt beispielsweise bei Schichtarbeitern besonders empfindlich gegenüber den Rhythmus-Umstellungen reagiert.

Melatonin bei Depressionen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 2020 die Depression nach Herz- und Kreislauferkrankungen die am meisten verbreitete Volkskrankheit sein wird. Auch hier spielt ein zu geringer nächtlicher Melatoninspiegel mitunter eine Rolle, wie eine aktuelle niederländische Dissertation zeigt, in deren Rahmen eine randomisierte klinische Doppel-Blind-Studie mit Personen im Alter von mindestens 60 Jahren durchgeführt wurde. Danach erwies sich bei den Patienten die Lichttherapie als wirksamer gegenüber einem Placebo.
Hintergrund: Durch die Lichttherapie wurde bei den Patienten am Abend verstärkt Melatonin ausgeschüttet, wodurch der Schlaf verbessert werden konnte. Der Kortisol-Spiegel in den Morgenstunden konnte normalisiert werden. Hierdurch wachten die Patienten morgens frischer auf, fühlten sich besser und hatten genug Energie für den Tag. Die Veränderungen deuten auf eine durch das helle Licht hervorgerufene verbesserte Funktionsweise der vom Gehirn gesteuerten biologischen Uhr hin. Melatonin spielt eine zentrale Rolle im gesamten Organismus.

Melatonin und Demenz

Wissenschaftler aus Glasgow haben herausgefunden, dass Menschen, die unter Alzheimer leiden, einen niedrigeren Melatoninspiegel aufweisen als gesunde Menschen. Dieses Wissen wollen sich die Forscher nun für weitere Studien zu Nutze machen. Dabei soll untersucht werden, ob die Lebensqualität von den Patienten durch die Zugabe von Melatonin gesteigert werden kann. Erste Ergebnisse deuten bereits auf eine Verbesserung des Wohlbefindens der Patienten hin - möglicherweise wegen des durch das Melatonin hervorgerufenen verbesserten Schlafmusters. Zu den häufigsten Ursachen für Demenz zählt Alzheimer, aber auch andere Umstände, die das Gehirn betreffen, können zu einer Demenz führen.

Nächtliches Licht kann Brustkrebsrisiko fördern

Die Nachttischlampe sollten vor allem Frauen zum Schlafen lieber ausknipsen. Denn wie israelische Wissenschaftler der Universität Haifa herausgefunden haben, erhöht sich durch die nächtliche Beleuchtung für Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um bis zu 22 Prozent. Grund dafür ist nach Annahme der Forscher die durch das Licht unterbrochene Melatoninproduktion. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlafrhythmus steuert und somit auch einen großen Einfluss auf die nächtlichen Regenerationsprozesse von Körperzellen hat. Produziert wird es jedoch nur bei Dunkelheit.
Bei einem Lichteinfall von rund 10 Minuten wird die Melatoninproduktion heruntergefahren und somit auch alle anderen Reparaturprozesse im Körper verlangsamt oder gehemmt. Geschädigte Körperzellen können auf diese Weise wohlmöglich nicht früh genug erkannt und entfernt werden. Auch andere Erkenntnisse aus den USA weisen darauf hin, dass Kunstlicht durchaus größere gesundheitliche Schäden verursachen kann als bisher angenommen. So beeinflusse das unnatürliche Licht die Schlafqualität. Das Lichtprinzip macht sich laut Tony Gnann auch die Milchkristalle GmbH bei der Herstellung von natürlichem Melatonin aus Nachtmilch zu nutze. Kühe erhalten einerseits tryptophanreiches Futter, da die Aminosäure Tryptophan ein wichtiger Baustein zur Melatoninproduktion ist. Zudem werden die Tiere vor Sonnenaufgang gemolken. Milchkristalle enthalten auf diese Weise mehr als 100 Mal so viel Melatonin wie herkömmliche Milch.

