Sonntag, 30. September 2012

Fernsehkoch Lafer empfiehlt frische Gerichte

Beitrag erschienen bei aerztezeitung.de am 21.09.201, lesen --> LINK

Samstag, 29. September 2012

Wenn Obst den Darm stresst

Artikel erschienen bei focus.de am 08.09.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 28. September 2012

Blutzucker messen ohne Pieks

Der tägliche Stich in den Finger gehört für viele Diabetes-Patienten zum Alltag. Eine nicht-invasive Messmethode könnte sie von dem ständigen Pieksen befreien. Herzstück ist ein Biosensor von Fraunhofer-Forschern: Ein winziger Chip vereint Messung und digitale Auswertung – und kann die Daten sogar an ein mobiles Gerät funken.

Tag für Tag stechen sie sich in den Finger: Für viele Diabetiker gehört die Kontrolle ihres Blutzuckers zum Alltag. Insbesondere Patienten mit Typ-1-Diabetes müssen ihre Werte ständig im Auge behalten, da ihr Körper nicht in der Lage ist, Insulin selbst zu produzieren und so die Glukose im Blut abzubauen. Mehrmals täglich müssen sie einen kleinen Tropfen ihres Bluts auf einen Teststreifen geben. Nur so können sie den Blutzuckerwert ermitteln und sich die notwendige Menge Insulin spritzen. Doch das Pieksen ist nicht nur lästig: Mitunter kommt es zu Entzündungen oder Verhornung der Haut. Und für schmerzempfindliche Patienten ist die Prozedur eine Qual.
Die täglichen Stiche in den Finger könnten aber bald der Vergangenheit angehören – dank eines Diagnosesystems, in dem Fraunhofer-Technologie steckt. Die Idee dahinter: Ein Biosensor, der sich am Körper des Patienten befindet, könnte den Glukosespiegel kontinuierlich auch in anderen Gewebsflüssigkeiten als Blut messen, wie etwa im Schweiß oder in der Augenflüssigkeit. Die ständige Piekserei entfällt. Doch bisher waren solche bioelektrischen Sensoren zu groß, zu ungenau und verbrauchten zu viel Energie. Forschern vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg ist jetzt ein wichtiger Durchbruch gelungen: Sie haben einen Biosensor im Nanoformat entwickelt, der diese Hürden umgeht.

Diagnosesystem im Miniaturformat

Das Prinzip der Messung beruht auf einer elektrochemischen Reaktion, die mithilfe eines Enzyms in Gang gesetzt wird: Die Glukose-Oxidase wandelt Glukose unter anderem in Wasserstoffperoxid (H2O2) um, dessen Konzentration man mit einem Potentiostaten, messen kann. Daraus lässt sich der Glukosespiegel errechnen. Das Besondere an diesem Biosensor: Auf einen Chip von gerade mal 0,7 auf 10 Millimeter passt nicht nur der Nanopotentiostat selbst. Die Forscher haben darauf das gesamte Diagnosesystem untergebracht. »Auch ein Analog-Digitalwandler ist integriert, der das elektrochemische Signal in digitale Daten umwandelt«, erklärt Tom Zimmermann, Geschäftsfeldleiter am IMS. Über eine Wireless-Schnittstelle sendet der Biosensor die Daten beispielsweise an ein mobiles Empfangsgerät – so hat der Patient seinen Glukosespiegel ständig im Auge. »Für ein solches Diagnosesystem benötigte man früher eine Platine von der Größe einer halben DIN A4-Seite«, sagt Zimmermann. »Und ein Treiber war auch erforderlich. Aber auch dieser ist bei unserem Sensor nicht mehr nötig.«

Langlebiger Biosensor

Doch nicht nur die geringe Größe bietet einen erheblichen Vorteil gegenüber bisherigen Biosensoren dieser Art. Der Sensor verbraucht zudem viel weniger Energie. Frühere Systeme benötigten etwa 500 Mikroampere bei fünf Volt, jetzt sind es weniger als 100 Mikroampere. Das macht das System langlebiger – der Patient könnte den Sensor über Wochen oder gar Monate tragen. Möglich ist das durch den Einsatz eines passiven Systems: Der Sensor kann nicht nur Datenpakete schicken und empfangen, sondern über Funk auch mit Energie versorgt werden.
Den Glukosesensor haben die Forscher für die niederländische Medizintechnik-Firma Noviosens entwickelt. Da er kostengünstig herstellbar ist, eignet er sich bestens für die Massenproduktion. Dieses nicht-invasive Messgerät zum Monitoring des Blutzuckerspiegels kann in Zukunft die Basis für eine besonders praktische Weiterentwicklung sein: Der Biochip könnte eine implantierte Miniaturpumpe ansteuern, die anhand des gemessenen Blutzuckerwertes die genau passende Menge Insulin abgibt. Dem Diabetes-Patienten blieben so etliche Piekser erspart.

Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft vom 03.09.2012

Donnerstag, 27. September 2012

Schöne Zähne zeigen

Artikel erschienen bei focus.de am 16.07.2012, lesen --> KLICK

Mittwoch, 26. September 2012

Blähbauch, Darmträgheit, Völlegefühl - manchmal ist Diabetes der Grund

Verstopfung nach Stufenkonzept wirkungsvoll behandeln

Etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Erwachsenen leiden unter chronischer Verstopfung. Blähbauch, Völlegefühl und eine gestörte Stuhlentleerung sind vor allem bei Frauen häufig.
Um die sogenannte Obstipation erfolgreich zu behandeln, setzen Viszeralmediziner unter anderem auf neue Medikamente: Diese Prokinetika regen die Darmbewegung an. Anhand eines Stufenkonzepts, das ausgehend von ballaststoffreicher Ernährung in Ausnahmefällen sogar bis hin zur Operation reicht, können Verstopfungserkrankungen heute effektiv therapiert werden, betonen die Experten im Vorfeld der Fachtagung "Viszeralmedizin 2012", die vom 19. bis 22. September 2012 in Hamburg stattfindet.

Folge einer Erkrankung? Zunächst Ursachen der Verstopfung abklären

"Chronische Obstipation ist keine Befindlichkeitsstörung, an der Betroffene womöglich selbst schuld sind", erklärt Professor Dr. med. Peter Layer, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Direktor der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. In schweren Fällen könnten die Beschwerden zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen; dann ist eine eingehende Untersuchung oft die Voraussetzung für eine wirksame Behandlung. "Zu einer gründlichen Diagnostik gehört auch die Klärung, ob die Verstopfung Folge einer anderen Erkrankung ist", erklärt Layer. So kämen zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache in Frage. Auch eine Dauermedikation mit bestimmten Schmerzmitteln könne zu einer gestörten Darmmotorik führen.

Erste Maßnahme: Ernährung umstellen und Sport treiben

Um chronische Verstopfung zu therapieren, wenden Experten ein spezielles Stufenkonzept an. "Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Symptome sind, wie gut der Patient auf die Maßnahmen anspricht und ob er diese verträgt", erläutert Dr. med. Viola Andresen, zweite Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und Ärztin an der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. Bei milderen Formen helfe es oft schon, wenn der Patient mehr Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich nehme und mehr Sport treibe. Helfen diese Maßnahmen nicht, sieht die nächste Stufe dann den Einsatz von Abführmitteln vor. "Wenn diese gut wirken und der Patient sie verträgt, können Laxantien auch längerfristig eingesetzt werden", so Andresen, die auf einer Vorab-Pressekonferenz zum Kongress über aktuelle Therapien bei Verstopfung informiert.

Bei hartnäckiger Verstopfung: Neue Medikamente regen den Darm an

Ist dies nicht der Fall, empfiehlt der Stufenplan die Einnahme sogenannter Prokinetika. "Prokinetika vom Typ der 5-HT4-Agonisten sind eine gute, neue Therapieoption", sagt Andresen. "Diese Mittel regen die Bewegung des Magen-Darmtraktes an und helfen in der Mehrzahl der Fälle, die Beschwerden zu lindern." Als ebenfalls wirksame Kandidaten zur Behandlung der Obstipation haben sich in klinischen Studien die neuen Wirkstoffe "Linaclotid" und "Lubiproston" entpuppt, welche die Wasser- und Elektrolyt-Sekretion in den Darm anregen und so den Stuhlgang in Schwung bringen. "Allerdings sind beide Mittel in Deutschland bislang nicht zugelassen und ausschließlich "off label" einsetzbar", erklärt Expertin Andresen.

