Donnerstag, 5. Dezember 2013

Bericht vom 13. Herbstsymposium in Zorbau

 
Auszug aus "Gesund Leben" von blk-onlinetv.de
vom 30.11.2013


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Zucker ist nicht süß!

Kennen Sie das? Einen süßen Kaffee und ein Glas Orangensaft zum Frühstück, eine Limonade zwischendurch, zum Mittag einen Smoothie, nachmittags einen Eiskaffee und zwei Glas Apfelsaft zum Abendessen. Klingt doch harmlos? Ist es aber nicht, denn allein mit dieser Auswahl süßer Getränke verzehren Sie bereits 129 g Zucker (das sind 43 Stück Würfelzucker) und liegen damit weit über der von der WHO empfohlenen täglichen Obergrenze von 50 – 60 g. Dauerhafter übermäßiger Zuckerkonsum ist nicht nur schlecht für die Zähne, sondern bringt ernsthafte gesundheitliche Probleme mit sich, wie z.B. Fettleibigkeit, die zu Diabetes Typ 2 und seinen vielschichtigen Folgeerkrankungen wie Demenz, Erblindung, Nervenschäden, Schlaganfall, Herzinfarkt und Amputation führen kann.

Ganz schön bitter dieser Zucker, oder? Wenn Diabetes Typ 2 eine übertragbare Infektionskrankheit wäre, befänden wir uns inmitten einer Pandemie. In Deutschland wurden bereits mehr als 7 Mio. Menschen mit Diabetes Typ 2 diagnostiziert, bei weiteren 5 Mio. schlummert der Diabetes unentdeckt. Weltweit wird die Zahl der Erwachsenen mit Diabetes von derzeit 308 Mio. auf 439 Mio. im Jahr 2030 steigen.

Durch eine gezielte schrittweise Veränderung Ihres persönlichen Lebensstils, tägliche körperliche Aktivität, eine ausgewogene gesunde Ernährung sowie Normalgewicht bzw. eine deutliche Reduzierung von Übergewicht kann das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, beeinflusst und gesenkt werden. Um das Entstehen diabetischer Komplikationen zu vermeiden bzw. zu verzögern, ist es wichtig, den Diabetes so früh wie möglich zu erkennen.

Kommt Diabetes in Ihrer Familie vor? Wurden bei Ihnen bereits erhöhte Blutglukosewerte festgestellt? Hatten Sie einen Schwangerschaftsdiabetes? Leiden Sie an einer Fettstoffwechselstörung? Haben Sie hohen Blutdruck oder eine koronare Herzerkrankung? Sind Sie älter als 45 Jahre und haben einen BMI > 25kg/m²?  Konnten Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, dann gehören Sie zu den Personen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2.

Handeln Sie jetzt! Checken Sie Ihr Diabetesrisiko mit FINDRISK, dem Testfragebogen der Diabetesstiftung Deutschland. Bei mehr als 15 Punkten besteht ein erhöhtes Diabetesrisiko oder bereits der Verdacht auf Diabetes. Bitte veranlassen Sie dann einen Blutglukosetest bei Ihrem Hausarzt.

Bei Ihnen wurde bereits Diabetes diagnostiziert?
Dann wenden Sie sich an eine Diabetologische Schwerpunktpraxis, die dort praktizierenden Diabetologen verfügen über eine spezielle Qualifizierung. Die nach einem Curriculum der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgebildeten und anerkannten Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen führen spezielle Schulungen und Trainingskurse durch und helfen Ihnen, besser mit Ihrem Diabetes im Alltag zu leben.

Als diabetologische Schwerpunktpraxis in Hohenmölsen-Weißenfels sind wir auf alle Typen des Diabetes mellitus spezialisiert, auf Typ 2 ebenso wie auf Typ 1 und Gestationsdiabetes. Unser Diabeteszentrum in Hohenmölsen verfügt stets über die aktuellsten internationalen Erkenntnisse und führt kontinuierlich Studien mit den neuesten Diabetesmedikamenten durch. Sollten Sie gerade im Anfangsstadium Ihrer Diabeteserkrankung sein, könnten Sie als möglicher Proband davon partizipieren.

Mit der steigenden Anzahl von an Diabetes erkrankten Menschen steigt auch der Bedarf an gut ausgebildetem und geschultem Personal. Sie sind selber im medizinischen Bereich tätig und sehen in der Schulung und Betreuung von an Diabetes erkrankten Menschen eine interessante erfüllende Aufgabe? Bitte sprechen Sie uns an, unser Diabetesschulungszentrum bietet jährlich eine Qualifizierung “Weiterbildung zur Diabetesassistentin DDG an.

Wissen ist Macht, informieren Sie sich – in Büchern, im Internet oder persönlich! Bei unserem jährlich stattfindenden Diabetestag können Interessenten die neuesten Erkenntnisse über Diabetes sowie einen Einblick in unsere Arbeit erhalten und sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen. Der nächste Diabetestag wird am 26.04.2014 in Hohenmölsen stattfinden - Sie sind herzlich eingeladen.

Beitrag von K.A.G., 13.07.2013

Montag, 29. April 2013

Diabetestag in Hohenmölsen

Leben mit der Krankheit

Der Diabetestag findet in Hohenmölsen eine große Resonanz. Bereits zum 15. Mal hat Diabetologe Dr. Karsten Milek am Sonnabend in seine Praxis in Hohenmölsen eingeladen. Viele überwiegend Ältere nutzen die Gelegenheit zum Gesundheitscheck.

„Es ist der Wahnsinn. Das Haus ist wieder proppevoll“, meint Dr. Karsten Milek, schaut sich kurz um und ist schon wieder im Diabeteszentrum unterwegs. Zum 15. Mal hat der promovierte Diabetologe am Sonnabend zum Diabetestag in seine Praxis An der Pforte 5 in Hohenmölsen eingeladen.

An mehreren Stellen bilden sich an diesem Vormittag sogar Schlangen. Ob Blutdruckmessung, Blutzuckerkontrolle oder Messen des Fußdrucks - viele überwiegend Ältere nutzen die Gelegenheit zum Gesundheitscheck. Ob Orthopädieschuhmacher, Pflegedienst, Pharmaunternehmen oder Apotheken - alle, die in irgendeiner Weise etwas mit der Stoffwechselerkrankung zu tun haben, sind in Hohenmölsen vertreten. 