Erholsamer Schlaf durch Melatonin

Ein spezielles Nachtmilchprodukt kann zu einem erholsameren Schlaf führen. Das zeigt eine im Fachjournal "Der Lebensmittelbrief - ernährung aktuell" veröffentlichte placebokontrollierte Doppelblindstudie. Demnach konnte die Wirksamkeit eines Milchprodukts mit nativ erhöhtem Melatoningehalt signifikant nachgewiesen werden. Die Münchner Milchkristalle GmbH hat basierend auf den Ergebnissen erstmals Nacht-Milchkristalle entwickelt. Sie enthalten natürliches natives Melatonin und können rezeptfrei in der Apotheke erworben werden.
In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 40 Versuchspersonen konnte die Wirksamkeit eines so gewonnen Milchprodukts nachgewiesen werden. Das Milchprodukt führte bei 73 Prozent der Versuchspersonen in der Versuchsgruppe nach 10 Einnahmetagen zu einem erholsameren Schlaf. Der Vergleich zur Placebogruppe ergab unter Anwendung des U-Tests einen hoch signifikanten Unterschied (á = 1 %). Ergänzend untersuchte Wirkungsfelder bestätigten die positive Wirkung des geprüften Milchprodukts im Hinblick auf die Tagesaktivität, das Wohlbefinden, die Schlafintensität, den Tag/Nachtrhythmus sowie die Einschlafgeschwindigkeit und das Durchschlafverhalten. Die Studienergebnisse sind im Fachjournal "Der Lebensmittelbrief - ernährung aktuell", 19. Jg., Heft 11/12 veröffentlicht.

Pressemitteilung der Milchkristalle GmbH vom 08.07.2012

Samstag, 28. Juli 2012

Fötus-Erbgut nur mit Blutprobe der Mutter entziffert

Beitrag erschienen bei focus.de am 04.07.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 27. Juli 2012

Deutschlandweite Diabetes-Präventionsstudie startet

Fettsucht und Diabetes sind in Deutschland auf dem Vormarsch trotz Steigerung der körperlichen Aktivität. Die deutschlandweite Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie (PLIS) will dieses Phänomen jetzt aufklären.

Neueste Daten des Robert Koch-Instituts belegen, dass in Deutschland ein deutlicher Anstieg der Häufigkeit der Fettleibigkeit (Body Mass Index (BMI) größer als 30 kg/m2) im Vergleich zum Jahre 1998 zu beobachten ist. Vor allem bei Männern (von 18,9% auf 23,3%), aber auch bei Frauen (von 22,5 % auf 23,9 %) ist der Anteil gestiegen. Auffallend dabei ist, dass auch die Häufigkeit der Volkskrankheit Diabetes Typ 2, die oft mit der Fettleibigkeit einhergeht, in diesem Zeitraum bei Erwachsenen von 5,2 auf 7,2 % zugenommen hat. Mit geschätzten 2,1 % an Erwachsenen, bei denen ein unerkannter Diabetes vorliegt, beträgt die Häufigkeit des Diabetes in Deutschland somit 9,3 %, das entspricht 6 Millionen Erwachsenen. Parallel hat die regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv) in diesem Zeitraum jedoch ebenfalls zugenommen (um 14,1 % bei Männern, um 16,0 % bei Frauen)*, ein Ergebnis, das in diesem Zusammenhang so eher nicht erwartet wurde.
Die Daten unterstützen die bisherigen Beobachtungen, dass Menschen unterschiedlich gut auf Interventionsprogramme zur Gewichtsreduktion und Diabetesprävention ansprechen. Im Rahmen der Förderung im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. sind Wissenschaftler unter der Leitung der Diabetesexperten am Uniklinikum Tübingen diesem Phänomen seit kurzem deutschlandweit auf der Spur.
Ziel der Forschung ist, die Menschen, die trotz vermehrter Anstrengung im Alltag ein erhöhtes Risiko für einen Typ 2 Diabetes haben, zu finden und mit einer intensivierten und von Fachpersonal begleiteten Lebensstilintervention zu betreuen, damit auch sie von einer Lebensstilmodifikation profitieren.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass eine Prävention des Typ 2 Diabetes möglich ist. Die Lebensstilintervention zeigte dabei die besten Erfolge.
Es gibt aber sowohl Menschen, die gut auf eine Lebensstilintervention ansprechen, als auch Menschen, die nur wenig von einer Lebensstilintervention profitieren, obwohl sie Gewicht abnahmen. Erstere Gruppe wird als „Responder“, letztere als „Non-Responder“ bezeichnet.
Mittlerweile gibt es genetische und phänotypische (ausprägungstypische) Merkmale, die den Erfolg der Lebensstilintervention vorhersagen und somit eine individualisierte Prävention des Typ 2 Diabetes ermöglichen. 