Wenn nichts hilft, bleibt die Operation

Nur bei Patienten, die einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sind und denen keine anderen Therapien helfen, ziehen die Mediziner auch eine Operation in Betracht. "Die Entfernung von Dickdarm-Anteilen oder der Einsatz eines "Darmschrittmachers", der mit schwachen elektrischen Impulsen die Sakralnerven stimuliert, ist nur bei schwersten Formen eine Behandlungsoption", erklärt Professor Dr. med. Stefan Post, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralmedizin (DGAV). "Diese Eingriffe sollten auch ausschließlich durch erfahrene Experten und im interdisziplinären Konsens zwischen Gastroenterologen und Viszeralchirurgen sowie, unabdingbar, nach umfassender Funktionsdiagnostik erfolgen."
"Aufgrund ihrer Häufigkeit kommt der Problematik der chronischen Obstipation im Bereich der Viszeralmedizin eine bedeutende Rolle zu", erklärt Professor Peter Layer. Auf der "Viszeralmedizin 2012" haben die Kongresspräsidenten dem Thema deshalb eine eigene Sitzung gewidmet: Im Rahmen des Programmpunkts "Vom Müsli bis zum Skalpell: Was hilft bei chronischer Verstopfung?" wird einer der weltweit führenden Experten für gastrointestinale Funktionsstörungen, Professor Dr. Michael Camilleri aus der Mayo Clinic in Rochester/USA, über neue medikamentöse Entwicklungen in der Obstipations-Therapie berichten.

Das ausführliche Kongressprogramm finden Sie hier: http://www.viszeralmedizin.com

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), erschienen am 04.09.2012

Dienstag, 25. September 2012

Focus startet erstes Diabetes-Magazin

Der Focus bekommt eine weitere Line Extension: Ab Dienstag, dem 25. September, erscheint Diabetes. Hinter dem 124 Seiten-starken Heft, das künftig quartalsweise erscheinen soll, stehen die gleichen Macher wie hinter Focus Gesundheit. 

Diabetes soll sowohl medizinischer Ratgeber als auch "Wegweiser für einen bewussten Lebensstil" sein. 4,90 Euro kostet eine Ausgabe, die Auflage beträgt 120.000 Exemplare. Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt.

Mit vier Ressorts wartet das Heft auf: "Menschen + Geschichten" erzählt von Menschen, die Diabetes haben oder deren Arbeit eng damit verknüpft ist. Aus diesem Bereich kommt in der ersten Ausgabe auch die Titelgeschichte "Halle Berry kämpft", in der über das Leben der Schauspielerin mit der Krankheit berichtet wird. Den wissenschaftlichen Hintergrund liefert das Ressort "Medizin + Forschung". Im Bereich "Ernährung + Genuss" finden sich in der ersten Ausgabe einige Rezepte für verschiedene Apfelkuchen. Abgerundet wird das Magazin mit dem Themenfeld "Fitness + Bewegung", in dem unter andere auch Reise-Themen angesiedelt sind. 

Montag, 24. September 2012

So durchschauen Sie Etikettenschwindel

Artikel erschienen bei sueddeutsche.de am 10.08.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 23. September 2012

Bei Diabetes jährlich gegen Grippe-Viren und Pneumokokken-Bakterien impfen

Menschen mit Diabetes mellitus sollten sich jedes Jahr gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Dies empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO). Denn chronisch Kranke haben ein erhöhtes Risiko für eine Grippeinfektion. Außerdem verläuft eine Virusgrippe bei ihnen häufig schwerer. Eine Impfung gegen Pneumokokken ist ganzjährig möglich; gegen Influenza-Viren sollte im Herbst geimpft werden. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe rät Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 daher, sich jetzt im Herbst nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt immunisieren zu lassen.

Eine Grippe-Impfung ist wichtig für Risikogruppen wie chronisch Kranke, Menschen über 60 Jahre, Schwangere ab dem 4. Monat und medizinisches Personal. „Wer unter einer chronischen Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an einer Grippe zu erkranken“, erläutert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück.
Ein „grippaler Infekt“ beginnt häufig mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen, die sich über einige Tage steigern können und dann wieder abflauen. Eine Virusgrippe hingegen äußert sich in der Regel durch sehr plötzlich auftretendes hohes Fieber bis 40 Grad Celsius, trockenen Reizhusten, heftige Kopf- und Gliederschmerzen und ein starkes Erschöpfungsgefühl. Sie verläuft bei chronisch Kranken außerdem häufig schwerer, da ihr Immunsystem bereits geschwächt ist. Infekte klingen bei Menschen mit Diabetes zudem langsamer ab. Rückfälle treten bei ihnen häufiger auf als bei Stoffwechselgesunden. „Die Gefahr, bei einer Grippe zudem noch eine Lungenentzündung durch Pneumokokken-Bakterien zu entwickeln, ist bei ihnen ebenfalls höher“, so Professor Matthaei.