„Ich bin überwältigt von der Resonanz“, sagt Milek und verweist auf die enge Zusammenarbeit seiner Praxis mit der Weißenfelser Asklepios-Klinik und dem Klinikum Burgenlandkreis. Und dann macht er noch auf eine Neuheit aufmerksam. Im Erdgeschoss steht eine Art Terminal für Blutzuckermessgeräte. Dort kann der Patient sein Messgerät „andocken“ und erfährt, ähnlich wie beim Kontoauszugsdrucker, seine Werte und deren Entwicklung. 

In der ersten Etage verkaufen Mitglieder der Selbsthilfegruppe Hohenmölsen selbst gebackenen Kuchen. Kuchen und Diabetes? Das muss kein Widerspruch sein, wie Heinz Erhardt, Vorsitzender der 2010 neu belebten Gruppe, weiß. „Als Diabetiker kann man alles essen. Es kommt nur auf die Dosis an“, sagt der 72-Jährige. Seit 1995 weiß der heutige Rentner, dass er an der chronischen Erkrankung leidet. Die monatlichen Treffen in der Selbsthilfegruppe will er längst nicht mehr missen. „Hier können wir uns unter Betroffenen austauschen. Vom Diabeteszentrum erhalten wir großzügige Unterstützung“, versichert Erhardt und verrät noch sein ganz eigenes Motto im Umgang mit der Krankheit: „Diabetes ist mein Freund. Wir müssen uns nur beide an die Spielregeln halten.“ 

Beitrag von Andreas Richter, erschienen bei mz-web.de am 28.04.2013
--> zum vollständigen Artikel

Sonntag, 28. April 2013

Diabetes und Bewegung

Trotz des Regenwetters war der Parkplatz auf dem Franz-Spiller-Platz in Hohenmölsen stets voll belegt. Der Grund dafür war der 15. Diabetestag, zu dem das Praxisteam der Schwerpunktpraxis eingeladen hatte. Wie schon seit Jahren eröffnete der Fanfarenzug der Stadt Hohenmölsen den Tag vor dem Volkshaus. Hier hatten die Apotheken, die Industrie, Orthopädieschuhmacher und die Selbsthilfegruppe Hohenmölsen ihre Stände aufgebaut. In der Praxis von Dr. Milek fanden die kostenlosen Untersuchungen statt. Auch die Spezialisten der Diabetikerabteilung der Asklepios-Klinik Weißenfels gaben hier Hinweise zur gesunden Ernährung.

„Neu ist in diesem Jahr, dass wir uns dem Thema Diabetes und Bewegung stellen. Bewegung ist gut, aber auch ein Zuviel kann den Diabetiker schnell unterzuckern, was natürlich auch ungünstig ist. Die Industrie stellt neue Medikamente vor und der Tischtennisverein Hohenmölsen präsentiert eine Tischtennisplatte mit Automatikballauswurf. Zudem steht in unserer Praxis eines von nur drei Auslesegeräten in Ostdeutschland. Dieses kann von allen Diabetikern genutzt werden, deren Geräte kompatibel sind“, erklärt Dr. Karsten Milek. Auch dieser Diabetestag war wieder ein voller Erfolg. 


Beitrag von Wolf-Eike Mardas, erschienen bei wochenspiegel-web.de am 28.04.2013

Samstag, 27. April 2013

Expertenchat: Jung und stark übergewichtig

Am 16. Mai 2013 beantwortet Prof. Dr. Hans Hauner zwischen 17 bis 19 Uhr alle Fragen rund um das Thema ...zum Kontaktformular

Donnerstag, 25. April 2013

Typ 1 Diabetes: Schnell krank oder langsam?

Die Kombination der Gene macht‘s

Neuherberg, 25.04.2012. Die Entwicklung von Typ 1 Diabetes kann nur wenige Monate oder viele Jahre dauern. Jetzt haben Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung (IDF), Helmholtz Zentrum München, herausgefunden, wann mit einer eher raschen, wann mit einer langsamen Entwicklung des Typ 1 Diabetes zu rechnen ist. Ein rasches Fortschreiten der Autoimmunerkrankung scheinen folgende Faktoren zu begünstigen: Eine Kombination bestimmter Risikogene, das frühe Auftreten von Autoantikörpern gegen das Insellzell-Antigen-2 (IA-2A) sowie eine Kaiserschnitt-Geburt.

 

Bei Typ 1 Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, also eine Störung des eigenen Immunsystems. Charakteristisches Merkmal ist das Auftreten von körpereigenen Antikörpern. Wie schnell sich der Autoimmunprozess und letztlich der Typ 1 Diabetes entwickelt, hängt vermutlich von einem Zusammenspiel von Umweltfaktoren und Erbanlagen ab. Welche dies sein könnten, haben Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung (IDF), Helmholtz Zentrum München, jetzt teilweise entschlüsselt.

Sie haben Teilnehmer der BABYDIAB-Studie, die alle mindestens einen Verwandten mit Typ 1 Diabetes haben, 20 Jahre lang beobachtet. Die BABYDIAB Studie ist die erste prospektive Kohortenstudie, welche Teilnehmer von Geburt an einschließt. „Die lange Beobachtungsdauer hat es uns ermöglicht, zwei Extremgruppen mit einer intensiven Autoimmunreaktion zu identifizieren und zu vergleichen“, so Dr. Peter Achenbach vom IDF. „Dadurch konnten wir aufschlussreiche Erkenntnisse über die Ursachen der unterschiedlich schnellen Progression von Autoimmunität gewinnen“. Das Ergebnis der Analysen: Obwohl die Kinder mit mehreren Autoantikörpern sich in ihrer Immunantwort ähneln, schreitet bei ihnen die Phase der Autoimmunität bis zu den ersten klinischen Symptomen unterschiedlich schnell voran.. Die Münchner Forscher bildeten die Gruppe der „Slow Progressors“ (Kinder, die erst mindestens 10 Jahre nach dem erstmaligen Auftreten von Autoantikörpern Typ-1-Diabetes bekommen) und die der „Rapid Progressors“ (Kinder, die bereits nach spätestens 3 Jahren erkranken).