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Hans- Ulrich Häring, Prof. Andreas Fritsche und Prof. Norbert Stefan haben dazu mehr als 400 Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen Typ 2 Diabetes im Rahmen einer 24-monatigen Lebensstilintervention (Tübinger Lebensstil Interventionsprogramm – TULIP) detailliert untersucht. Dabei konnten sie wichtige Erkenntnisse zu Mechanismen des Nicht-Ansprechens im Rahmen einer Lebensstilintervention gewinnen **. Neben noch in der Erforschung befindlichen Blutparametern spielen hier die verminderte Insulinwirkung, die Insulinproduktionsschwäche, die gut- und bösartige Fettverteilung und die nicht-alkoholische Fettleber eine Rolle.

Neue deutschlandweite Lebensstil-Studie

In einer deutschlandweiten Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie (PLIS) werden ab sofort Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko hinsichtlich ihres Nüchternblutzuckers und eines Blutzuckerbelastungstests, der auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden kann, in die Studie eingeschlossen. Für die Bewertung des Diabetesrisikos wird dabei der Deutsche Diabetes Risiko TestsR eingesetzt, der zusammen mit den Wissenschaftlern am Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) entwickelt wurde. Nach einer Ganzkörper-Kernspin-Untersuchungen zur Bestimmung der Körperfettverteilung und des Leberfettgehalts werden die Studienteilnehmer in 2 Gruppen aufgeteilt und erhalten jeweils eine ganz individuelle und intensive Lebensstilberatung zur Ernährungsumstellung und einer vermehrten körperlichen Aktivität.
Flankiert werden diese Interventionen von Auswertungen der Essensprotokolle und der genau dokumentierten körperlichen Aktivität durch Akzelerationsmessgeräte, welche die Teilnehmer ausgehändigt bekommen. Parallel werden in Subgruppen wissenschaftliche Erkenntnisse über die körperliche Fitness im Rahmen von Untersuchungen auf dem Fahrradergometer gewonnen. Auch die Fähigkeit, das Sättigungsgefühl zu kontrollieren wird mittels Untersuchungen der Gehirnaktivität geprüft..

Die Studie, deren positive Effekte allen 1000 teilnehmenden Menschen zugute kommt, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V. gefördert. Das Zentrum in Tübingen leitet diese Studie und wird dabei unterstützt von 4 weiteren Standorten (Düsseldorf, Dresden, Berlin/Potsdam und München).

Tübinger Diabetesforschung seit 2003

Seit 2003 wird in der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen - in enger Zusammenarbeit mit der Sektion für Experimentelle Radiologie - bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes der Nutzen der Umstellung auf gesunde Ernährung und die Steigerung der körperlichen Aktivität auf den Stoffwechsel wissenschaftlich untersucht. Ziel ist dabei, weitere Erkenntnisse zur Prävention des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen zu bekommen.
Unterstützt wurde diese Forschung im Rahmen einer Klinischen Forschergruppe (KFO 114) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Weiterhin unterstützt die DFG diese Forschung im Rahmen einer Heisenberg-Professur für klinisch-experimentelle Diabetologie, die Professor Norbert Stefan innehat.
Die Studien in Tübingen zur Pathogenese und Prävention des Diabetes werden im Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) unter Leitung von Professor Hans-Ulrich Häring und den Leitern der Forschungsschwerpunkten Professor Andreas Fritsche und Professor Norbert Stefan durchgeführt. Das IDM ist Mitglied des DZD e.V., und somit Bestandteil der durch das BMBF neu gegründeten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG).

Pressemitteilung des Universitätsklinikum Tübingen, erschienen am 04.07.2012

Donnerstag, 26. Juli 2012

Koffein verjüngt alte Muskeln

Beitrag erschienen bei focus.de am 30.06.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 25. Juli 2012

Fünf Irrtümer über Abnehmen durch Sport

Artikel von Petra Apfel, erschien bei focus.de am 18.06.2012, lesen --> KLICK

Dienstag, 24. Juli 2012

Ein Spray gegen Jugend-Diabetes

Beitrag erschienen bei welt.de am 22.06.2012, lesen --> KLICK

Montag, 23. Juli 2012

Die Macht der Muskeln

Artikel erschiene bei focus.de am 11.06.012, lesen --> KLICK

Sonntag, 22. Juli 2012

Fast ein Viertel der Jugendlichen in den Vereinigten Staaten hat Diabetes oder eine Vorstufe

Artikel von Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net; 05.06.2012 --> KLICK

Forscher rätseln, warum Typ-1-Diabetes bei Kindern so sehr zunimmt

Artikel im Diabetes-Ratgeber, 07.07.12, lesen --> LINK

Der 21. KiDS-KURS hat begonnen!

Hi Leute!