Influenza-Viren verändern sich ständig: Da immer wieder neue Grippevirus-Varianten auftreten, kommt es bei einmal durchgemachter Erkrankung nicht zu einer dauerhaften Immunisierung. Daher ist jedes Jahr eine neue Impfung mit einem angepassten Impfstoff notwendig. Sicheren Schutz vor einer Grippeinfektion im Winter bietet eine Impfung im frühen Herbst. Denn nach der Injektion des Wirkstoffes dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis der Schutz aufgebaut ist. Die Kosten für die Grippe-Impfung übernimmt bei Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen in der Regel die Krankenkasse. 

Weitere Informationen im Internet: www.diabetesde.org

Pressemitteilung von diabetesDE, erschienen am 05.09.2012

Samstag, 22. September 2012

Ärzte können Krankheiten früh erkennen

Artikel erschienen bei focus.de am 26.07.2012, lesen --> KLICK

Freitag, 21. September 2012

GRIPPE - Nein danke! Lassen Sie sich IMPFEN!


Die Grippeschutzimpfung ist besonders wichtig für Menschen, die wegen einer anderen  Erkrankung durch eine Influenza-Erkrankung besonders gefährdet sind. Zu ihnen gehören z.B.
  • Herzkrankheiten, besonders Mitralstenose oder Herzinsuffizienz,
  • chronischen bronchopulmonalen Krankheiten wie Asthma, chronischer Bronchitis, Bronchiektasen (Aussackungen der Bronchien) und Emphysem (Lungenblähung),
  • chronischen Nierenkrankheiten,
  • Diabetes mellitus und anderen chronischen Stoffwechselkrankheiten,
  • angeborenen oder erworbenen Immundefekte einschließlich bestimmter Neubildungen und immunsuppressive Therapie,
  • chronischen Anämien.
Quelle Text: MedizinInfo.de

Donnerstag, 20. September 2012

Volkskrankheit Diabetes

Beitrag mit Online-Risiko-Check erschienen bei stern.de, lesen --> KLICK

Mittwoch, 19. September 2012

Wie Sport glücklich macht

Artikel erschienen bei focus.de am 09.07.2012, lesen --> KLICK

Montag, 17. September 2012

Hohes Diabetesrisiko für Männer mit niedrigem Testosteronspiegel

Interdisziplinäre Hormonanalytik verbessert Medizin

Testosteron ein Biomarker der Gesundheit

Männer mit niedrigen Testosteronwerten sind neueren Studien zufolge besonders anfällig für Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2. "Um die Hormonwerte zuverlässig zu ermitteln und anhand dessen auf mögliche Gesundheitsrisiken zu schließen, sind sowohl Kenntnisse in der Laboranalytik als auch die Beurteilung des klinischen Kontextes erforderlich", betont Professor Dr. med. Henri Wallaschofski vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald anlässlich der 9. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Rosengarten in Mannheim.
Hormone sind Botenstoffe, die nahezu an allen Regulationsvorgängen und Prozessen des Körpers beteiligt sind und zahlreiche Abläufe in unterschiedlichen Geweben und Organen steuern. Sowohl manifeste Stoffwechselerkrankungen als auch gesundheitliche Risikosituationen weisen häufig charakteristische Störungen der Hormonsekretion auf. Die Konzentrationsbestimmung von Hormonen im Blut und anderen Körperflüssigkeiten ist eine wichtige Grundlage bei der Diagnostik, Verlaufsbeurteilung und Therapie vieler Stoffwechselerkrankungen. Zu den am häufigsten untersuchten Hormonen zählt das Sexualhormon Testosteron, das bei Männern und Frauen vorkommt, sich aber in Konzentration und Wirkungsweise bei beiden Geschlechtern deutlich unterscheidet. Die vielfältigen biologischen Funktionen umfassen neben dem sexuellen Verlangen und Lustempfinden auch eine Beeinflussung des Protein- und Muskelstoffwechsels, den Knochenaufbau und die Fortpflanzung.