Die größten Unterschiede zeigten sich bei der Entwicklung des Autoantikörpers IA-2A (Autoantikörper gegen das Inselzell-Antigen 2), welche im Allgemeinen auf ein hohes Diabetes-Risiko hindeutet. Die Slow Progressors wiesen eine verzögerte Entwicklung von IA-2A auf.

Charakteristisch für die Rapid Progressors war ein höherer Anteil an Risikovarianten von Genen, die an der Steuerung der Immunantwort beteiligt sind. Diese Genvarianten sind einzeln mit einem relativ gering erhöhten Erkrankungsrisiko für Typ 1 Diabetes verbunden. Treten sie jedoch in bestimmten Kombinationen auf, begünstigt dies offensichtlich einen frühen Krankheitsausbruch. Dies gilt insbesondere für die Risikovarianten des IL2 Gens, sowie des IL2-Rezeptor-Gens CD25, welche Immunreaktionen vermitteln. Dagegen konnte kein Unterschied zwischen beiden Gruppen bezüglich der HLA (Humanes Leukozyten Antigen)-Genvarianten gefunden werden, die das größte Risiko für Typ 1 Diabetes darstellen.

Grundsätzlich glichen sich die Kinder bezüglich demographischer Faktoren. Im Hinblick auf die Umweltbedingungen unterschieden sie sich lediglich nach Spontangeburt oder Kaiserschnitt: Während die Hälfte der Rapid Progressors per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, war dies nur bei jedem sechsten Slow Progressor der Fall.

Die Ergebnisse der Münchner Forscher könnten dabei helfen, diejenigen Teilnehmer für Präventionsstudien auszuwählen, die davon am meisten profitieren würden. Neue Ansätze für Diagnose, Therapie und Prävention der großen Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus zu entwickeln, sind Ziele des Helmholtz Zentrums München.

Weitere Informationen

Wer an einer Studie zu Typ 1 Diabetes teilnehmen möchte, kann sich unverbindlich informieren bei:

Institut für Diabetesforschung
Helmholtz Zentrum München
Direktorin: Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Kostenlose Info-Hotline: 0800 82 84 86 8
E-Mail:
Internet: www.diabetes-studien.de

Original-Publikation:
Achenbach P et al. (2013): Characteristics of rapid vs slow progression to type 1 diabetes in multiple islet autoantibody-positive children, Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-013-2896-y

Link zur Fachpublikation 

Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München vom 25.04.2013

Mittwoch, 24. April 2013

Diabetes-Versorgung mit Lücken: Hausärzte, Schwerpunktpraxen und Kliniken sprechen zu wenig miteinander

Menschen mit Diabetes Typ 1 und 2 werden meist parallel vom Haus-, Fach- oder Klinikarzt behandelt. Experten kritisieren schon lange, dass diese drei Ebenen nicht ausreichend miteinander kommunizieren. Darunter leidet vor allem die Versorgung der Betroffenen. 

Im nächsten Experten-Chat von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 25. April 2013 erklärt die Diabetologin Dr. med. Eva-Maria Fach aus Rosenheim, wo Versorgungsdefizite bestehen und welche Lösungsansätze die Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ fordert. Fragen dazu können ab sofort unter www.diabetesde.org/experten-chat eingesendet werden.

Jeder Hausarzt betreut etwa 100 Patienten mit Diabetes Typ 2. Menschen mit Diabetes Typ 1 werden hingegen größtenteils von Diabetologen in Schwerpunktpraxen betreut. Aber auch stationär behandeln Klinikärzte 25 bis 30 Prozent Patienten, die als Haupt- oder Nebendiagnose an Diabetes leiden. „Größtenteils existieren in Krankenhäusern keine strukturierten Versorgungspläne für diese Patienten“, kritisiert Dr. Fach, Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e. V. (BVND).

Wird der Diabetes vor einer Operation nicht berücksichtigt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Denn für viele bedeutet der Aufenthalt in einer Klinik Stress und dieser wirkt sich auf den Hormonhaushalt und somit die nötige Insulindosis aus. Vor allem für schlecht eingestellte Menschen mit Diabetes berge der Krankenhausaufenthalt daher eine große Gefahr: Unterzuckerungen oder eine erhöhte Infektionsgefahr bei ständig erhöhten Blutzuckerwerten könnten auftreten, warnt Dr. Fach.

Lücken sieht die Expertin aber auch auf der Hausarztebene. Diese würden zu häufig versäumen, ihren Diabetes-Patienten die Teilnahme an einer Schulung ausdrücklich zu empfehlen. Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes Typ 2 erhält keine Schulung. „Die Teilnahme an Schulungen sollte weiter ausgebaut werden, und alle Patienten sollten Zugang haben“, unterstützt Dr. Fach die Forderung der im März 2013 gestarteten Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ (www.diabetes-stoppen.de). In deren Rahmen fordert diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe eine längst überfällige nationale Diabetes-Strategie, die ein Diabetesregister sowie eine übergreifende Versorgungsstruktur beinhaltet.

Fragen zur optimalen Versorgung beantwortet Dr. Fach am Donnerstag, dem 25. April 2013, im Expertenchat. Der Diabetes-Chat steht allen Internetnutzern kostenfrei zur Verfügung. Protokolle der letzten Sprechstunden können Sie hier abrufen.
Terminhinweis:
Experten-Chat auf www.diabetesde.org

Pressemittteilung diabetesDE vom 23.04.2013

Dienstag, 23. April 2013

Doppelter Jubel

Nach dem eigenen Sieg gegen die VSG Weißenfels, freut sich der SV Hohenmölsen auch über den Klassenerhalt der Basketball-Wölfe. Karsten Milek machte am Sonnabend sein letztes Spiel für den Tischtennis-Bezirksligisten SV Hohenmölsen.