Ich bin's mal kurz, Diabolus. Der Kids-KURS hat begonnen, gestern sind die Kinder endlich eingetroffen und nun werden wir 2 Wochen mit der Zeitmaschine von einem Abenteuer ins n
ächste reisen. Die tagesaktuellen Beiträge aus dem Sommercamp 2012 findet ihr im LOGBUCH und Eure Grüsse könnt Ihr im Gästebuch loswerden. Hier wird es weiter Informationen rund um Diabetes geben. Ich beame mich dann mal wieder ins Camp, um dem Doc und seinem Team zur Seite zu stehen.

Macht Euch einen tollen Sommer! Euer Diabolus

Freitag, 20. Juli 2012

So krank sind die Deutschen wirklich

Beitrag erschienen bei welt.de am 14.06.2012, lesen --> KLICK

Donnerstag, 19. Juli 2012

Mit Kälte gegen überflüssige Pfunde?

Artikel von Joslin Diabetes Center, Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net; 14.06.2012, --> LINK

Mittwoch, 18. Juli 2012

Zu viel Bauchfett?: Das Taille-Hüft-Verhältnis gibt Auskunft

Artikel erschienen bei spiegel.de am 06.06.2012, lesen --> KLICK

Dienstag, 17. Juli 2012

Darmbakterien als heimliche Dickmacher in Verdacht

Artikel von Karen Dente, erschienen bei welt.de am 25.05.20012, lesen --> KLICK

Montag, 16. Juli 2012

Fast jeder vierte Deutsche ist deutlich zu dick

Beitrag erschienen bei proplanta.de am 16.06.201, lesen --> LINK

Sonntag, 15. Juli 2012

Eiweiße im Muskel sind bei Übergewicht und Diabetes verändert

Dass bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Hormon Insulin den Blutzucker nicht ausreichend senkt, könnte an veränderten Eiweißen (Proteinen) der Muskulatur liegen. Proteine bestimmen maßgeblich Struktur, Stoffwechsel und Funktion von Zellen. Neue Einsichten über deren Veränderungen bei Übergewicht und Diabetes erbrachte jetzt eine jüngst veröffentlichte Studie an der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit der Universität Odense, Dänemark. Professor Dr. med. Harald Klein, Direktor der Medizinischen Klinik I am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, und seine Forscherkollegen führten eine sogenannte „Proteomanalyse“ durch.

Ein wichtiger Mechanismus der Blutzuckersenkung besteht darin, dass Insulin die Aufnahme des Zuckers in den Muskeln steigert und so dem Blut entzieht. Dieser Mechanismus ist bei Übergewicht, und noch mehr bei Typ-2-Diabetes, gestört. Übergewichtige gleichen dies durch höhere Insulinspiegel aus. Können die Insulinspiegel nicht entsprechend gesteigert werden, steigt der Blutzucker, und es entsteht ein Typ-2-Diabetes. In den vergangenen Jahren wurden zwar zahlreiche Aspekte der verminderten Wirksamkeit des Insulins (Insulinresistenz) geklärt etwa wie der Transport des Zuckers durch die Zellmembran in die Muskelzelle hinein funktioniert. „Das Verfahren der Proteomanalyse bietet jedoch erstmals die Möglichkeit, die gesamte Komplexität der Proteinveränderungen auf einmal zu erfassen und Schlussfolgerungen für ganz verschiedene Stoffwechselwege zu ziehen“, so Professor Klein, der auch Vorsitzender des Ausschusses Pharmakotherapie des Diabetes der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist.

Die Forschergruppe um Professor Klein hat das „Proteom“ im Muskel von zehn Menschen mit Typ-2-Diabetes mit dem von elf Übergewichtigen und zehn schlanken Menschen verglichen. Dabei stellten die Forscher Unterschiede fest: Etwas überraschend kamen im Muskel der Patienten mit Diabetes und der Übergewichtigen vermehrt Enzyme vor, die den Zucker in Zwischenprodukte abbauen. Es fehlte aber an Enzymen, die in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Muskelzellen, aus diesen Zwischenprodukten Energie für die Zellen gewinnen. Dies könnte zu einer Anhäufung der Zwischenprodukte beitragen, die dann vermehrt zu Fett umgebaut werden. Fetteinlagerungen im Muskel und in anderen Organen wie der Leber werden bei Patienten mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes gefunden und sind in hohem Maße mit der gestörten Insulinwirkung korreliert.