Studien deuten darauf hin, dass die Testosteron-Konzentration im Blut von Männern auch Hinweise auf Erkrankungen geben kann. So zeigte eine Untersuchung an rund 2.000 männlichen Einwohnern aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Kontext der Gesundheitsstudie Study of Health in Pomerania (SHIP) untersucht wurden, dass das Sexualhormon eng mit der Blutdruckregulation verknüpft ist. Demnach gehen niedrige Testosteronwerte mit einer um fast 20 Prozent erhöhten Gefahr für zu hohen Blutdruck einher. Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Bei SHIP handelt es sich um eine Bevölkerungsstudie mit umfangreichen Untersuchungen sowie Blut- und Urinproben, die seit über zehn Jahren mit über 4.000 Probanden mit mittlerweile drei Untersuchungswellen läuft. In einer anderen Studie, die ebenfalls auf SHIP-Daten basiert, sind geringe Konzentrationen des Hormons bei Männern mit einer um das Dreifache erhöhten Gefahr für die Entstehung von Typ-2-Diabetes verbunden. Eine dritte Untersuchung deutet sogar darauf hin, dass ein Testosterondefizit auch mit einem deutlich gesteigerten Risiko, zu versterben, einhergeht. "Unklar ist allerdings bislang, ob geringe Testosteronkonzentrationen solche Gesundheitsprobleme verursachen oder ob sie lediglich als Biomarker auf diese Risiken hinweisen", betont Professor Wallaschofski, der an allen drei Studien beteiligt war.
Dennoch weist die aktuelle Analytik auch noch Limitationen durch unzureichende Harmonisierung oder Standardisierung von unterschiedlichen Immunoassays oder die Frage adäquater Referenzbereiche auf. Zudem werden präanalytische Einflussfaktoren bei der Interpretation der Befunde unzureichend beachtet. Trotz ihrer Limitationen werden diese Verfahren jedoch aufgrund ihrer weiten Verbreitung und leichten Automatisierbarkeit auch in den nächsten Jahren praktisch eine wesentliche Rolle spielen.
"Deshalb ist es der DGKL ein besonderes Anliegen, für die Qualität der Labordiagnostik ein Problembewusstsein zu schaffen und durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit klinisch endokrinologisch tätigen Kollegen eine nachhaltige Verbesserung der Qualität in diesem Bereich zu erzielen", betont der DGKL-Präsident Professor Dr. med. Joachim Thiery vom Institut für Laboratoriumsmedizin der Universität Leipzig. Möglichkeiten und Grenzen von Sexualhormon-Untersuchungen erörtern Experten auf der 9. Jahrestagung der DGKL vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Rosengarten in Mannheim.

Literatur

  • Torkler S., Wallaschofski H., Baumeister S.E., Volzke H., Dorr M., Felix S., et al. Inverse association between total testosterone concentrations, incident hypertension and blood pressure. Aging Male 2011;14:176–82
  • Schipf S., Haring R., Friedrich N., Nauck M., Lau K., Alte D., et al. Low total testosterone is associated with increased risk of incident type 2 diabetes mellitus in men: results from the Study of Health in Pomerania (SHIP). Aging Male 2011;14:168-75

    Pressemitteilung:
    Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. vom 05.09.2012

Samstag, 15. September 2012

Früherkennung rettet Leben

Artikel erschienen bei focus.de am 15.07.2012, lesen --> KLICK

Donnerstag, 13. September 2012

Krankenkasse verweigert Unterstützung für Warnhund

Artikel erschienen bei mz-web.de am 03.08.201, lesen --> LINK

Dienstag, 11. September 2012

Lästiger Lärm im Ohr - Tinnitus

Artikel erschienen bei focus.de am 15.07.2012, lesen --> KLICK

Sonntag, 9. September 2012

Studie: Hausärzte als Bezugsperson für chronisch Kranke

Am Uniklinikum Jena wird untersucht, welche Arten von Bindungstypen es unter chronisch kranken Patienten gibt und wie sich diese auf Behandlung durch den Hausarzt auswirken.

In einer Studie untersuchen Allgemeinmediziner gemeinsam mit Medizinpsychologen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) den Einfluss des Bindungstyps von Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen auf deren Fähigkeit zum Selbstmanagement. Die Studie ist eines der wenigen Forschungsprojekte, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf dem Gebiet der Allgemeinmedizin fördert.
Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit: Die Behandlung chronischer Erkrankungen in der Hausarztpraxis sollte nicht nur abgestimmt sein auf den bisherigen Verlauf und den aktuellen Laborbefund, sondern auch auf die Persönlichkeit des Patienten. 

Die gesamte Person des Patienten im Blick zu behalten ist schwer
Doch angesichts immer vollerer Wartezimmer und der steigenden Zahl älterer Patienten mit mehreren Erkrankungen, die meist spezifische Untersuchungen erfordern, ist es für Mediziner oft schwer, die gesamte Person des Patienten im Blick zu behalten. Zudem kann es sein, dass Menschen mit gleichzeitig mehreren chronischen Krankheiten mehr Unterstützung brauchen als für die bloße Behandlung der einzelnen Erkrankungen notwendig wäre.

