Montag, 29. April 2013

Diabetestag in Hohenmölsen

Leben mit der Krankheit

Der Diabetestag findet in Hohenmölsen eine große Resonanz. Bereits zum 15. Mal hat Diabetologe Dr. Karsten Milek am Sonnabend in seine Praxis in Hohenmölsen eingeladen. Viele überwiegend Ältere nutzen die Gelegenheit zum Gesundheitscheck.

„Es ist der Wahnsinn. Das Haus ist wieder proppevoll“, meint Dr. Karsten Milek, schaut sich kurz um und ist schon wieder im Diabeteszentrum unterwegs. Zum 15. Mal hat der promovierte Diabetologe am Sonnabend zum Diabetestag in seine Praxis An der Pforte 5 in Hohenmölsen eingeladen.

An mehreren Stellen bilden sich an diesem Vormittag sogar Schlangen. Ob Blutdruckmessung, Blutzuckerkontrolle oder Messen des Fußdrucks - viele überwiegend Ältere nutzen die Gelegenheit zum Gesundheitscheck. Ob Orthopädieschuhmacher, Pflegedienst, Pharmaunternehmen oder Apotheken - alle, die in irgendeiner Weise etwas mit der Stoffwechselerkrankung zu tun haben, sind in Hohenmölsen vertreten. 

„Ich bin überwältigt von der Resonanz“, sagt Milek und verweist auf die enge Zusammenarbeit seiner Praxis mit der Weißenfelser Asklepios-Klinik und dem Klinikum Burgenlandkreis. Und dann macht er noch auf eine Neuheit aufmerksam. Im Erdgeschoss steht eine Art Terminal für Blutzuckermessgeräte. Dort kann der Patient sein Messgerät „andocken“ und erfährt, ähnlich wie beim Kontoauszugsdrucker, seine Werte und deren Entwicklung. 

In der ersten Etage verkaufen Mitglieder der Selbsthilfegruppe Hohenmölsen selbst gebackenen Kuchen. Kuchen und Diabetes? Das muss kein Widerspruch sein, wie Heinz Erhardt, Vorsitzender der 2010 neu belebten Gruppe, weiß. „Als Diabetiker kann man alles essen. Es kommt nur auf die Dosis an“, sagt der 72-Jährige. Seit 1995 weiß der heutige Rentner, dass er an der chronischen Erkrankung leidet. Die monatlichen Treffen in der Selbsthilfegruppe will er längst nicht mehr missen. „Hier können wir uns unter Betroffenen austauschen. Vom Diabeteszentrum erhalten wir großzügige Unterstützung“, versichert Erhardt und verrät noch sein ganz eigenes Motto im Umgang mit der Krankheit: „Diabetes ist mein Freund. Wir müssen uns nur beide an die Spielregeln halten.“ 

Beitrag von Andreas Richter, erschienen bei mz-web.de am 28.04.2013
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