Auch die Verteilung der Myosin-Eiweiße war verändert. Diese bewegen unter Einsatz des „Kraftstoffs“ ATP die Muskeln. Der Anteil der langsam reagierenden Myosine hatte sich hin zu den schnell reagierenden verschoben. Schließlich wurden auch Veränderungen bei Proteinen gefunden, bei denen man bisher überhaupt keinen Zusammenhang mit Übergewicht oder Diabetes kannte. „Es ist einer der Vorteile der Methode, dass ohne Voreingenommenheit alle Eiweiße der Zelle untersucht werden und so auch die Entdeckung völlig neuer Zusammenhänge möglich ist“, sagt Klein. „Einige dieser Hypothesen müssen nun mit anderen Methoden bestätigt oder verworfen werden.“

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft engagiert sich als Fachgesellschaft besonders für die Diabetes-Forschung. Neben zahlreichen Forschungspreisen unterstützt die DDG durch Einzelprojektförderungen wissenschaftliche Arbeiten in der Diabetologie.

Literatur
Giebelstein J., Poschmann G., Højlund K., Schechinger W., Dietrich JW., Levin K., Beck-Nielsen H., Podwojski K., Stühler K., Meyer HE., Klein HH. The proteomic signature of insulin-resistant human skeletal muscle reveals increased glycolytic and decreased mitochondrial enzymes. Diabetologia 2012; 55: 1114–1127

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle DDG
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-552, Fax: 0711 8931-167

Deutsche Diabetes Gesellschaft
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-11, Fax: 030 3116937-20

Samstag, 14. Juli 2012

So krank sind die Deutschen

Artikel erschienen bei focus.de am 14.06.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 13. Juli 2012

Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft

Der Physiker und Bioinformatiker Matthias Mann hat sich zum Ziel gesetzt, den Code des »Proteoms« zu knacken. Er erhofft sich davon unter anderem neue Erkenntnisse im Kampf gegen Diabetes und Krebs.

Der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis 2012 geht an Matthias Mann. Der interdisziplinär arbeitende Wissenschaftler erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Arbeiten zum Proteom, der Gesamtheit aller Eiweiße eines Lebewesens. 

Die Entschlüsselung des Proteoms ergänzt und erweitert das bereits abgeschlossene »Human Genome Project«, mit dem das menschliche Genom sequenziert wurde. Das Genom ist die Gesamtheit aller Erbanlagen (Gene), das Proteom die Gesamtheit aller Proteine. Während die Gene (DNA) passiv in den Zellkernen schlummern und zeitlebens meist unverändert bleiben, ändern sich die von der Zellmaschinerie aus der DNA erzeugten Proteine ständig. Das Proteom liefert daher immer nur eine Art »Momentaufnahme«. Doch gerade dies eröffnet Forschern völlig neue Perspektiven: So verrät etwa der Vergleich des Proteoms gesunder und kranker Zellen, welche Proteine die Entstehung von Krankheiten wie Krebs begünstigen oder hemmen.

Das Besondere an dem von Matthias Mann entwickelten massenspektrometrischen Verfahren ist, dass sämtliche Proteine einer Zelle auf einen Schlag analysiert werden können, während sich Forscher traditionell nur mit der Wirkung eines oder einiger weniger Proteine befassen.

Der Körber-Preis ehrt Wissenschaftler mit besonders innovativen Forschungsvorhaben. Ein international zusammengesetztes Kuratorium unter dem Vorsitz von Professor Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, wählte den Preisträger aus.

Pressemeldung der Körber-Stiftung vom 14.06.2012

Donnerstag, 12. Juli 2012

So gefährlich ist der Bubble Tea

Beitrag erschienen bei focus.de am 13.06.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 11. Juli 2012

Diabetes: Lungenentzündung als Gefahrenherd

Erkranken Menschen mit erhöhtem Blutzucker oder Diabetes mellitus an einer Lungenentzündung, ist ihr Sterberisiko deutlich höher als bei Menschen mit normalen Blutzuckerspiegeln. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung von Patientendaten.

Die Studie basiert auf Daten von 6891 Patienten. Sie hatten zwischen 2003 und 2009 wegen einer akuten Lungenentzündung Kliniken und Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgesucht. Dabei zeigte sich, dass bei Patienten mit hohen Blutzuckerspiegeln das Risiko steigt, 28 beziehungsweise 90 Tage nach Aufnahme ins Krankenhaus an der Pneumonie verstorben zu sein. Schon ein leicht erhöhter Blutzucker ging mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Bei Patienten mit einem Blutzuckerspiegel von mehr als 14 Millimol pro Liter Blut war das Risiko sogar 2,37-fach erhöht.