„Wir gehen heute Abend in der Weißenfelser Stadthalle feiern, hab’ dafür extra VIP-Karten für den MBC besorgt. Egal wie das Spiel heute ausgeht“, sagte Karsten Milek, der am Sonnabend seine letzten Spiele für den Tischtennis-Bezirksligisten SV Hohenmölsen gemacht hatte. „Als meine Spezialbeläge für die Schläger noch vom Verband erlaubt waren, hatte ich noch mithalten können. Aber jetzt verlier ich doch zwei von drei Spielen, das macht keinen Sinn mehr“, so der Diabetes-Facharzt, der zudem zu „viel um die Ohren“ hat und auch erst am Sonnabend von einem Fachkongress in Nürnberg in Windeseile nach Hohenmölsen kam.
Dort verlor er zwar seine beiden Einzel und auch das Doppel, erlebte aber schon fast eine Sensation. Denn nach einem 9:6-Erfolg im letzten Saisonspiel gegen die VSG Kugelberg Weißenfels holten sich die Hohenmölsener nach Monaten am Tabellenende doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Hauptgrund dafür waren drei von den Gästen sicherlich nicht so eingeplante Niederlagen der Fekl-Brüder. Denn nach einem 1:2-Rückstand nach den Doppeln gab es ein überraschend klares 3:0 der SVH-Nummer zwei, Jens Schinol, gegen Andreas Fekl, der in der Einzelrangliste der gesamten Liga auf Platz eins liegt. „Das war schon ein wichtiger Punkt für Hohenmölsen, aber gegen so einen Blockspieler wie Jens ist es auch schwer. Jetzt müssen wir die Punkte im mittleren und unteren Paarkreuz holen, da sind wir eigentlich besser aufgestellt“, meint Andreas Fekl zwischenzeitlich.
Dieser Meinung war auch Florian Kitschun, der in der Jugend mal für die VSG gespielt hatte und jetzt als Fan mit einer größeren Gruppe aus Weißenfels angereist war. „Unsere Spieler sind technisch einfach besser, aber die Hohenmölsener haben dafür mehr Erfahrung. Wenn ich es durchrechne, müssten wir gewinnen“, so Kitschun.

Die Weißenfelser hatten da aber wohl nicht mit der Nervenschwäche von Matthias Fekl gerechnet. Der führte in seinen Einzeln jeweils 2:0, verlor aber noch die Matches mit 2:3. Ganz bitter waren für ihn die vergebenen Matchbälle beim 10:3 im dritten Satz gegen Wolfgang Paust, denn damit ging Hohenmölsen mit 8:5 in Führung, hatte das Unentschieden also schon sicher.
Doch ein Remis sollte zum direkten Klassenerhalt nicht reichen, ein Sieg musste her. Während sich Milek gegen Andreas Höfner besser eingestellt als beim 0:3 gegen Sebastian Schumann zeigte, dennoch aber mit dreimal 9:11 verlor, kämpfte Lutz Westenroth Schumann nieder und vollbrachte den vielumjubelten Klassenerhalt. „Eigentlich hätte es Weißenfels mehr verdient, in der Bezirksliga zu bleiben. Da steckt mehr Nachwuchsarbeit dahinter. Vielleicht schaffen sie es ja noch über den grünen Tisch“, so Milek und meinte damit, dass aus der Bezirksliga mit dem jetzt letzten Landsberg III nur einer absteigt, weil keine regionale Mannschaft aus der Landesliga nach unten kommt.

Bericht von Matthias Voss, erschienen am 22.04.2013 bei mz-web.de

Donnerstag, 18. April 2013

Sicherheitsrisiken bei Blutzuckermessgeräten

bst wenn neue Blutzuckermesssysteme vor ihrer Markteinführung aufwendige Tests durchlaufen, funktionieren sie in der Praxis später nicht immer sicher. „Eine hundertprozentige Vermeidung von Systemfehlern gibt es trotz vorheriger Risikoanalyse nicht“, erklärt Professor Dr. rer. nat. Lutz Heinemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetologische Technologie (AGDT) der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Allerdings könne eine stärkere Einbeziehung von Experten in den Zulassungsprozess neuer Produkte Fehlerquellen reduzieren. Treten Probleme auf, sei eine frühzeitige und transparente Information durch den Hersteller zwingend geboten. Die AGDT nimmt damit Stellung zu den jüngsten Sicherheitswarnungen, die die Firmen Abbott Diabetes Care sowie Johnson & Johnson für Blutglukosemessgeräte herausgegeben haben.

Abbott Diabetes Care hat am 15. April 2013 eine dringende Sicherheitsmitteilung herausgegeben, die Messgeräte des Typs FreeStyle InsuLinx betrifft. Wie Abbott in einem Kundenschreiben mitteilt, sei festgestellt worden, dass das Messgerät FreeStyle InsuLinx bei extrem hohen Blutzuckerspiegeln von 1024 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und höher ein falsches Testergebnis anzeigt und speichert. Das angezeigte Testergebnis liege 1024 mg/dL (entspricht 56,8 mmol/L) unter dem gemessenen Wert. Abbott stellt für das Messgerät ein Software-Update zur Verfügung, mit der das Problem behoben werden soll. Händler und Ärzte sind aufgerufen, diesen Gerätetyp nicht mehr auszugeben und auszutauschen.

Kurze Zeit zuvor hatte am 25. März 2013 der amerikanische Medizinprodukte-Hersteller Johnson & Johnson eine Rückrufaktion gestartet, bei der in Deutschland bis zu 150 000 Blutglukosemessgeräte der Marken „OneTouch Verio Pro“ und „OneTouch Verio IQ“ ausgetauscht wurden. Grund waren ebenfalls aufgetretene Sicherheitsprobleme. Auch die Johnson-&-Johnson-Geräte hatten entweder falsche Testergebnisse angezeigt, abgespeichert oder sich bei extrem hohen Blutglukosewerten von mehr als 1024 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) ausgeschaltet, statt eine Warnung abzugeben. 

Dass die Geräte solche extrem hohen Werte überhaupt anzeigen, stößt bei der AGDT auf Verwunderung. Bei der Blutglukosemessung durch Patienten sollten alle Messergebnisse von über 400 oder maximal 600 mg/dl zur Anzeige „HIGH“ auf dem Display führen, meint Experte Lutz Heinemann. „Daraus ergibt sich die Frage, ob bei der Zulassung der Geräte durch die Behörden zusätzliches diabetologisches Know-How gefordert ist?“ Die Einbeziehung von Fachexperten in den Zulassungsprozess sei eine Möglichkeit, Fehlerquellen künftig vermeiden zu helfen. Dafür setzt sich derzeit auch die Europäische Diabetes-Gesellschaft (EASD) ein. 