„Erfahrene Hausärzte berücksichtigen das intuitiv“, so Prof. Dr. Jochen Gensichen, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am UKJ. „Sie wissen zum Beispiel, dass Frau Meier oft auch ohne Termin oder akuten Anlass kommt, weil sie das Gespräch sucht, dass aber der Anruf von Herrn Müller ein echtes medizinisches Alarmsignal ist.“ Die Allgemeinmediziner starteten jetzt gemeinsam mit Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie des Klinikums eine Studie, um dieses intuitive Wissen mit wissenschaftlichen Fakten zu untersetzen. 

Unterschiede bei der Bereitschaft zur Selbstversorgung der Krankheit
Gerade bei älteren, mehrfach erkrankten Patienten gibt es große Unterschiede darin, wie viel sie selbst mitentscheiden wollen, wie sie bei der Selbstversorgung ihrer Krankheit im Alltag zurechtkommen oder wie häufig und bei welchen Anlässen sie medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. „Eine wesentliche Ursache dafür sehen wir im unterschiedlichen Bindungstyp der Patienten“, erklärt Studienleiterin Katja Brenk-Franz den Ansatz.
Diese individuelle Art, Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen, wird vor allem in der Kindheit geprägt, aber auch von späteren Erfahrungen beeinflusst. „Besonders in emotionalen Stresssituationen, z.B. bei Krankheit, wird deutlich, ob jemand zum Beispiel distanziert ist und nahe Beziehungen eher vermeidet, oder angemessen und souverän mit seinen Mitmenschen umgeht“, so die Psychologin. 

Zweimalige Datenerhebung zur Dokumentation der zeitlichen Entwicklung
Über 200 ältere Patienten, die in Hausarztpraxen wegen Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und einer weiteren chronischen Erkrankung in Behandlung sind, werden zu ihrem Bindungstyp und ihrer Fähigkeit zum Selbstmanagement untersucht. Die Studienteilnehmer sollen zum Beispiel Auskunft darüber geben, ob sie Probleme, auch gesundheitliche, zuversichtlich anpacken, wie stark sie sich von Ihrer Krankheit beeinträchtigt fühlen, wie genau sie sich an die Verordnungen und Ratschläge des Arztes halten und wie oft sie zum Haus- oder Facharzt gehen, den Notarzt rufen oder im Krankenhaus sind. Alle Daten werden zweimal erhoben mit einem Jahr Abstand, um auch eine zeitliche Entwicklung dokumentieren zu können.
„Wir wollen prüfen, welchen Einfluss die Arzt-Patienten-Beziehung, die ja entscheidend vom Bindungstyp des Patienten mit bestimmt wird, auf das Krankheitserleben und die Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen, hat“, nennt Prof. Bernhard Strauß, Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie eines der Studienziele. 

Wenige Studien auf dem Fachgebiet der Allgemeinmedizin werden gefördert
Die ungewöhnliche Kombination entwicklungspsychologischer Ansätze mit Aspekten der Versorgungsforschung überzeugte auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die das auf zwei Jahre angelegte fördert. Es ist eine der sehr wenigen Studien auf dem Fachgebiet der Allgemeinmedizin, die von der DFG unterstützt werden.
Von den Ergebnissen der Untersuchung könnten sowohl die Hausärzte als auch die Patienten profitieren. „Zum einen werden wir dann eine psychologisch fundierte Begründung liefern für bestimmte Reaktionen von Patienten“, so Katja Brenk-Franz. Zum anderen planen die Wissenschaftler konkrete Handreichungen für die Ärzte. Patienten, die zum Bagatellisieren neigen und ihre Krankheit lieber „mit sich ausmachen“, ist möglicherweise mit einer Infobroschüre mehr geholfen als mit einem sehr ausführlichen Informationsgespräch, das andere aber unbedingt brauchen. 

Ziele: individuellere Behandlungen, Selbstmanagement stärken
„Wir wollen es dem Hausarzt als wichtiger Bezugsperson ermöglichen, noch individueller auf den Patienten einzugehen und perspektivisch dazu beitragen, das Selbstmanagement der Patienten zu stärken“, so Prof. Dr. Jochen Gensichen zum Studienstart.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Jena, Juli 2012