„Unabhängig davon, ob ein Diabetes zuvor bekannt ist, stellt ein hoher Blutzuckerwert einen eindeutigen Risikomarker für Komplikationen und Tod bei schwerer Lungenentzündung dar“, sagt DDG-Präsident Professor Dr. med. Stephan Matthaei. Patienten, die bereits vor der Aufnahme ins Krankenhaus an Diabetes litten, hatten insgesamt eine 2,47-fach erhöhte Sterberate. „Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass eine differenzierte Behandlung des Blutzuckerstoffwechsels bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung Leben rettet“, fügt Matthaei hinzu, der Leiter des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück ist.


Blutzucker mit viel Fingerspitzengefühl regulieren

Die DDG fordert deshalb, Menschen mit Diabetes stationär möglichst in zertifizierten Fachabteilungen zu behandeln. Dies gelte auch für jene Diabetespatienten, die zusätzlich schwer erkrankt sind und etwa an einer Lungenentzündung, Herz-Kreislauf-, Gefäß- oder Nierenerkrankungen leiden. „Diese Patienten gehören in die Hände von Diabetologen und Ärzten in diabetologischen Fachabteilungen“, betont DDG-Pressesprecher Professor Dr. med. Andreas Fritsche von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen.

Wie stark der Blutzucker bei Pneumonie-Patienten gesenkt werden muss, um die Sterblichkeit zu vermindern, ist noch nicht ausreichend untersucht. Eine aggressive Senkung des Blutzuckers führt mitunter zu Unterzucker und den damit verbundenen Komplikationen, bis hin zum Verlust des Bewusstseins. Stattdessen sei es hier besonders wichtig, so die Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft, den Blutzucker mit viel Fingerspitzengefühl zu regulieren: „Hier kann nur ein Experte – also ein Diabetologe – gegensteuern, der alle Risiken einzuschätzen vermag“, erläutert Professor Fritsche. Deshalb sei es wichtig, dass Universitätskliniken und große Allgemeinkrankenhäuser diabetologische Fachabteilungen vorhalten. Kleinere Krankenhäuser sollten in jedem Fall zertifizierte Diabetologen beschäftigen.



Beitrag erschienen bei ddg.org am 1.06.2012

Montag, 9. Juli 2012

Diabetes: Sterberate bei Pneumonie erhöht

Artikel erschienen bei aerztezeitung.de am 11.06.201, lesen --> LINK

Samstag, 7. Juli 2012

Typ-2-Diabetes nicht immer selbst verschuldet

Wie Hormone eine langfristige Gewichtsabnahme erschweren

Zu den Ursachen eines Diabetes mellitus Typ 2 gehören häufig Übergewicht und mangelnde Bewegung. Viele Menschen meinen daher, dass Betroffene die Stoffwechselerkrankung selbst verschulden. Diesen Irrtum wollen Diabetologen nun aus der Welt schaffen. Experten schätzen, dass bis zu 30 Prozent der stark Übergewichtigen kein erhöhtes Risiko tragen, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Welche Mechanismen im Gehirn einen Prädiabetes verursachen können, und warum Hungerdiäten Betroffenen nicht beim Abnehmen helfen, sind Themen des nächsten Experten-Chats auf www.diabetesde.org. Ab sofort können Interessierte Fragen an Dr. med. Knut Mai von der Charité - Universitätsmedizin Berlin schicken. Diese beantwortet der Hormonexperte live am Donnerstag, dem 14. Juni 2012 zwischen 17 und 19 Uhr.
Nicht allen Menschen gelingt es, ihre Essgewohnheiten dauerhaft zu verändern und übermäßigem Essen zu widerstehen. Auch die Fähigkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich regelmäßig zu bewegen, ist bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Abnehmen fällt stark Übergewichtigen zudem meist schwerer als Normalgewichtigen. "Neben den Genen vermuten wir hierbei hormonelle Mechanismen im Gehirn als Ursache", erklärt Dr. Mai. Reagieren Nervenzellen nicht oder nur schlecht auf das Sättigungssignal Insulin, endet das in einem Teufelskreis, der eine langfristige Gewichtsabnahme verhindert. Denn das Hungergefühl lässt trotz des Essens nicht nach.