Eine hundertprozentige Sicherheit könne es aber trotz aller Verbesserungen beim Zulassungsprozess nicht geben, betont die AGDT. So verlangt die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA, dass Patienten die Handhabung jedes medizintechnischen Geräts vor der Zulassung testen. Damit sollen Nutzungsprobleme nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. „Einige Fehlerkombinationen treten aber erst in der breiten täglichen Anwendung auf“, so Heinemann. „Deshalb sollten auch Blutzuckermessgeräte regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden und zum Beispiel Vergleichsmessungen beim behandelnden Arzt in Praxis und Klinik durchgeführt werden“, ergänzt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG.
Zeigen sich Sicherheitsprobleme bei Medizinprodukten wie Blutzuckermesssystemen, müsse der Hersteller frühzeitig, transparent und konsequent informieren, warnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft. „Wirtschaftliche Belange dürfen hier keine Rolle spielen“, erklärt Lutz Heinemann. Andernfalls drohe großer Schaden für den gesamten Bereich der Diabetes-Technologie.

Die vollständige Stellungnahme der AGDT können Sie nachlesen unter:
www.diabetes-technologie.de/aktuelles.htm

Pressemitteilung  DDG vom 18.04.2013

Montag, 15. April 2013

Krankenversicherung muss Kosten für Schweineinsulin tragen

Urteil zugunsten von Menschen mit Diabetes Typ 1

Seit Firmen das Hormon Insulin biotechnologisch herstellen, ist aus Tierorganen gewonnenes Insulin fast vom Markt verschwunden. Doch einige Menschen mit Diabetes Typ 1 sind auf tierisches Insulin angewiesen, da die Therapie mit dem gentechnisch hergestellten Humaninsulin bei ihnen zu häufigen Unterzuckerungen führt. So ging es auch einem Mandanten von Rechtsanwalt Matthias Bolay aus Ansbach. In einem aktuellen Fall entschied ein Sozialgericht nun, dass die Krankenversicherung die Kosten für das besser verträgliche Schweineinsulin übernehmen muss. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßt das Urteil.

Der Kläger des aktuellen Falls leidet seit Jahren an Diabetes Typ 1. Eine Therapie mit Humaninsulin hatte bei ihm zu häufigen Unterzuckerungen geführt, die zum Teil lebensbedrohlich verliefen. Insgesamt 26 Notarzteinsätze waren erforderlich. „Aus dem Krankheitsverlauf des Klägers geht hervor, dass er mit Schweineinsulin besser einstellbar ist als mit Humaninsulin. In diesem speziellen Fall ergibt sich also eine medizinische Notwendigkeit für die Verordnung dieses Insulins“, so der medizinische Gutachter Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, von der Diabetesklinik Bad Mergentheim. 

Auch bei Bolays Mandanten gingen die gefährlichen Unterzuckerungen dramatisch zurück, nachdem er auf im Ausland produziertes Schweineinsulin umgestiegen war. Trotzdem wollte die Krankenversicherung die Kosten nicht übernehmen. In einem Schreiben der Krankenversicherung an den Kläger heißt es dazu: „Das Arzneimittel sei in Deutschland nicht zugelassen. Nach Rücksprache mit dem Medizinischen Dienst seien ausreichend Alternativen in Deutschland verfügbar.“ Das Sozialgericht Nürnberg entschied jetzt zugunsten des Klägers. Die Krankenversicherung habe die Kosten für das Präparat „Hypurin Porcine Insulin“ zu Unrecht abgelehnt. Es handle sich um eine Ausnahme, da die Standardbehandlung mit genetisch hergestelltem Humaninsulin lebensbedrohlich für den Kläger war und keine Alternative zur Verfügung stand. „In der Regel machen die Kassen in solchen begründeten Ausnahmefällen zwischenzeitlich nur noch selten Probleme. Ansonsten kann nun aber dieses Urteil helfen, mit dem die Kostenübernahme von Schweineinsulin für die Therapie von Diabetes Typ 1 gestattet wurde“, so Rechtsanwalt Oliver Ebert, Rechtsexperte von diabetesDE. 

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßt das Urteil. Auch innerhalb der politischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ (www.diabetes-stoppen.de) fordert die gemeinnützige Organisation, dass Krankenkassen Menschen mit Diabetes eine optimale Behandlungen erstatten, um Folgeschäden vorzubeugen. 

Pressemitteilung diabetesDE vom 11.04.2013

Samstag, 13. April 2013

Kalzium als Entzündungsreiz

Wissenschaftler der Universität Leipzig haben entdeckt, dass Kalzium Entzündungen antreibt. Ihre Fachveröffentlichung in "nature communications" beschreibt den auslösenden Reiz durch frei lösliche Kalzium-Ionen und den molekularen Weg über spezielle Rezeptoren. Die Arbeit hat Auswirkungen auf mehrere medizinische Fachgebiete und eröffnet neue pharmakologische Ansätze.


Das für zahlreiche Prozesse im Körper wichtige Kalzium wird zu einem Entzündungsreiz, wenn es sich im Raum um die Zellen verstärkt ansammelt. Dieses extrazelluläre Kalzium aktiviert das so genannte Inflammasom, einen großen Proteinkomplex, der ein entscheidender Bestandteil des körpereigenen Immunsystems ist, weil er Entzündungsreaktionen steuert. Die Leipziger Arbeitsgruppe um Prof. Ulf Wagner und Dr. Manuela Rossol, Rheumatologen an der Universität Leipzig, konnte jetzt das obere Ende des molekularen Weges beschreiben, dass Kalzium den Mechanismus anschaltet: Der Entzündungsweg wird über zwei Rezeptoren ausgelöst, die Kalzium erkennen. 

Rezeptor GPRC6ADer eine ist der seit langem bekannte klassische Kalzium-Rezeptor, der in die Nebenschilddrüse gehört. Dort wird der Kalziumspiegel gemessen und kontrolliert. Schon bei einer geringen Abweichung des Kalziumspiegels entstehen Probleme und systemische Effekte auf den Organismus. In der Folge reguliert er sofort gegen, deshalb ist es kaum möglich, an dieser sensiblen Systemstelle therapeutisch einzugreifen.