Diese Insulinresistenz können Mediziner bereits bei ungeborenen Kindern nachweisen. Es wird vermutet, dass bereits während der Schwangerschaft das Risiko für Übergewicht und Diabetes entscheidend vorprogrammiert wird. Später ist die Verteilung der überschüssigen Pfunde entscheidend. Vor allem Fettgewebe am Nacken, Bauch, um innere Organe und Blutgefäße steigert das Risiko, an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Mit welchen Tests Forscher Risikopatienten in Zukunft erkennen und welche Versuche es gibt, eine langfristige Gewichtsabnahme zu erreichen, erklärt Dr. Mai in der nächsten Online-Sprechstunde von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am 14. Juni 2012. Der Experte ist als Facharzt für Innere Medizin tätig am Endocrine & Metabolic Research Center (EMRC) in Berlin. Das Stoffwechselzentrum untersucht unter anderem nicht-pharmakologische Therapien und deren Effizienz bei Diabetes und Adipositas.

Der Diabetes-Chat steht allen Internetnutzern kostenfrei zur Verfügung. Protokolle der letzten Sprechstunden können Sie hier abrufen.

Pressemitteilung von diabetesDE, erschienen am 12.06.2012

Donnerstag, 5. Juli 2012

Ultra-Dicke machen sich in Deutschland breit

Artikel erschienen bei focus.de am 11.06.2012, lesen --> KLICK

Dienstag, 3. Juli 2012

Pre-POINT-Studie: Insulin-Impfung gegen Typ-1-Diabetes

"Mit relativ wenig Aufwand die Forschung weiterbringen"

Immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken an Typ-1-Diabetes, und sie werden immer jünger: Die Neuerkrankungen erreichen ihren Höhepunkt in der Altersgruppe von neun Monaten bis zwei Jahren. Prof. Anette-Gabriele Ziegler und ihr Studienteam erproben in der internationalen Studie Pre-POINT eine Insulin-Impfung als Schutz vor Diabetes. Die Geschwister Amelie und Nick M. gehören zu den Teilnehmern der Studie.

Mehr als 500 Kilometer sind Katharina M. und ihre beiden Kinder Amelie (sechs Jahre) und Nick (vier Jahre) gefahren, um zum Arzt zu gehen - und das, obwohl sie keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung haben. Als Teilnehmer der Pre-POINT-Studie fahren sie einmal im Vierteljahr mit dem Zug von ihrem Heimatort in Nordrhein-Westfalen ins Studienzentrum der Forschergruppe Diabetes nach München.

Die beiden Kinder sind gesund, jedoch haben sie ein hohes Risiko, wie ihr Vater und ihre achtjährige Schwester Leoni einmal an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Das wollen die Studienärzte des Helmholtz Zentrums in München nach Möglichkeit verhindern: Sie testen seit drei Jahren bei 16 Kindern aus ganz Deutschland ein Insulin als Impfstoff gegen die Typ-1-Diabetes. Voruntersuchungen in den USA belegen bereits, dass Insulin, als Pulver über den Darm aufgenommen, die Entwicklung dieser Autoimmunerkrankung verzögern, möglicherweise sogar verhindern kann. Das Insulin wirkt hier als Impfstoff, der - anders als beim Spritzen von Insulin - nicht den Blutzuckerspiegel beeinflusst, sondern nur das Immunsystem trainiert. Weltweit soll nun die optimale Dosis und Darreichungsform mit Hilfe von zwei Studien ermittelt werden: Während in der INIT II Studie der Impfstoff über die Nase als Spray inhaliert wird, nehmen die Studienteilnehmer der Pre-POINT-Studie ihn mit der Nahrung auf.

Mit dem Fortschreiten der Pre-POINT-Studie wird die Dosierung des Insulinpulvers gesteigert. Die Forscher analysieren an Hand von Blutproben, ob eine Wirkung eintritt beziehungsweise bei welcher Dosis sich die optimale Wirkung zeigt. Nach einem anfänglichen Screening, bei dem mittels Blutanalyse Risikogene für Diabetes ermittelt werden, werden bei den vierteljährlichen - später halbjährlichen - Nachuntersuchungen Diabetes-Autoantikörper im Blut gemessen.

So kann das individuelle Erkrankungsrisiko bei den kleinen Studienteilnehmern bestimmt werden. Je mehr mit Typ-1-Diabetes assoziierte Antikörper im Blut nachweisbar sind, desto größer ist das Risiko zu erkranken. Eine Rolle spielen aber auch die Art der Antikörper, die gebildet werden, sowie bestimmte Gene, die entweder einen Schutz oder ein Risiko für die Stoffwechselerkrankung darstellen können, wie die verschiedenen Ausprägungen des HLA-Genotyps (Human Leukocyte Antigen). Weitere Umweltfaktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes haben könnten, sind Hormone, die Gewichtsentwicklung oder die Ernährungsweise.

"Vorher war es so nebulös – jetzt ist es eben sicher"

Wie gehen die Eltern mit der Gewissheit um? "Es ist nicht so, dass ich mir permanent darüber Gedanken mache, ob meine anderen Kinder auch krank werden", sagt Katharina M. "Aber es gibt Momente, wenn ein Kind gerade mal außergewöhnlich durstig ist, dass man denkt: Ist da was?" Nach kurzem Nachdenken fügt sie hinzu "Es war schon komisch, schwarz auf weiß zu lesen, dass meine beiden jüngeren Kinder zu der Hochrisikogruppe gehören", sagt Katharina M. "Vorher war es so nebulös, jetzt ist es eben sicher. Und wir wissen jetzt, dass das Risiko nicht allein zu der Erkrankung führt. Es müssen mehrere Faktoren zusammenkommen."

Familie M. ist nun gewappnet, so dass mit Hilfe der engmaschigen Untersuchungen für die Studie eine mögliche Entstehung von Typ-1-Diabetes frühzeitig, also noch vor Auftreten der ersten klinischen Symptome, erkannt und rechtzeitig therapiert werden könnte. So können lebensgefährliche Stoffwechselentgleisungen wie die Ketoazidose eher verhindert und Langzeitschäden, die mit einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel einhergehen, weitgehend vermieden werden. Auswertungen anderer Diabetes-Studien des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum in München belegen dies. Sie haben außerdem ergeben, dass diejenigen Kinder, die an den Studien teilnahmen, beim Ausbruch der Erkrankung eine kürzere Zeit im Krankenhaus verbringen mussten, als Kinder, bei denen das Erkrankungsrisiko vorher nicht getestet worden war.

Bei der ältesten Tochter Leoni hatte die Familie zwar bereits mit einer möglichen Erkrankung gerechnet, da Vater Eckhard Typ-1-Diabetiker ist, aber die ersten Symptome kamen bei Leoni im Alter von drei Jahren dann doch überraschend: "Im Urlaub kurz vor Weihnachten ist mir aufgefallen, dass Leoni an einem Abend in einem Zug einen ganzen Becher weggetrunken hat", erinnert sich die Mutter. "Das war sehr untypisch für sie. Erst dachte ich, sie hat jetzt verstanden, dass sie mehr trinken muss. Ich habe irgendwie gespürt, dass etwas nicht stimmt, aber ich wollte es nicht wahrhaben. Wir haben den Blutzucker dann doch mal kontrolliert - und er war nicht mehr messbar - die Geräte gehen ja nur bis 500 - da denkt man: Messfehler! Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir wieder gemessen: Der Wert war wieder nicht messbar. Also haben wir unseren Urlaub abgebrochen und haben Weihnachten und Silvester in der Kinderklinik verbracht."

Nun möchte die Familie besser vorbereitet sein. Die weite Anfahrt zum Studienzentrum nimmt sie gerne in Kauf: "Nick fragt schon immer, 'Mama, wann fahr'n wir wieder ICE?'", sagt Mutter Katharina. Nach ihrer Motivation befragt, antwortet sie. "Mit relativ geringem Aufwand hoffen wir, die Forschung weiterbringen zu können. Es ist für die Kinder minimalinvasiv, und wenn man damit ihnen und letztendlich anderen Kindern helfen kann, dann ist es uns das wert."

Die Pre-POINT-Studie läuft seit dem Jahr 2009. Bislang ist keiner der Studienteilnehmer erkrankt. Nebenwirkungen traten keine auf. Die Teilnahme ist kostenlos, Fahrtkosten werden ersetzt.

Es werden zurzeit noch weitere Teilnehmer aufgenommen. Teilnehmen können Kinder zwischen 18 Monaten und sieben Jahren, die ein Geschwisterkind oder zwei enge Verwandte (Vater, Mutter oder Geschwister) mit Typ-1-Diabetes haben.

Interessenten wenden sich bitte unverbindlich an:
Forschergruppe Diabetes der TU München
Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1
80804 München
Tel.: 0800- 8284868 (kostenlose Hotline)
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.diabetes-point.org.

Pressemitteilung der TU München vom 11.06.2012

Sonntag, 1. Juli 2012

Zehn Irrtümer über Krebs

Beitrag erschienen bei focus.de am 08.06.2012, lesen --> KLICK

Jeder zweite Krebsfall wäre vermeidbar

Beitrag erschienen bei focus.de am 11.06.2012, lesen --> KLICK