Der zweite (G-Protein-gekoppelte) Rezeptor mit wissenschaftlicher Bezeichnung "GPRC6A" ist eine Neuentdeckung im Zusammenhang mit der Entzündung. Er ist nicht an jeder Zelle vorhanden, auf jeden Fall aber auf den im Blut zirkulierenden Fresszellen (Monozyten). Nach Auffassung der Forscher ist dieser Rezeptor eher in einer lokalen Entzündungsreaktion von Bedeutung, so dass er sich hemmen lässt, ohne gleich den gesamten systemischen Kalziumhaushalt durcheinander zu bringen. Dadurch eröffnen sich therapeutische Ansätze, sagt Ulf Wagner: "Unser mittelfristiges Ziel ist es zusammen mit unserem Pharmakologen, Prof. Michael Schaefer, Hemmstoffe für diesen Rezeptor zu suchen und zu entwickeln."


Wichtige Schutzreaktion mit gewissen "Nebenwirkungen"
Eine Entzündung, auch Inflammation genannt, ist im Organismus grundsätzlich ein wichtiger Prozess zur Abwehr von Infektionen, der möglichst nicht gehemmt werden sollte. Aber auch fast alle Volkskrankheiten wie Diabetes und Rheuma sowie Gefäß- oder Tumorerkrankungen und sogar auch Adipositas und degenerative Gehirnerkrankungen, gehen mit einer Entzündung einher. "In der Rheumatologie und inneren Medizin haben wir es häufig nicht mit akuten Infektionen zu tun", so Wagner, "sondern mit chronischen Langzeiterkrankungen und dann ist die Entzündung fast immer schlecht. Deshalb wollen wir sie therapeutisch unterdrücken."


In der Folge von chronischen Entzündungen kommt es immer zu Kalkablagerungen, beispielsweise in Gefäßen oder im Fettgewebe, die auf radiologischen Bildern deutlich sichtbar sind. Die Forscher wussten, dass der freie Kalziumspiegel im Prozess irgendwann eine Rolle gespielt haben musste, allerdings war der Grund dafür bislang unbekannt. "Wir haben herausgefunden, das frei lösliche, biologisch aktive Kalzium-Ionen, also keine ausgefallenen Kalzium-Kristalle, ganz stark Entzündungen befördern", erläutert Ulf Wagner den Forschungsansatz. "Das haben wir in verschiedenen Geweben untersucht. Extrazelluläres Kalzium stimuliert die Zellen. Das war vorher nicht bekannt und ist eine ganz neue Erkenntnis."

In Zellen ist Kalzium in hoher Konzentration gespeichert. Ihr Tod, also das Absterben von Gewebe, setzt es in erhöhtem Maße frei und befeuert so die Entzündung. Entscheidend ist allerdings nicht die Konzentration im gesamten Blut, sondern die lokale Konzentration im Gewebe. Sie steigt immer dann an, wenn Kalzium-Kristalle ausfallen. Auf dem Röntgenbild sichtbare Verkalkungen sind ausgefallene Kristalle. Sie sind Ausdruck davon, dass an dieser Stelle die Kalzium-Ionen-Konzentration erhöht war und Entzündung stattgefunden hat. "Der von uns beschriebene Mechanismus kann die erhöhten Kalzium-Werte mit dem Ausmaß der Entzündung in Verbindung bringen", so Wagner, "und beschreibt ein alle Fachgebiete betreffendes, allgemein gültiges Prinzip."


Hintergrundwissen
Im menschlichen Körper spielt Kalzium eine wichtige Rolle und ist mengenmäßig der am häufigsten vorkommende Mineralstoff. Der Großteil steckt in Zähnen und Knochen. Letztere dienen als Speicher, aus dem bei einem Mangelzustand nach Bedarf Kalzium gelöst werden kann. In den Zellen ist das chemische Element an vielen Prozessen beteiligt, beispielsweise an der Zellteilung. Außerdem kann es Muskeln und Nerven erregen sowie Enzyme und Hormone aktivieren. Außerhalb der Zellen ist es unter anderem an der Blutgerinnung beteiligt und hält die Zellmembran stabil. Kalzium wird regulär mit der Nahrung aufgenommen.


Prof. Christoph Baerwald, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig, sieht Kalzium-Pillen und Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile kritisch. "Gerade in der Rheumatologie hat man in der Vergangenheit vielen Patienten zusätzliches Kalzium verschrieben, um Knochenveränderungen aufzuhalten. Inzwischen haben zwei größere Studien jedoch gezeigt, dass bereits ein wenig erhöhter Spiegel kardiovaskuläre Veränderungen auslösen kann. Deshalb sollte man mit einer unkontrollierten Aufnahme vorsichtig sein. Eine zusätzliche Einnahme sollte nur dann erfolgen, wenn man vorher den Spiegel bestimmt hat. Wenn der normal oder leicht erhöht ist, sollte man nichts zusätzlich einnehmen, sonst geraten die Aufnahmeprozesse durcheinander, was zu Nierensteinen oder Pseudogicht führen kann", so der Experte.

Einschätzend über die vorliegende Grundlagenforschung in seinem Team sagt Christoph Baerwald: "Es ist eine völlig neue Sicht, dass man mit Kalzium eine Entzündungsreaktion stimulieren kann und deshalb bei allen derartigen Reaktionen nach dem Kalzium schauen muss. Der weitere Aspekt, dass man über G-Protein-gekoppelte Rezeptoren Entzündungen hemmen kann und somit eine pharmazeutische Eingriffsmöglichkeit hat, ist außerdem ein völlig neues Feld und könnte einen großen Durchbruch bedeuten." An diesem Thema arbeiten mehrere Leipziger Forschergruppen.

Link zur Fachveröffentlichung in nature communications:
http://www.nature.com/ncomms/journal/v3/n12/full/ncomms2339.html
doi:10.1038/ncomms2339


Pressemitteilung Universität Leipzig vom 11.04.2013

Freitag, 12. April 2013

Bayer HealthCare unterstützt das Diabetes Programm Deutschland

Das Unternehmen stellt den Teilnehmern des Sportprogramms die Blutzuckermessgeräte Contour XT sowie die Contour Next Sensoren zur Verfügung / Die Anmeldung läuft bereits – die diesjährigen Lauftrainings starten im Mai

Regelmäßiges Laufen ist für Menschen mit Diabetes sinnvoll – es erhöht die Insulinempfindlichkeit und senkt den Blutzuckerspiegel.

Endlich geht es wieder los!“, freut sich Karin Schürer. Vor ein paar Jahren war die Typ-2-Diabetikerin noch ein Sportmuffel, nun nimmt sie bereits zum dritten Mal am Diabetes Programm Deutschland teil. Dieses Jahr möchte sie wieder die inoffizielle zehn Kilometer Distanz beim Köln-Marathon schaffen. Neben vielen begeisterten Läufern mit Diabetes, ist auch Bayer wieder dabei. „Letztes Jahr hatten alle Beteiligten großen Spaß und Freude an dem gemeinsamen Laufprogramm – wir sind als Partner zusammengewachsen“, erzählt Claudia Geis, Leiterin Bayer Diabetes Care. „Die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer haben uns in der Entscheidung bestärkt, auch dieses Jahr wieder als ein Hauptsponsor mit dabei zu sein.“ Das Unternehmen stattet die Teilnehmer mit Contour XT Blutzuckermessgeräten und Contour Next Sensoren für die Trainingseinheiten und den finalen Lauf aus.

Bessere Blutzuckerwerte dank Lauftraining

Laufen gehört zu den beliebtesten und gesündesten Sportarten. Es trainiert das Herz-Kreislaufsystem, wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus und regt die Produktion von Endorphinen (Glückshormonen) an. Doch aller Anfang ist schwer: Vor allem beim Vorliegen einer Stoffwechselstörung wie Diabetes mellitus sollten Anfänger auf professionelle Hilfe zurückgreifen, denn durch den hohen Energieverbrauch kann schnell eine Unterzuckerung entstehen. Deshalb ist es wichtig, dass Läufer mit Diabetes auf Basis präziser Messwerte gut eingestellt sind. Mit dem Ziel, Menschen mit Diabetes zu mehr Sport zu motivieren, geht das Diabetes Programm Deutschland im Mai in die dritte Runde. Neben regelmäßigen Lauftrainings über einen Zeitraum von sechs Monaten, gibt es eine therapeutische und fachmedizinische Betreuung beispielsweise durch Experten der Sporthochschule Köln sowie der Berliner Charité. Das Ziel ist die Teilnahme von möglichst vielen Läufern mit Diabetes an einem großen Eventlauf in Hamburg, Berlin oder Köln über fünf Kilometer, zehn Kilometer, die Halbmarathon- oder sogar über die Marathon-Distanz. „Wir möchten dieses Jahr noch mehr Teilnehmer für das Laufprogramm begeistern“, erklärt Initiator und Typ-1-Diabetiker Dr. Michael Rosenbaum: „Deshalb bieten wir für jede Ausdauerstufe Laufgruppen an: von laufwilligen Anfängern bin hin zu erfahrenen Marathonläufern.“

Beeindruckende Ergebnisse

Wie Menschen mit Diabetes von regelmäßiger sportlicher Aktivität profitieren, belegen die beeindruckenden Effekte, von denen die Läufer des Diabetes Programm Deutschland berichten: „Seitdem ich jogge, haben sich meine Blutzuckerwerte deutlich verbessert, so dass ich weniger Medikamente nehmen muss – mein Nüchtern-Wert liegt mittlerweile bei 100 mg/dl. Zudem habe ich 18 Kilogramm abgenommen, seitdem ich beim Laufprogramm mitmache“, erzählt Karin Schürer stolz.

Menschen mit Diabetes, die Interesse an der Teilnahme am Laufprogramm haben, können sich unter www.diabetes-programm-deutschland.de anmelden. „Wir freuen uns, dass wir diese tolle Aktion unterstützen dürfen und wünschen den Läufern viel Erfolg“, erzählt Claudia Geis.

Bayer bietet Menschen mit Diabetes einen besonderen Service: Unter der kostenfreien Bayer-Service-Hotline (Tel. 0800/50 888 52) stehen rund um die Uhr Experten für Fragen rund um die Blutzuckerselbstmessung zur Verfügung.

Mehr Informationen zur Blutzuckerselbstkontrolle erhalten Sie im Internet unter www.diabetes.bayer.de.


Über Bayer HealthCare Deutschland
Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology & Interventional) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.

Pressemitteilung Bayer HealthCare vom 10.04.2013

Donnerstag, 11. April 2013

Sport als Therapie

Deutschlands größte Laufbewegung für Diabetiker geht in die 3. Runde und expandiert weiter

Diabetes Programm Deutschland erreicht den organisierten Sport
Auf der Pressekonferenz am 10. April in der Sporthochschule Köln wurde der offizielle Startschuss zum Diabetes Programm Deutschland 2013 gegeben. Gemeinsam mit Professor Dr. Hans-Georg Predel von der Sporthochschule Köln und Dr. Peter Loeff vom Diabeteszentrum am Ev. Krankenhaus Köln-Weyertal, stellte Initiator Dr. Michael Rosenbaum die Inhalte und Neuerungen des diesjährigen Programms vor.

Im Mai 2013 geht das größte Diabetes-Laufprogramm Deutschlands in die dritte Auflage. Ab
sofort können sich Diabetiker Typ 1 und Typ 2 aller Altersklassen unter www.diabetesprogramm-
deutschland.de erneut zu einem sechsmonatigen Lauftraining unter medizinischer und sportwissenschaftlicher Betreuung anmelden. Höhepunkt ist die Teilnahme an einer Disziplin (5km, 10km, 21km, 42km) des RheinEnergie Marathons am 13.10.2013 in Köln oder einem anderen regionalen Laufevent.

Idee und Motivation des professionellen Lauftrainings für Diabetiker war und ist es, Sport  bewusst als Therapie gegen die Krankheit einzusetzen. Dabei wurden die Erwartungen aller Beteiligten in den Jahren 2011 sowie 2012 weit übertroffen. Insbesondere die Männer und Frauen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, haben in der Vorbereitungszeit deutlich an Gewicht verloren und den Spaß an der Bewegung (wieder) entdeckt. Viele der Teilnehmer mit Diabetes Typ 2 haben Ihren Langzeitzuckerwert deutlich reduziert, kamen mit weniger Medikamenten aus oder konnten diese sogar vollständig absetzen.

Aufgrund des großen Erfolgs und der positiven Rückmeldungen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden wir 2013 das Angebot an Laufgruppen in Köln, Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Berlin noch weiter ausdehnen. Professionell unterstützt wird das Diabetes Programm von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Bayer HealthCare Deutschland, der Techniker Krankenkasse und dem Biopharma- Unternehmen UCB. Die Teilnehmer des Diabetes Programms erwartet zweimal wöchentliches Training mit ausgebildeten Lauftrainern in kleinen Gruppen, eine fachärztliche Begleitung, ein kostenloser Startplatz für ein regionales Laufevent sowie eine umfangreiche medizinische Betreuung entlang der Strecke. Auch ein funktionelles Laufshirt und kostenlose Blutzuckermessgeräte inklusive Teststreifen für die Trainingseinheiten gehören zum Paket dazu. Der Selbstkostenanteil pro Person beträgt 149 Euro. Da die Teilnehmer-Sicherheit höchste Priorität hat, ist eine umfangreiche Sportbescheinigung durch den Hausarzt oder Diabetologen Pflicht.

Presseinformation
Kontakt: rosenbaum | nagy management & marketing GmbH, Stolberger Straße 114 a, 50933 Köln
Tel.: +49 221 5777736 - Fax: +49 221 5777751, E-Mail: diabetes@rosenbaum-nagy.de

Unsere Vision ist es, eine diabetische Lauf- und Sportbewegung in Deutschland in Gang zu setzen. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6,5 Mio. Menschen mit Diabetes. Regelmäßig Sport treiben davon die wenigsten. Das Potenzial ist also groß. Diese Vision lässt sich nur verwirklichen, wenn alle notwendigen Partner in einem Netzwerk zusammenkommen. Hierzu gehören der organisierte Sport, wie etwa der Deutsche Behindertensportverband, der Landessportbund Berlin und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen. Über diese sollen die Sportvereine in Deutschland aktiviert werden, das Diabetes Programm Deutschland anzubieten. In 2013 soll das Programm im ersten Schritt in Nordrhein-Westfalen, Berlin,
Hamburg und Hessen im organisierten Sport etabliert werden. Weitere Bundesländer sollen folgen. Auch muss die Zusammenarbeit mit Hausärzten, Diabetologen und Krankenkassen noch verstärkt werden. So suchen wir noch interessierte Diabetologen, Diabetesberaterinnen und weitere Fachärzte, die das Programm als Ansprechpartner einer Laufgruppe unterstützen möchten. Einzelne Kassen finanzieren das Programm bereits heute auf der Grundlage von bestehenden Programmen. Dies sollte zukünftig im Sinne der Teilnehmer möglichst einheitlich geregelt sein.
Weitere Informationen und einen aktuellen Film zu den Inhalten und Hintergründen des Diabetes Programm Deutschland sowie die Möglichkeit zur Anmeldung, Unterstützung und Mitarbeit für das diesjährige Lauf-Programm für Menschen mit Diabetes finden Sie unter www.diabetes-programm-deutschland.de.

Mittwoch, 10. April 2013

Kabinett beschließt Bericht der Bundesregierung über die Durchführung der unabhängigen Verbraucher- und Patientenberatung

Das Bundeskabinett hat heute den Bericht der Bundesregierung über die Durchführung der
unabhängigen Verbraucher- und Patientenberatung nach § 65b Absatz 3 SGB V beschlossen.
Patientenorientierung und Transparenz im Gesundheitswesen sind wichtige Ziele der Bundesregierung. Damit bei der medizinischen Versorgung das Wohl der Patientinnen und
Patienten im Mittelpunkt steht, ist es von großer Bedeutung, dass sie ihre Rechte gegenüber den Krankenkassen und Leistungserbringern möglichst selbständig wahrnehmen. Um sie dabei zu unterstützen, steht ihnen seit Anfang 2011 die unabhängige Verbraucher- und
Patientenberatung als reguläres Angebot der Krankenkassen zur Verfügung. Zuvor war sie
modellhaft erprobt worden.
 

Bei der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)“ erhalten Patientinnen und
Patienten kostenfrei und qualitätsgesichert Antworten auf Fragen zur Gesundheit und zur
Behandlung, aber auch zu gesundheitsrechtlichen Belangen. Das sind z.B. Fragen zu
Behandlungsmethoden, zu Rechten als Patient bei der Behandlung oder bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler. Auch mit Fragen zum Gesundheitssystem etwa im Zusammenhang mit einem Kassenwechsel oder der Suche nach einer Adresse für ein Behandlungsangebot können sich die Patientinnen und Patienten an die unabhängige Verbraucher- und Patientenberatung wenden. Für ihre Anliegen steht den Patientinnen und Patienten eine telefonische Beratungsmöglichkeit zur Verfügung, oder sie können sich in einer von bundesweit 21 Beratungsstellen vor Ort beraten lassen. Das unabhängige Beratungsangebot ergänzt die Beratung durch Träger sozialer Leistungen wie z.B. Krankenkassen und Pflegestützpunkte.
 

Zwei Jahre unabhängige Verbraucher- und Patientenberatung haben gezeigt, dass sich das
Angebot der unabhängigen Patientenberatung bewährt hat, denn Patientinnen und Patienten können sich hier in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen qualitätsgesichert und kostenfrei informieren und beraten lassen. Die Beratung erfolgt auf einem qualitativ hohen Niveau und Ratsuchende nehmen das Beratungsangebot gerne in Anspruch. Nutzerinnen und Nutzer fühlen sich inhaltlich informativ und korrekt beraten. Nach ihrer Einschätzung erfolgt die Beratung neutral, freundlich und verständlich sowie zuverlässig.
 

Der Bericht wird zunächst dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zugeleitet und dann zu gegebener Zeit veröffentlicht.

Informationen zur UPD finden Sie hier: http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/startseite.html


Pressemitteilung Bundesministerium fürGesundheit vom 10.04.2013